
Lensahn – Der fünfte Spieltag der Kreisliga Südost hatte wieder einiges im Gepäck. Bereits am Freitagabend sollte der SV Rickling die ersten drei Punkte aus dem Kellerduell in Lütjenburg entführen. Am Folgetag gab es gleich fünf Partien, wobei einige Tore fielen. Es sind Serien gerissen, wie die Siegeserie der SG Insel Fehmarn oder aber die Heimserie des SC Cismar, der nach fast einem Jahr wieder zu Hause verlor. Am Sonntag sollte es dann ein dickes Ausrufezeichen des TSV Lensahn geben, der die Krise des Vizemeisters weiter verschärfte.
TSV Lütjenburg – SV Rickling 1:3 (1:1)
Am Freitagabend kam es zum Duell der beiden Sorgenkinder aus den ersten Wochen der Saison. Der TSV Lütjenburg verlor die ersten vier Spiele und kassierte dabei 2:24 Tore. Es gab Niederlagen gegen Fehmarn (1:9), Lensahn (1:7), Tensfeld (1:2) und Kirchbarkau (0:6), sodass man sich nach dem Umbruch im Sommer früh am Tabellenende wiederfand. Nun gastierte mit dem SV Rickling eine weitere Mannschaft, die ohne Punkte in die Saison gestartet ist. Die gleiche Punktanzahl sowie das identische Torverhältnis standen auf dem Konto der Segeberger, doch dies in nur drei Spielen. Es gab Niederlagen gegen Dannau (0:4), Preetz (2:10) und Fehmarn (0:10), sodass der Start für den Aufsteiger mächtig in die Hose ging. Umso wichtiger war das Gastspiel am Freitagabend an der Kieler Straße, denn dort war ein Sieg für beide Mannschaften Pflicht. Personell sah es beim TSV besser aus als noch zuletzt. Ein großer Kader stand Trainer Michael Müller zur Verfügung. Rickling durfte sich über die Rückkehr eines Spielers freuen, der als Unterschiedsspieler gilt. Shafi Bakari feierte sein Saisondebüt und sollte sich direkt wieder bemerkbar machen. Vergangene Saison hatte der Offensivspieler mit 23 Saisontoren einen großen Anteil am Aufstieg seiner Mannschaft.
Es sollte ordentlich zur Sache gehen, denn für beide Mannschaften war die Bedeutung dieses Spiels klar. Nach nicht einmal fünf Minuten sollte es dann allerdings den frühen Treffer geben. Hemen Majeed unterlief ein Eigentor, sodass die Gäste früh in Führung gingen. Zehn Minuten später musste Max Kröger beim SVR verletzungsbedingt vom Feld. Die Mannschaft von Oliver Pekrun war spielbestimmend, doch es fehlte oftmals die Konsequenz vor dem Tor. So verpasste man nachzulegen. Zehn Minuten vor der Pause sollte sich dies rächen, denn die Hausherren kamen vor das Tor und glichen durch Vladyslav Matsola (35.) aus. Somit ging es mit dem Remis in die Pause. Zur Pause wechselten beide Teams. Lütjenburgs Torschütze ging raus und auf der anderen Seite sollte Kevin Bohnsack für Christian Nickeleit kommen.
Wenige Minuten nach dem Wiederbeginn gab es für den TSV ein Déjà-vu. Wie bereits in der ersten Hälfte sollte ein Eigentor den SVR in Führung bringen. Diesmal war Jan Seidel der Unglückliche. Somit musste Lütjenburg erneut dem Rückstand hinterherlaufen, doch es sollte nicht einfacher werden. Nach einer Roten Karte für Torhüter Tobias Geisler, der als letzter Mann den Angreifer der Gäste legte, sollte man die Schlussphase in Unterzahl absolvieren. Zudem gab es Elfmeter für Rickling, den Niklas Last (82.) verwandelte. Es war das 3:1 und somit der Endstand. Die Segeberger feierten den ersten Dreier nach dem Aufstieg, der enorm wichtig war. Trainer Pekrun sagte zum Auswärtssieg: „Wie erwartet war es ein hart umkämpftes Spiel. Wir haben gut nach vorne gespielt, waren nur nicht konsequent genug vor dem Tor. Wir sind stolz auf die Jungs, die den Kampf und die Härte angenommen haben und so die wohlverdienten drei Punkte holen konnten. Daran wollen wir jetzt anknüpfen und uns Stück für Stück nach oben arbeiten.“
SG Bösdorf/Malente – SG Insel Fehmarn 4:3 (2:2)
Im Duell zwischen der SG Bösdorf/Malente und SG Insel Fehmarn steckte schon einiges drin. Zwei ungeschlagene Kreisligisten trafen sich, wobei vor allem die Gäste mit einer breiten Brust ins Spiel gingen. Drei Siege und 27 erzielte Tore sind ein irrer Wert, sodass das Team von Cheftrainer Andre Hack als Tabellenführer ins Spiel ging. Ebenfalls noch ungeschlagen vor dem fünften Spieltag war Bösdorf/Malente, die zwei Siege und zwei Remis holten. Vor allem zu Hause fühlt man sich enorm wohl, denn dort gab es in den vergangenen zwölf Monaten nur eine Niederlage. Personell sah es vor dem Spiel gegen die Fehmaraner sehr gut aus. Zwar musste Benjamin Berger auf Thies Theede, Fabian Riemann sowie Leo Korn verzichten, doch ansonsten stand ein großer und qualitativ gut besetzter Kader zur Verfügung. Aus einer Viererkette heraus sollten Florian Bruckschhlögl und Falk Fricke-Kranz die Innenverteidigung bilden. Die im vergangenen Jahr noch deutlich offensiver eingesetzten Niklas Brandtner und Jonas Lüdtke beackerten die defensive Außenbahn. Auf Seiten der SG Insel gab es im Vorfeld einige Fragezeichen. Aus dem Spiel beim SV Rickling in der Vorwoche nahm man einige Wehwehchen mit, zudem sollte auch krankheitsbedingt ein Einsatz von Leistungsträgern unklar sein. Tjelk Jacob sollte angeschlagen sein, nachdem ihn Fieber ausbremste. Nico Müntz nahm eine Bänderdehnung aus dem vergangenen Spiel mit und Morten Blendermann sowie Pelle Schwenn und Levin Demtröder sollten sogar fehlen. Die Vorzeichen beim Tabellenführer waren also eher bescheiden.
Auf dem schwer zu bespielenden Rasen in Bösdorf sollte die erste Offensivaktion der Heimelf gehören. Es gab einen Freistoß aus guter Position, doch dieser sollte nicht wirklich gefährlich werden. Sowohl der erste als auch zweite Schuss wurden geblockt. Auf der anderen Seite sollten die Gäste mal nach vorne kommen, spielten es durch die Mitte und Fabian Plöger (9.) traf zur Führung. Bösdorf hatte keinen Zugriff im Zentrum, wofür sie gnadenlos bestraft wurden. Die Hack-Elf fand besser ins Spiel, denn es lief noch nicht allzu viel zusammen beim Heimteam. Müntz verpasste in der 14. Minute mit einem Abschluss knapp, doch plötzlich wurde es auf der anderen Seite brandgefährlich. Niclas Timm brachte den Ball per Kopf halblinks aufs Tor, wo Kevin Heinecke abtauchte und glänzend parierte. Die anschließende Ecke trat Mattis Boysen (18.), in der Mitte wird der Gästekeeper behindert, doch dem Schiedsrichter reichte es nicht für ein Offensivfoul, sodass der Ball direkt den Weg ins Tor fand. Es war der Ausgleich, der für große Diskussionen und kurzzeitig Verwirrung sorgte, doch er zählte.
Auf der Gegenseite sollte es drei Minuten später beinahe die erneute Führung fallen. Von Justin Simon kam der Ball zu Plöger, der den Ball festmachte und ablegte, doch Jacob schoss völlig blank knapp am Tor vorbei. Es war eine Riesenchance, die allerdings ohne Ertrag blieb. Im Aufbau waren es bei der SG in Durchgang eins immer wieder Fehler im Spielaufbau, die selten bestraft wurden. Es fehlte dabei die Genauigkeit im Abschluss oder aber Bösdorf konnte klären. Nach einer halben Stunde sollte Fabian Plöger dann mal einen Freistoß treten, der Jesko Saggau prüfte. Auf der anderen Seite verpasste Jan-Ole Wiebcke bei einer Hereingabe. Es war ein munteres Kreisligaspiel, in dem Fehmarn leichte Vorteile hatte. Daher war die erneute Führung durch Nico Müntz (44.) nach einem Angriff über rechts nicht unverdient. Der Offensivspieler traf auf kurzer Distanz, doch im Gegenzug sollte die Antwort folgen. Lüdtke brachte eine Flanke an den zweiten Pfosten, wo der Ball abgelegt wurde und Jannes Radzuhn (45.) nur noch die Kugel über die Linie drücken musste. So ging es mit einem 2:2 in die Pause. Zweimal antwortete Bösdorf, die dennoch noch einige Fehler im Spiel hatten. Vor allem im Zentrum fehlte oftmals der Zugriff, was sich bei den Gegentoren rächen sollte.
Zur Pause reagierte Berger und brachte mit Kim Kaun einen neuen Spieler für das Zentrum. Er sollte in der Innenverteidigung die Schwächen abstellen und genau diese Umstellung zeichnete sich voll und ganz aus. Die Heimmannschaft hatte mehr Kontrolle, sodass das Spiel in ihre Richtung kippte. Niklas Brandtner verpasste eine Hereingabe nur knapp. Vier Minuten später sollte dann Wiebcke sein, der im gegnerischen Sechzehner gelegt wurde. Es gab den Elfmeter, den Kim Kaun (55.) eiskalt verwandelte. Die Platzherren waren auf Kurs, doch nicht lange. Ein Freistoß im Mittelfeld, den die Bank der Hausherren verärgerte, wurde schnell ausgeführt und Tjelk Jacob im Sechzehner gelegt. Es gab auch auf der anderen Seite den Strafstoß und Plöger (61.) traf. 3:3 nach einer knappen Stunde und diese Partie wurde ihren Erwartungen absolut gerecht. Trotz des schwer zu bespielenden Untergrunds boten beide Teams ein munteres und gutes Fußballspiel. Nach dem Ausgleich sollte Bösdorf/Malente etwas den Faden verlieren, sodass Simon und Max Lafrentz zu Chancen kamen, die allerdings zu ungenau waren. In dieser Phase sollte die Berger-Elf dann allerdings erneut in Führung gehen. Ein Ball in die Tiefe, genau in den Lauf von Brandtner, war der Ausgangspunkt. Anschließend bediente der Außenbahnspieler Thore Meyer, der an den zweiten Pfosten zu Lüdtke flankte, welcher den Ball in die Mitte legte, wo Joker Ole Hoffmann (78.) traf.
Zwölf Minuten vor dem Ende die Führung für Bösdorf, die nun diese über die Zeit bringen wollten. Fehmarn lief an, doch fand nicht mehr viele Lösungen. Es blieb somit beim 4:3, sodass die Serie der Heimmannschaft weiter anhielt. Die Insulaner hatten nach drei Kantersiegen nun erstmals das Nachsehen. Ein schlechtes Spiel war es allerdings keineswegs, doch für die Ostholsteiner kam viel zusammen. Fynn Severin sagte: „Die zweite Hälfte war recht ausgeglichen mit leichten Offensivvorteilen für Bösdorf/Malente, weil wir hinten nicht mehr so kompakt standen. Natürlich ist es ein bisschen unglücklich mit den Gegentoren, wie beim Ausgleich nach Ecke, wo unser Keeper nur weggecheckt wurde, aber nichtsdestotrotz haben wir ein doch relativ gutes Spiel gemacht. Wir konnten uns leider offensiv nicht so entfalten wie erhofft, aber die Verletztenliste war lang und auch die angeschlagenen Spieler hat man gemerkt, je länger das Spiel ging, dass die Kräfte weg waren. Die Viererkette war zusammengewürfelt ohne gelernten Innenverteidiger. Da passiert so etwas natürlich mal. Wir wissen auch, dass in den nächsten Wochen die Gegner kommen, die uns sehr fordern werden. Heute war es einer davon mit Bösdorf/Malente, nächste Woche kommt Saxonia, das wird der nächste sein. Wir hoffen, dass wir das gewinnen und wieder erfolgreich sein können.“
Der siegreiche Coach Benjamin Berger sagte über den Heimsieg seines Teams: „Wir haben mit 3:2 gegen eine sehr gute Fehmarner Mannschaft gewonnen, die auch über 90 Minuten uns das Leben sehr schwer gemacht hat und wesentlich mehr Spielanteile und Torschüsse hatte. Nichtsdestotrotz fahren wir die nächsten drei Punkte ein und bauen unsere Ungeschlagen-Serie weiter aus. Wir haben nicht so viel Zugriff gehabt, wie ich es mir gewünscht habe, da haben wir auf jeden Fall Handlungs- und Besprechungsbedarf. Wir können ein Spiel auch mit weniger Ballbesitz bespielen, aber wir brauchen definitiv mehr Kontrolle darüber. Das müssen wir aufarbeiten, denn am kommenden Wochenende sollen wir nach Tensfeld in die „Kuhle“, das wird auch nicht ganz so einfach. Wir wollen dort weiter dranbleiben, uns weiter verbessern und Klarheit in unserem Spiel schaffen.“
SG Göhl/Oldenburg – TSV Dannau 10:2 (6:0)
Die SG Göhl/Oldenburg zeigte in den ersten vier Spielen zwei Gesichter. Zu Hause ist man eine echte Spitzenmannschaft, bezwang sowohl Kirchbarkau (3:2) als auch Eutin II (7:2) und überzeugte mit starkem Offensivspiel. In der Fremde sah es dagegen anders aus. Zunächst aus Dersau (2:3) und auch aus Gremersdorf (1:3) fuhr die junge Zweitvertretung des Oldenburger SV ohne Punkte nach Hause. Daher freute man sich nun auf das dritte Spiel am Schauenburger Platz und zu Gast war ein Team, bei dem zuletzt der Trend steil nach unten zeigte. Der TSV Dannau reiste an und dies mit drei Niederlagen im Gepäck. Auf den Heimsieg zum Start gegen Rickling folgten die Pleiten gegen Großenbrode (2:3), Bösdorf/Malente (1:7) und Saxonia (1:4). Es ging trotz der Euphorie und dem Auftakt schneller als erhofft in den Tabellenkeller. Dort gilt es, sich nun zu befreien, doch personell sah es nicht optimal aus. Gegen Saxonia mussten gleich mehrere Spieler verletzt raus, die nun auch fehlen sollten. Vor allem Tristan Anders fehlte schmerzlich im Mittelfeld. Bei der Heimelf sollte es wieder Unterstützung aus dem Oberligakader geben. Ricardo Sarau, der nun fest in die Zweite gerückt ist, war dabei, genauso wie auch Rasheed Jano und Mattis Markmann.
Die Gäste wollten hinten kompakt stehen und möglichst lange die Null halten. Dies sollte allerdings nicht wirklich aufgehen. In der ersten Viertelstunde sah es noch ganz gut aus, doch dann kamen die Oldenburger ins Rollen. Mattis Markmann (14./23.) und Rasheed Jano (20./30.) sollten nach einer halben Stunde bereits auf 4:0 stellen. Es folgten binnen weniger Momente durch Adrian Zedlewski (31.) und Tim Doormann (33.) zwei weitere Tore, sodass es zur Pause bereits 6:0 stand. Es war eine deutliche Angelegenheit und für den Aufsteiger drohte eine echte Klatsche.
Die zweite Hälfte sollte so beginnen, wie die erste aufhörte. Doormann (52.) stellte auf 7:0, bevor auch Tim Röben-Müller (53.) sich in der Torschützenliste wiederfinden sollte. Die Offensive der Heimmannschaft war für den TSV nicht zu stoppen. Sie wurden komplett überrannt. Dennoch sollte der Treffer durch Meeno Scheer (60.) per Elfmeter für den Gast fallen. Spannung brachte dies nicht, denn schnell folgte durch Noel Linke (66.) das neunte Tor. Zedlewski (71.) machte es zweistellig, doch das Schlusswort hatte Dannau. Sven Bethke (84.) traf zum 2:10. Dennoch war es ein ganz harter Nachmittag für den Aufsteiger, der komplett chancenlos war.
Die SGGO feierte einen Statement-Sieg und durfte stolz auf einen starken Auftritt sein. Trainer Mario Markmann sagte: „Das war ein überzeugender Auftritt und eine sehr starke Leistung. Das ist der Fußball, den wir spielen wollen und der Spaß macht. Die Jungs haben von der ersten Minute an konzentriert und druckvoll gespielt. Durch schnelle Passkombinationen sowie hohe Laufbereitschaft und viele Positionswechsel haben wir eine Vielzahl von Torchancen erspielt. Am Ende hatten wir gegen einen eher defensiv eingestellten Gegner über 30 Torabschlüsse. Wir müssen natürlich aus der Vielzahl der Chancen mehr Tore machen. Zudem ist ärgerlich, dass wir in einem Spiel, das wir komplett unter Kontrolle haben, durch kleine Unachtsamkeiten schon wieder zwei Gegentore bekommen. Dagegen ist positiv, dass die Jungs in der zweiten Halbzeit die Einstellung und den Spaß trotz hoher Führung hatten, konzentriert weiterzuspielen.“
SV Kirchbarkau – SG Dersau/Kalübbe 4:3 (3:0)
Der SV Kirchbarkau ist für eigentlich alle Mannschaften in der Kreisliga Südost eine große Unbekannte. Somit machen sich die Teams auf den Weg zum Aufsteiger von 2024/25, doch ohne groß zu wissen, was auf sie wartet. So ging es Cismar (3:2) und Lütjenburg (6:0), die sich auf dem Platz an der Heinz-Storm-Straße enorm schwergetan haben. So sollte es nun auch der SG Dersau/Kalübbe gehen. Diese erwischte einen Fehlstart, gewann nur eines von vier Spielen zum Start, sodass ein Sieg am Sonnabend eigentlich schon Pflicht war. Personell fehlte Torjäger Dustin Riedel und Steffen Uhl sollte nur auf der Bank Platz nehmen. Kirchbarkau war sehr gut besetzt und hatte vor allem einen Spieler in den Reihen, der absolut den Unterschied machte. Jesse Schlüter war der klare Mann des Tages. Dieser sollte nach einer halben Stunde für die Führung der Hausherren sorgen. Ein Schuss aus 25 Metern zappelte im Netz, wobei Torhüter Felix Köbis, der Simon Ehrk vertrat, nicht gut aussah. Kurz vor der Pause sollte der SVK nachlegen. Eine Kombination zwischen Luis Schröder und Sascha Böttcher war es, sodass Erstgenannter (43.) einschob.
Dersau lief also erneut einem Rückstand hinterher, tat sich offensiv sehr schwer. Den „Keilern“ fiel kaum etwas ein. Holger Böttcher reagierte und brachte Gustav Rasmus und Steffen Uhl. Es sollte die Wende geben, doch nur kurz nach Wiederbeginn fiel schon das dritte Tor. Wieder zog Schlüter (48.) ab und diesmal war Köbis chancenlos. Der Unterschiedsspieler schnürte den Dreierpack. Es schien so, als wäre die Partie entschieden, doch dem war nicht so. Dersau hat in der Vergangenheit oft gezeigt, dass sie zurückkommen können in solchen Spielen. So war es auch am ersten Spieltag bei Saxonia, wo spät ein 0:2 aufgeholt wurde. Damals wie nun auch am Sonnabend sollte vor allem einer bei der Aufholjagd eine wichtige Rolle spielen. Joker Uhl (63./65.) schnürte den Doppelpack. Zunächst klärte Kirchbarkau nicht richtig, sodass er aus der zweiten Reihe traf. Beim 2:3 sollte ein Fehler im Spielaufbau zum Gegenstoß über die rechte Seite führen, der den Weg ins Tor fand. 13 Minuten vor dem Ende pennte die Heimelf bei einem schnell ausgeführten Freistoß komplett, sodass Marten Biss (77.) zum 3:3 ausglich. Es war wieder alles auf Null, doch das Momentum voll auf Seiten der Gäste. Der Treffer fiel allerdings für die Mannschaft von Niklas Hass. Sein SVK kam mit einem langen Ball von Marc Witt zu Felix Viehweger (81.), der Köbis tunnelte zum 4:3. Es war der Endstand, sodass Kirchbarkau den dritten Heimsieg feierte. Dersau bleibt weiterhin außer Form und hat nun schon einen großen Rückstand nach oben.
SC Cismar – TSV Gremersdorf 0:3 (0:0)
Der SC Cismar hat den Auswärtsfluch mit einem 4:0-Sieg bei Eutin 08 II besiegelt. Es war ein starker Auftritt gegen den Vizemeister, mit dem ein echtes Ausrufezeichen gesetzt wurde. Nun sollte nachgelegt werden und dies zu Hause, wo man sich bekanntermaßen am wohlsten fühlt. Die Grömitzer sind schließlich eine Heimmacht, denn fast ein ganzes Kalenderjahr blieb man ohne Niederlage. Dies sollte sich auch nicht ändern am Sonnabend, wenn es nach dem SCC ging, denn dann würde sich die Serie jähren. Doch es reiste ein Gegner an, der in dieser Saison in den ersten vier Spielen ungeschlagen blieb. Der TSV Gremersdorf holte acht von zwölf Punkten, haderte bei den beiden Remis gegen Bösdorf/Malente (2:2) und FSG Saxonia (1:1) mit der eigenen Chancenverwertung. Nun mit Blick auf das Spiel am Sonnabend im Stadion der Sonnenseite sollte es auf beiden Seiten personell sehr schwierig aussehen. Der TSV musste auf zahlreiche Spieler verzichten, darunter Dustin Gabbey, Luca Zielinski und auch den zuletzt formstarken Felix Severin. Gleichzeitig kehrte Rene Klein zurück in die Startelf, nachdem er zuletzt ausgebremst wurde. Bei Cismar sah es personell ganz düster aus. Bennet und Vincent Kern (Urlaub), Lennard Siebrecht (Urlaub), Paul Schröder (Knie), Tom Andres, Stanko Novak und Ben Boller fehlten allesamt.
Die Ausfälle beim SCC machten sich stark bemerkbar, denn sie konnten gerade in der Offensive nicht kompensiert werden. Linus Munzel und Linus Kluge sollten vorne für Torgefahr sorgen, doch dies ging kaum auf. Es gab kaum Durchkommen gegen die kompakten Gäste, auch wenn die besten Chancen der ersten 45 Minuten auf das Konto der Grömitzer gingen. Dort sollte sich vor allem einer der Gäste auszeichnen. Christian Ippig sagte: „In der ersten Halbzeit können wir uns bei unserem Keeper Fabian Mandt bedanken, dass wir nicht in Rückstand geraten nach einem Eckball. Nach vorne haben wir zu ungenau gespielt, die Außenpositionen nicht gehalten, sodass wir nur zu Weitschüssen kamen. Ansonsten eine ausgeglichene Halbzeit.“ So blieb es nach 45 Minuten torlos an der Gildestraße. Im zweiten Durchgang steigerte sich der Verbandsligaabsteiger: „Mit Beginn der zweiten Halbzeit haben wir das Kommando übernommen und das Spiel bestimmt. Defensiv haben wir nichts zugelassen und vorne endlich auch mal unsere Chancen, wenn auch nicht alle, genutzt.“
Jonas Kock (49.) traf kurz nach Wiederbeginn zur Führung. Mit dem 2:0 durch Merlin Schöning (66.) sollte die Messe gelesen sein, denn dem SCC fiel nichts ein. Joker Rune Jäkel (90.) setzte sogar noch einen drauf zum 3:0, sodass der TSV weiterhin ungeschlagen bleibt. Ippig sprach von einem hochverdienten Auswärtssieg und lobte sein Team: „Ein Riesenkompliment an die Jungs, die sehr strukturiert und erwachsen gespielt haben. Ron Kruse, der trotz Knöchelproblemen 90 Minuten durchgespielt hat, aber top verteidigt hat, ist ein gutes Beispiel für die ganze Mannschaft. Wie gesagt, Top-Einstellung der Jungs.“ Zudem setzte er fort: „Ein Lob geht an das Schiri-Team, das einen sehr guten Job gemacht hat.“ Beim SC Cismar war die Gefühlslage nach dem Spiel etwas anders. Man musste sich vor allem eines eingestehen: „Schwaches Spiel unserer Mannschaft. In der ersten Hälfte gab es wenig Chancen auf beiden Seiten. In der zweiten Halbzeit haben wir mit vielen unnötigen Fehlpässen den Gegner stark gemacht. Auch in den Zweikämpfen haben wir zu viel Raum gelassen und selten Zugriff gefunden. Leider waren die Ausfälle von einigen Leistungsträgern nicht zu kompensieren. Nun heißt es, Fehler aufzuarbeiten und es Freitag in Dannau besser zu machen“, wie Sascha Pretzel verriet.
FSG Saxonia – FT Preetz 2:1 (0:1)
Die FSG Saxonia hat mit dem 4:1-Auswärtssieg beim TSV Dannau den ersten Dreier der Saison geholt. Nach zwei Punkten aus drei Spielen und zwei verspielten Führungen war der Erfolg beim Aufsteiger enorm wichtig für die Mannschaft von Tobias Becker. Ein Selbstgänger war dieser allerdings auch nicht, denn erst in der Schlussphase platzte der berühmte Knoten. Nun war das Ziel ganz klar nachzulegen, doch die Remis-Könige der Liga trafen aufeinander. Zwei Remis bei Saxonia standen sogar drei bei der FT Preetz gegenüber, wobei man dort mit einer schwachen Chancenverwertung haderte und vor allem gegen Großenbrode (1:1) den Dreier verpasste. Klar war allerdings auch, dass sich die FT auch noch nicht geschlagen geben musste. Personell hatten beide Trainer einen großen Kader zur Verfügung, sodass sowohl Saxonia als auch Preetz zuversichtlich ins Spiel gehen sollten. Taktisch stand bei der Heimelf noch ein großes Rätsel bevor, denn nachdem in den ersten Wochen noch auf eine Viererkette gesetzt wurde, sollte am Sonnabend nun, wie beim Sieg in Dannau, wieder eine Dreierkette auflaufen. Aus dem 3-4-3 heraus stellte man den Gegner vor Herausforderungen, der sich von dieser taktischen Ausrichtung überraschen ließ.
In der Anfangsphase sollten beide Teams sich noch relativ neutralisieren. Saxonia hatte etwas mehr den Ball, kam dabei viel über lange Bälle. Preetz sollte zweimal durchlaufen, doch ohne zum Torabschluss zu kommen. Es war also eine dürftige Anfangsphase. Nach knapp 20 Minuten sollte dann allerdings der erste Treffer des Tages fallen. Manstein legte quer, sodass Özal Berk (19.) zur Führung traf. Nun sollte man weniger Schüsse für den Treffer brauchen. Neun Minuten später kam die Heimmannschaft zu einer Chance, doch es fehlte an der Präzision. Auf der anderen Seite gab es binnen weniger Minuten zwei gute Gelegenheiten, doch zunächst zog Danberg einen Freistoß knapp vorbei und anschließend scheiterte Berk am Torhüter. So ging es mit einem 0:1 in die Halbzeit in einem Spiel, das wenige Höhepunkte bot.
Nach dem Seitenwechsel sollte es schwungvoll beginnen. Die Heimmannschaft übernahm direkt die Kontrolle und sollte durch den eine Minute zuvor eingewechselten Lukas Danker (47.) ausgleichen. Der Torschütze scheiterte zunächst noch am Torhüter, doch brachte den zweiten Versuch im Tor unter. Im Anschluss hatte Preetz deutlich mehr den Ball, doch kam nicht wirklich zu Chancen. Diese hatten die defensiv stabil stehenden Platzherren, doch Andrej Knaub scheiterte an Stefan Hutzfeldt. Im Anschluss an diesen Abschluss sollte der eingewechselte Offensivspieler im Sechzehner gelegt werden, doch es gab keinen Elfmeter, wo Preetz großes Glück hatte. Die Zeit lief runter und es deutete sich ein Remis an, doch dann war es ein Standard, der in den Strafraum flog, wo Tim Wedemeyer (85.) zur Führung traf. Die FSG drehte das Spiel und war auf Kurs in Richtung erstem Heimsieg. Nun musste das 2:1 nur noch über die Zeit gebracht werden. Preetz warf alles rein, doch kam zu keiner Torchance mehr. Die Abwehr um vor allem Jonas Griese, der dem Team eine enorme Stabilität verlieh, sollte selbst die mehreren Standards in der Nachspielzeit klären. So musste die FT sich erstmals geschlagen geben in dieser Saison, während Saxonia in einem zähen Kreisligaspiel, das am Ende zumindest von der Spannung lebte, die Oberhand behielt und den zweiten Dreier in Folge einfuhr.
TSV Lensahn – Eutin 08 II 7:1 (3:1)
Der TSV Lensahn kam nach der Auftaktniederlage zuletzt immer mehr ins Rollen. Es folgten drei deutliche Siege gegen Lütjenburg (7:1), Kirchbarkau (5:1) und Dersau/Kalübbe (3:0), die klar zeigten, dass man die Mannschaft von Daniel Safadi auf dem Zettel haben muss. Offensiv glänzen die Ratje-Brüder und Haruna Jammeh, zudem kam Neuzugang Connor Prüss immer mehr in Fahrt. Defensiv stand man in Dersau sehr stabil und ließ kaum etwas zu. Nun wartete ein Spiel, das eine Menge versprach. Eutin 08 II reiste ins Jahnstadion und somit der Vizemeister. Dieser ist allerdings nicht gut in die Saison gestartet. Drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen waren nicht das, was man sich vorgestellt hatte in der Kreisstadt, sodass das vor der Saison ausgerufene Saisonziel, das erneute Erreichen der Top-Zwei, bereits nach dem dritten Spiel revidiert wurde. Viel mehr braucht es Geduld am Waldeck. Die Niederlagen gegen Göhl/Oldenburg (2:7) und Cismar (0:4) waren alarmierend, auch wenn man diese realistisch einordnet und dem Spielverlauf nicht voll und ganz widerspiegelte. Die Ergebnisse sind nun mal das, was zählt, sodass die Eutiner schnell wieder in die Spur finden mussten. Personell musste man schauen, wer dabei sein sollte, denn Torjäger Monty Gutzeit kam sowohl am Mittwoch als auch Sonnabend, 24 Stunden vor dem Spiel der Zweiten in Lensahn, zum Einsatz im Landesliga-Team.
Die Startaufstellungen brachten Gewissheit und zeigten, dass man ohne den Torschützenkönig auskommen musste. Auch Jesper Görtz und Leon van den Eeckhaut fehlten, sodass vorne große Personalnot herrschte. Hinten musste Lennard Jakubenko gesperrt aussetzen und auch Rick Jacobsen, der sich das Schienbein brach. Somit musste Trainer Florian Schumacher umbauen. Im 3-5-2 agierte sein Team, wobei Jari Reimer und Jelle Haas die Doppelspitze bildeten. Tempo sollte also klar das Mittel sein, mit dem man Torgefahr erzeugen wollte. Dieses saß auf der anderen Seite überraschend nur auf der Bank. Die Brüder Thorben und Finn-Ole Ratje blieben draußen, womit Daniel Safadi überraschte. Der Grund war keine Verletzung. Also sollte der Fokus auf Connor Prüss und Haruna Jammeh liegen, die an diesem Sonntagmittag kaum zu stoppen waren. Bereits der erste Angriff nach nicht einmal 60 Sekunden ging über die beiden. Jammeh setzte sich an der Grundlinie durch, spielte in die Mitte, wo Prüss nur den Pfosten traf. Früh gab es die Riesenchance der Heimelf. Fünf Minuten später verpasste Jammeh. Lensahn war die aktivere Mannschaft, während Eutin mit einer Fünferkette gegen den Ball verteidigte. Es war eine defensiv ausgerichtete erste Elf.
Nach 17 Minuten sollte Lasse Köppen dann von Oleksandr Chupryna zu Fall gebracht werden. Es gab Freistoß, den Haruna Jammeh (18.) aus 25 Metern mit einer Selbstverständlichkeit im Tor unterbrachte. Lensahn ging in Führung, was zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient war. Zwei Minuten später sollte Wilhelm Gradert einen langen Ball nach vorne schlagen, wo sich Eutin komplett verschätzte, sodass Prüss allein vorm Tor zum Abschluss kam, doch knapp über die Latte zog. Eutin war offensiv harmlos. Zwar näherte sich die U23 an, kam auch mal in den Sechzehner, doch verzeichnete in über 40 Minuten keinen einzigen klaren Abschluss aufs Tor. Ganz anders sah es auf der anderen Seite aus, wo Köppen gut durchsteckte und Prüss (34.) zum 2:0 erhöhte. Die Heimelf spielte es einfach gut aus und war verdient auf Kurs. Aus dem Nichts sollte dann allerdings der Anschlusstreffer fallen. Oleksandr Chupryna (44.) zog ab und traf mit dem ersten Schuss auf das Tor. Die Gäste wollten sich an diesem Treffer hochziehen, doch im direkten Gegenzug scheiterte Prüss an Castells. Es stand die Nachspielzeit an und Lensahn war am Drücker. Jammeh sollte den Verteidiger mit einem Haken stehen lassen und aus der Distanz zum 3:1-Pausenstand treffen.
Ein Zwei-Tore-Rückstand musste aufgeholt werden, wozu die 08er reagierten. Jari Reimer ging raus und Trainer Florian Schumacher übernahm nun selbst die Rolle des Stürmers. Dies hat er bereits in der Oberliga unter Beweis gestellt, doch es blieb dabei, dass der TSV mehr vom Spiel hatte. Prüss zog knapp über das Tor. Es schien dennoch so, als wäre Eutin etwas besser im Spiel, doch genau in dieser Phase war es eine Ecke, die zunächst geklärt wurde, doch nicht konsequent genug, sodass Prüss (51.) den Doppelpack schnürte. Drei Minuten später verlor 08-Keeper Castells noch den Ball an Jammeh, der das leere Tor vor sich hatte, doch der Schiedsrichter pfiff diese Situation wegen eines vermeintlichen Stürmerfouls ab. Dies sollte eine sehr harte Entscheidung sein. Es wäre ziemlich sicher das fünfte Tor des TSV gewesen, doch so fiel dieses zwei Minuten später. Der Ball kam an den zweiten Pfosten, wo Prüss (56.) völlig blank traf. Dort sahen die Gäste erneut nicht gut aus. Die nächste Klatsche drohte, auch wenn fünf Minuten nach dem fünften Gegentreffer plötzlich Schumacher vor dem Tor zum Abschluss kam, den Ball allerdings nicht kontrolliert bekam und vorbeischob. In der Schlussphase erhöhte Lensahn noch auf 7:1, erneut durch den Mann des Tages. Prüss (75./92.) schnürte den Fünferpack und ist endgültig bei seinem neuen Verein, wo er einst in der Jugend spielte, angekommen.
Für Eutin war es die vierte Niederlage im fünften Spiel. Es ist ein absoluter Fehlstart am Waldeck, der alarmierend ist. Man hat sich wie schon gegen Oldenburg und Cismar seinem Schicksal ergeben und am Ende sieben Gegentore kassiert. 19 Gegentreffer in drei Spielen sind ein Wert, der für den Vizemeister trotz Umbruch mit Verjüngung und vielen Ausfällen kaum zu erklären ist. Es sind zu einfache Gegentore und zu wenige Ideen im Spiel nach vorne. Dort gibt es viel Arbeit in der Rosenstadt. Schumacher sagt: „Wir gehen leider völlig unnötig mit 3:1 in die Halbzeit. Wir müssen versuchen, mit einfachem Fußball wieder in die Erfolgsspur zu kommen und dürfen nicht immer gleich so viele Gegentore bekommen. Wir haben zwar einen Umbruch mit vielen neuen und jungen Spielern, aber durchaus auch viele Spieler mit Erfahrung. Diese müssen sich mehr einbringen und vorangehen. In solchen Situationen brauchen wir die Erfahrung der Spieler, damit wir uns als Team aus dieser Situation wieder herausholen können. Dies geht nur gemeinsam und es gilt, in den nächsten Wochen ein anderes Gesicht zu zeigen.“
SV Großenbrode – TuS Tensfeld 1:3 (0:1)
Der SV Großenbrode ist mit vier Punkten aus den ersten drei Spielen gut in die Saison gestartet. Auf die enttäuschende Niederlage gegen den TSV Gremersdorf zum Start folgte ein 3:2-Sieg beim TSV Dannau sowie ein Remis gegen Preetz (1:1). Man hat sich steigern können, auch wenn der Punkt zuletzt eher glücklich war. Dieses Spiel liegt bereits eineinhalb Wochen in der Vergangenheit, sodass man relativ lange Pause hatte. Dies galt allerdings auch für den jüngsten Gegner, den TuS Tensfeld. Beide Mannschaften haben ihr Spiel am Wochenende zuvor verlegt. Tensfeld kam schleppend in die Saison. Auf ein Unentschieden gegen Preetz, wo man 70 Minuten in Unterzahl spielte, folgte eine 2:8-Klatsche gegen Fehmarn. Es war somit nicht der Start, den man sich erhofft hatte, doch Trainer Christoph Hinz forderte Geduld. Schließlich hat man in der „Kuhle“ personelle Veränderungen im Sommer vorgenommen, denn Hinz übernahm zu dieser Saison und mit Levin Stölten ging der Top-Torjäger in die Landesliga. Im dritten Saisonspiel gegen den TSV Lütjenburg haben die Segeberger den ersehnten ersten Saisondreier eingefahren. Mit 2:1, dank Doppelpacker Torge Broetzmann, setzte man sich durch. Nun im Duell mit dem SV Großenbrode wollte man im vorderen Drittel klarer sein und die Chancen nutzen.
Personell sollte der besagte Doppelpacker aus dem Lütjenburg-Spiel fehlen, sodass man umdenken musste. Yannik Teffner übernahm die Rolle ganz vorne und agierte als Stürmer. Luka Pietzsch sollte zudem etwas offensiver ausgerichtet auflaufen. Auf dem Kunstrasen mussten sich die Segeberger erst einmal an den unbekannten Gegner gewöhnen. Es war ein schwungvoller, hektischer Start, in dem beide Mannschaften noch wenig Ruhe in ihrem Spiel hatten und es oftmals an der Präzision fehlte. Tensfeld wurde nach und nach aktiver und kam durch Teffner zum ersten Abschluss. Großenbrode war allerdings ebenfalls im Spiel und sollte sich nach fünf Minuten mit einem Pfostentreffer durch Max Buschmann erstmals anmelden. Dort fehlte nicht viel. Auf der anderen Seite prüfte Pietzsch mit einem direkten Freistoß mal Sebastian Ziegler, der allerdings ohne große Mühe den Ball hielt. Nach knapp 20 Minuten gab es dann eine Ecke für Tensfeld. Von links kam diese an den zweiten Pfosten, wo Großenbrode hinter dem Angreifer stand, sodass Bennet Nagel (19.) zur Führung traf.
Es war bitter für die Ostholsteiner, die bis dahin eigentlich nichts Gefährliches zugelassen hatten und selbst die besseren Chancen hatten. Haythem Abdelbaki, der auffälligste Offensivspieler des SVG, zeigte mal eine starke Einzelaktion, doch zog knapp über das Tor. Es war schon die zweite richtig gute Möglichkeit. Ansonsten war es eine chancenarme erste Hälfte, in der Tensfeld spielerisch klar besser war, doch die Torgefahr eher vom Gastgeber ausging. Der große Unterschied war allerdings das Ergebnis, denn dieses sprach nach 45 Minuten für die Segeberger. Zur zweiten Hälfte wollten die Platzherren besser ins Spiel finden, um schnell den Rückstand zu korrigieren, doch Tensfeld blieb spielbestimmend. Ein Eckball fand Nagel, der an den Pfosten köpfte. Standards waren eine Waffe für den TuS an diesem Sonntag. 20 Minuten vor dem Ende sollte es dann ein zu einfacher Ballverlust im Mittelfeld sein, sodass Pietzsch (69.) abzog und platziert ins Eck schoss. Dies war zu einfach aus Sicht der Heimelf, die vier Minuten später erneut nicht wach genug waren. Ein Eckball konnte nicht richtig geklärt werden, sodass Nagel (73.) den Doppelpack zum 3:0 schnürte.
Tensfeld machte aus wenigen Chancen drei Tore und bestrafte die Unachtsamkeiten des SV Großenbrode gnadenlos. Dieser sollte im Anschluss allerdings den Druck erhöhen und mutiger werden. Sie gingen vorne drauf und kamen tatsächlich zum Anschlusstreffer. Nach Zuspiel von der rechten Seite war es Jonas Jaudzim (8.), der traf. Die Ostholsteiner waren mutig und näherten sich an. Shafi Azizi zog völlig blank am Tor vorbei. Zwei Minuten später bekam der SVG eine sehr gute Freistoßmöglichkeit, doch Tom Deiterding bekam diesen nicht aufs Tor. Tensfeld bekam immer wieder Konter, die allerdings nicht gut ausgespielt wurden. Am Ende gab es den 3:1-Auswärtssieg der Mannschaft vom Bahndamm, die die Unachtsamkeiten der Heimelf um die 70. Minute gnadenlos bestrafte. Trainer Christoph Hinz zog folgendes Fazit: „Die Jungs haben sich den Sieg heute verdient. Wir kannten Großenbrode vorher nicht und mussten uns erstmal auf ihre Spielweise einstellen. Auf dem kurzen Platz haben sie viel mit langen Bällen gearbeitet, das haben wir aber mit der Zeit immer besser verteidigt. Zum Ende verlieren wir nochmal kurz den Faden und machen es uns unnötig schwer. Unterm Strich bin ich mit dem Auftritt zufrieden. Wir nehmen die drei Punkte mit und wissen trotzdem, woran wir weiter arbeiten müssen.“
Für Großenbrode war diese Niederlage durchaus vermeidbar. Der Mut der Schlussphase fehlte 75 Minuten, sodass vor allem im zweiten Durchgang zu wenig Gefahr ausgestrahlt wurde. Zudem ließen zwei Standardgegentore den Coach hadern. Peter Thomm sagte: „Es ist eigentlich ein klassisches Unentschiedenspiel. Wir haben genügend Chancen, um auf die Siegerstraße zu kommen, Tensfeld war spielerisch besser. Es sind drei Situationen, in denen wir einfach nicht wach genug sind, davon zwei Standardgegentore. Wir müssen uns das ankreiden und dann wäre das verdient gewesen, wenn es Unentschieden endet, ob 3:3, 2:2 oder 0:0.“
Der 5. Spieltag im Überblick
TSV Lütjenburg – SV Rickling 1:3
SG Bösdorf/Malente – SG Insel Fehmarn 4:3
SG Göhl/Oldenburg – TSV Dannau 10:2
SV Kirchbarkau – SG Dersau/Kalübbe 4:3
SC Cismar – TSV Gremersdorf 0:3
FSG Saxonia – FT Preetz 2:1
TSV Lensahn – Eutin 08 II 7:1
SV Großenbrode – TuS Tensfeld 1:3







