„Unser klares Ziel ist der Klassenerhalt“ – Ein Neuanfang in Bad Oldesloe

Komplett neue Erste beim VfL Oldesloe

Im Travestadion gab es nach dem Abstieg des VfL Oldesloe aus der Verbandsliga einen Umbruch. Viele Veränderungen wurden vorgenommen. Foto: NvH
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Oldesloe – Der VfL Oldesloe stieg in der vergangenen Saison aus der Verbandsliga ab. Es war kein einfaches Jahr für die Mannschaft aus dem Travestadion, denn es war geprägt von Schwierigkeiten, Trainerwechseln und ausgebliebenem Erfolg. Nur selten gab es Lichtblicke, doch am Ende fehlte die Konstanz, um weiterhin in der Liga vertreten zu sein. Nun gab es in diesem Sommer einen Umbruch, der alles andere als klein war. Es hat sich vieles getan, denn von der ersten Herren des VfL, die im vergangenen Jahr abstieg, ist kaum noch etwas übrig geblieben.

Eien Saison voller Sorgen

Wenn du von 30 Spielen gerade einmal fünf für dich entscheidest und nur 17 Punkte auf dem Konto hast, dann ist es kaum noch möglich, in ein weiteres Verbandsligajahr zu gehen. Dies war auch dem VfL Oldesloe bewusst, der nach einer enttäuschenden Spielzeit den Gang in die Kreisliga antreten musste. Viele Probleme verschiedener Arten begleiteten die Stormarner in der abgelaufenen Spielzeit. So gab es mehrere Veränderungen auf der Trainerposition, zahlreiche personelle Ausfälle, sodass der Kader regelmäßig massiv ausgedünnt war. Zwar gab es Auftritte, die Hoffnung machten, doch dem standen auch echte Debakel gegenüber, bei denen der VfL jegliche Verbandsligatauglichkeit infrage stellte. Die Folge war der Abstieg mit am Ende elf Punkten Rückstand aufs rettende Ufer. Das große Problem war dabei klar die Defensive, die sich mit 95 Gegentoren und somit über drei pro Spiel als löchrig und höchstanfällig präsentierte. Die Oldesloer waren ein Rätsel, denn der Kader hatte durchaus Verbandsligaqualität. Spieler wie Jesse Neumann, Hardy Klement, Sander Regenthal, Luca Kähler oder aber Theo Kübler, der vom SV Eichede zurückkehrte und viele Spiele verletzungsbedingt verpasste, haben hohe Qualität und spielen nicht ohne Grund auch in der kommenden Spielzeit Verbandsliga.

Umbruch

Nun stand ein Umbruch in der Kreisstadt Stormarns an. Aus der letztjährigen Ersten sind kaum noch Spieler übrig geblieben, einzig Routinier Kemal Akin bleibt aktiv im Kader. Ansonsten gibt es eine komplett neue erste Herren. Bestehen wird diese zum Großteil aus Spielern der vergangenen Zweiten. Diese wurde Fünfter in der Kreisklasse B und stellte die drittbeste Offensive der Liga. Die große Stärke könnte also auch in der Kreisliga die vordere Reihe sein, wobei nun eine deutlich größere Herausforderung wartet. In den Vorbereitungsspielen, wovon es gerade einmal eines gab, zeigte sich, dass man vorne genau weiß, wo das Tor steht, doch hinten eine große Anfälligkeit besteht. So verlor man mit 6:7 gegen Dynamo Schwerin II trotz 5:1-Führung. Zuletzt stand am Freitagabend das erste Pflichtspiel an und dieses wurde deutlich verloren. Gegen den Kreisligaaufsteiger TSV Zarpen, der allerdings in der Süd-Staffel an den Start geht, musste man sich deutlich mit 0:5 geschlagen geben. Es war eine bittere Klatsche, die nach einem 0:4-Rückstand zur Pause noch einigermaßen glimpflich ausgefallen ist. Cheftrainer der Mannschaft ist David Elke, der zuletzt beim SV Schackendorf II als Trainer tätig war. Lennart Gossow, der ursprünglich als Chefcoach gemeinsam mit Elvedin Tajic aus der Zweiten in die Erste aufrücken sollte, übernimmt die Rolle des Sportlichen Leiters. Elke war als Coach der Zweitvertretung zunächst geplant, doch es kam anders. Man entschied sich gegen zwei Herrenmannschaften und meldete daher nur noch eine.

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Lennart Gossow ist der Sportliche Leiter des VfL. Foto: VfL Oldesloe

Mannschaft soll sich kennenlernen

Es war also alles andere als ruhig in diesem Sommer beim VfL Oldesloe, umso mehr hofft man nun auf mehr Ruhe und Stabilität im Herrenbereich. Neu-Trainer Elke sagte zur Vorbereitung: „Die Vorbereitung beim VfL Oldesloe verlief bisher sehr positiv. Im Juni haben wir uns zunächst einmal pro Woche zum freien Kicken getroffen, um die Fitness aufrechtzuerhalten und uns als Mannschaft besser kennenzulernen. Seit Ende Juni sind wir dann in die intensive Vorbereitung gestartet. Mit durchschnittlich 20 bis 22 Spielern im Training ist die Beteiligung sehr gut.“ Zudem setzte er fort: „Viele Jungs kannten sich bereits privat, gleichzeitig haben wir aber auch einige Neuzugänge. Deshalb liegt unser Schwerpunkt in der Vorbereitung darauf, dass sich die Mannschaft findet, sich jeder besser kennenlernt und die Stärken sowie Schwächen der Mitspieler erkennt. So können wir uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam besser werden. Die ersten Eindrücke sind durchweg positiv. Die Jungs sind hoch motiviert, haben richtig Lust auf die Saison und setzen neue Inhalte schnell um. Das macht als Trainerteam natürlich viel Spaß.“

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Klassenerhalt das Ziel

In der Liga zählt man, obwohl man als Verbandsligaabsteiger an den Start geht, nicht unbedingt zu den Favoriten. Dies zeigte auch das besagte Pokalspiel, in dem man hart in der Realität ankam. Es braucht Zeit im Travestadion, denn es ist ein Neuanfang für den VfL. Um langfristig hier etwas aufzubauen, muss man daher zunächst realistisch und vorsichtig an die Sache gehen. Daher ist das Ziel für den neuen Coach klar: „Unser klares Ziel ist der Klassenerhalt. Dabei wollen wir eine stabile Art von Fußball spielen. Jeder soll unser System kennen, seine Aufgaben verstehen und diese konsequent umsetzen – unabhängig davon, ob er auf dem Platz steht oder die Mannschaft von der Seitenlinie unterstützt. Einsatzbereitschaft ist für uns selbstverständlich. Wir wollen in jedem Spiel 110 Prozent geben. Nach Niederlagen wischen wir uns den Mund ab, analysieren die Fehler und gehen fokussiert in die nächste Trainingswoche. Aber auch nach Siegen oder Unentschieden bleiben wir auf dem Boden und arbeiten mit der gleichen Motivation weiter. Training ist dafür da, sich Woche für Woche zu verbessern und aus Fehlern zu lernen. Genau diese Entwicklung wollen wir als Mannschaft gemeinsam vorantreiben.“

Machbarer Start?

Zum Start in die Kreisligasaison trifft man auf eine Mannschaft, die sich im vergangenen Jahr in der unteren Tabellenhälfte eingeordnet hat. Der SSV Großensee ist zu Gast. Dort wird es direkt spannend, wie man sich in der neuen Liga präsentiert. Im Anschluss wartet mit dem Gastspiel bei der SG Bargteheide/Hammoor ein potenzieller Abstiegskandidat sowie anschließend Borussia Möhnsen. Der Start ist durchaus machbar, sodass es nicht unwichtig wäre, direkt gut in die neue Saison zu starten. Es folgen im Anschluss nämlich bereits zwei Titelfavoriten mit dem SV Wahlstedt und dem SV Henstedt-Ulzburg.

Bildquellen

  • old2_gossow: VfL Oldesloe
  • VfL Oldesloe: Foto: NvH
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