VfB Lübeck-Trainer Rolf Landerl macht sich viele Gedanken. Foto: Lobeca

Lübeck – Nachdem der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) vor zwei Tagen in einer Videokonferenz beschlossen hat die Regionalliga Nord immerhin zunächst einmal bis zum 19. April ruhen zu lassen, herrscht zumindest in nächster Zeit ein bisschen Sicherheit bei der Planung der Clubd und damit bei Tabellenführer VfB Lübeck.

„Homeoffice“ für Grün-Weiße

Die Spieler des Viertligisten wurden mit einem Heimprogramm eingedeckt, arbeiten nun weiter individuell zu Hause. Trotzdem herrscht natürlich weiter der Wunsch vor, noch mehr Klarheit zu bekommen. „Wir brauchen weitere, vor allem klare Richtlinien. Mir geht das nicht weit genug mit dem Erlass“, hofft Lübecks Cheftrainer Rolf Martin Landerl auf mehr Weitsicht.

VfB-Training in „normalen Zeiten“. Foto: sr

Landerl fordert mehr Entscheidungen

„Es müssen Entscheidungen her. Der Fußball ist doch längst in weite Ferne gerückt, der allein liegt aber nicht still, sondern ganz Europa tut das“, findet der VfB-Trainer deutliche Worte. Mit Sorge schaut sich der Österreicher die allgemeine Entwicklung, natürlich auch die in seiner Heimat an. „Die betrüblichen Nachrichten reißen überall nicht ab. Inzwischen müssen zum Beispiel Ärzte auf der ganzen Welt entscheiden, ob ein infizierter 40-Jähriger gerettet wird, oder ein 60-Jähriger.“ Dementsprechend weit entfernt sei auch der Sport. „Stand jetzt ist nicht einmal an ein Mannschaftstraining zu denken. Die Verantwortung, das Wohl aller ist viel wichtiger.“

Unverständnis beim Österreicher

Um dem Virus Herr zu werden wünscht sich der Familienvater eigentlich noch weitreichendere Maßnahmen in Deutschland, als die zuletzt beschlossenen. Gerade die Tatsache, dass einige Menschen anscheinend noch nicht verstanden haben was die Stunde geschlagen hat, teilweise sogar so genannte „Coronavirus-Partys“ gefeiert werden, stoßen auf Unverständnis. „So etwas ist doch unglaublich. Da gefährden einige Leute fahrlässig ganz viele andere.“ Übrigens: In Österreich fährt auch deshalb inzwischen schon längst die Miliz, die öffentliche Plätze in Krisengebieten kontrolliert. „In Deutschland ist man da noch nicht so weit…“