
Lübeck – Das überrascht: Beim VfB Lübeck steht ein personeller Einschnitt bevor. Carsten Abbe wird sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender sowie als Mitglied des Aufsichtsrates niederlegen. Der Rücktritt soll nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juni erfolgen, auf der auch über die geplante Ausgliederung entschieden wird.
In einer ausführlichen Erklärung, die HL-SPORTS vorliegt, machte Abbe deutlich, wie schwer ihm dieser Schritt fällt: „Diese Entscheidung fällt mir alles andere als leicht. Sie ist für mich nicht nur ein formaler Schritt, sondern eine sehr persönliche und schmerzhafte Entscheidung, die ich mir über einen langen Zeitraum nicht leichtgemacht habe.“
Grund für den Rückzug sind vor allem persönliche und gesundheitliche Aspekte. „Aufgrund einiger aktueller Veränderungen in meinem Leben sowie aus gesundheitlichen Gründen kann ich dies derzeit leider nicht in dem Maße leisten, wie es der Verein verdient und wie es dieses verantwortungsvolle Amt erfordert.“
Herausfordernde Zeit beim VfB
Die vergangenen Monate beschreibt Abbe als äußerst belastend – sowohl im privaten als auch im sportlichen Umfeld: „Diese Zeit hat viel Kraft gekostet und leider auch deutliche Spuren hinterlassen – nicht nur bei mir persönlich, sondern auch bei meiner Familie.“
Gleichzeitig blickt er mit Dankbarkeit auf die zurückliegenden eineinhalb Jahre zurück, in denen der Verein eine schwierige Phase durchlaufen hat – unter anderem rund um die drohende Insolvenz und das Crowdfunding Ende 2024. Dabei hebt Abbe insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Vorstand hervor: „In dieser Phase, aber auch in der Zeit danach, wurde deutlich, was Vertrauen, Loyalität und gemeinsames Verantwortungsbewusstsein für einen Verein wirklich bedeuten.“
Stabilisierung und wichtige Schritte
Trotz aller Herausforderungen sieht Abbe den VfB Lübeck auf einem guten Weg. In seiner Erklärung verweist er auf wirtschaftliche und sportliche Fortschritte: Schuldenabbau, steigende Mitgliederzahlen sowie sportliche Erfolge wie die Qualifikation für den DFB-Pokal. Auch die geplante Ausgliederung bewertet er als wichtigen Schritt: „Ein weiterer Meilenstein wird – das Votum der Mitglieder vorausgesetzt – die Ausgliederung sein, die von den damit betrauten Personen bisher hervorragend vorbereitet worden ist.“
Appell an den Zusammenhalt
Besonders hebt Abbe den Zusammenhalt im Verein hervor und richtet einen klaren Appell an die Fanszene: „Was mich als Aufsichtsratsvorsitzenden besonders stolz macht, ist die Geschlossenheit dieses Vereins.“ Gleichzeitig wünscht er sich eine Annäherung innerhalb der Fans: „Ich würde mir sehr wünschen, dass sich auch die beiden zerstrittenen Fangruppierungen genau daran erinnern.“
Verbundenheit bleibt
Auch nach seinem Rücktritt will Abbe dem VfB Lübeck eng verbunden bleiben: „Für mich wird am Tag der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juni ein Amt enden – aber niemals die Verbundenheit zu diesem Verein.“
Der Aufsichtsrat bleibt nach seinen Worten weiterhin handlungsfähig und gut aufgestellt. Die kommenden Aufgaben rund um die strukturelle Weiterentwicklung des Vereins werden somit von den verbleibenden Gremien getragen.
Sechs Aufsichtsräte beim VfB
Für ihn rückt im Sommer Paul Manthey als sein aktueller Stellvertreter auf den Chefposten. Der frühere Kicker der Grün-Weißen beendet 2013 seine Kariere in der Lohmühlen-Reserve. Der 43-jährige Unternehmer wurde vor anderthalb Jahren im Kontrollgremium gewählt. Mit ihm damals Jens Burchardt, Eckhard Evers (Vertreter der Abteilungen) sowie Abbe (HL-SPORTS berichtete). Danach kamen Marcel Burdenski (Vertreter des Fankreises), Dennis Tensfeldt und zuletzt Detlef Meyer-Stender.
Bildquellen
- Harms, Abbe, Gudel: Lobeca
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