Lübeck – Der Rücktritt von Mark Seemann als Cheftrainer beim Lübecker SC hat in der Hansestadt für ein massives Gewitter gesorgt (HL-SPORTS berichtete). Der 31-Jährige sprach klar aus, was schon in den vergangenen Monaten ein Gerücht war. Der Haussegen am Thomas-Mann-Platz hängt schief und die Zukunft der kompletten Sparte steht auf dem Spiel – schon wieder.

Mark Seemann ist beim Lübecker SC zurückgetreten. Foto: Lietz

Kapitän geht auch!

Nun legt die Mannschaft zum größten Teil nach und will nicht weiter für den Kreisligisten auflaufen. Stefan „Ute“ Utescher haute in die gleiche Kerbe, wie schon am vergangenen Montag sein Coach Seemann. Der Kapitän hat am Dienstag seine Kündigung abgegeben und will nicht mehr für seinen Heimatverein auflaufen. Mit ihm soll ein dreiviertel der Mannschaft gleich die Segel mit streichen.

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„Verein muss Grenzen aufgezeigt werden“

„Jan Mews und ich haben die Kündigung bereits abgegeben. Namentlich möchte ich ungerne andere nennen. Aber in unserer Whats App-Gruppe der Mannschaft haben sich 20 Leute dazu entschieden diesen Weg mitzugehen. Ob sie dieses letztlich tun, kann ich so nicht sagen, jedoch waren wir uns alle einig, dass unter diesen Rahmenbedingungen eine Fortführung absolut undenkbar ist. Zudem muss der Verein und die Verantwortlichen dafür auch Mal ihre Grenzen aufgezeigt werden“, so der 34-Jährige bei HL-SPORTS.

Feierabend in der „Vollkatastrophe“

Utescher legt nach: „Es gibt arge Probleme, die Mark ja schon in seinem Statement ansprach. Es geht gar nicht um die Vorkommnisse in den vergangenen Wochen, sondern es ist die Summe aus den Jahren zuvor. Ich bin selbst 28 Jahre in diesem Verein, musste aber jetzt feststellen, dass über einen sehr langen Zeitraum die Kommunikation und das Untereinander sehr grenzwertig war und wie man miteinander umgegangen ist. Ich habe immer versucht zu vermitteln, aber es klappt einfach nicht. Jetzt ist Feierabend. Wir wollen für den Verein kein Spiel mehr machen. Eine spielfähige Mannschaft wäre nicht mehr vorhanden und wie der Verein dann damit umgeht, müssen die handelnden Personen sehen. Ich kann derzeit jedem absolut raten sich das dreimal zu überlegen beim LSC etwas zu machen, nur weil jetzt vielleicht ein Platz frei geworden ist, solange diese beiden Personen in der Abteilungsleitung und im Vorstand des Vereins da sind. Es sind Grenzen überschritten worden und das ist nicht zu akzeptieren. Es ist eine absolute Vollkatastrophe.

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Thomas-Mann-Sportplatz des Lübecker SC. Foto: Lobeca/Michael Raasch

Warten auf das Wunder in der Thomas-Mann-Straße

Sollte nach diesen Aussagen nicht noch ein Wunder in der Thomas-Mann-Straße passieren, ist zum aktuellen Zeitpunkt davon auszugehen, dass die Mannschaft vom Spielbetrieb zurückgezogen werden müsste. Nach dem Rückzug aus der Landesliga dürfte der Lübecker SC dann für lange Zeit von der Kreisliga-Bühne verschwinden… Eine Anfrage von HL-SPORTS blieb vom Verein bisher unbeantwortet.

Thomas Klingbiel, Andreas Beyer und Uwe Buchholz. Foto: sr

Ende einer Erfolgsgeschichte droht

Der Lübecker SC: Nach dem Abstieg aus der Kreisliga in der Saison 2014/15 schaffte ein junges Team um das heutige Trainer-Trio Beyer, Buchholz und Klingbiel vom Sereetzer SV den sofortigen Wiederaufstieg und marschierte mit zwei weiteren Meistertiteln direkt in die Landesliga. Dort hielt man sich zwei Jahre und nach dem Abschied vieler Akteure startete Seemann einen Neuanfang als Aufsteiger in der Kreisliga. Zwei Mal schaffte es der Club neben der TMS bereits. Ein drittes Mal dürfte deutlich schwerer sein. Derzeit stellt der ehemalige Vorzeige-Club, was Nachwuchsarbeit angeht nur noch eine Kleinfeld-C-Junioren-Mannschaft und ein E-Jugend-Team. Dazu kommt die Altherren-Spielgemeinschaft mit TuS Lübeck 93 und eine Frauen-Mannschaft in der Kreisklasse.

Bildquellen

  • Thomas-Mann-Platz: Foto: Lobeca/Michael Raasch
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