VfB Lübeck: Harte Strafe für Florian Riedel nach dessen öffentlicher Kritik

Florian Riedel (VfB Lübeck). Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Lübeck – Nach der öffentlichen Kritik von Florian Riedel an Sportdirektor Rocco Leeser hat der VfB Lübeck eine Entscheidung gefällt. Der Abwehrspieler wurde vom Vorstand suspendiert und darf derzeit nicht am Trainings- und Spielbetrieb der Drittliga-Mannschaft teilnehmen. Zudem erhielt er eine Geldstrafe, ist als stellvertretender Mannschaftskapitän abgesetzt und nicht mehr im Mannschaftsrat. Die Suspendierung gilt für eine Woche. In der Folgewoche darf der 30-Jährige wieder mit den Reservisten trainieren und sich wieder für Einsätze empfehlen. Das teilte der abstiegsbedrohte Verein am Dienstagvormittag mit.

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Ist die Suspendierung von Florian Riedel eine zu harte Entscheidung?

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„…mit anderen Dingen befasst“

VfB-Vorstandssprecher Thomas Schikorra erklärte: „Die Aussagen in diesem Interview sind ausschließlich destruktiv, sie erwecken den Eindruck, als stünde unsere Mannschaft über oder neben dem Verein und sie sind auch eine Provokation in Richtung der Verantwortlichen und unserer Fans. Wir haben kein Verständnis dafür, dass ein so erfahrener Profi wie Florian Riedel vor dem Spiel öffentlich den Eindruck erweckt, als sei er gedanklich nicht mit dem bevorstehenden Spiel, sondern mit anderen Dingen befasst.“

VfB Lübeck nimmt Kritik nicht hin

Weiter heißt es in der Mitteilung: „Die öffentlich geäußerte Kritik an Sportdirektor Rocco Leeser ist in dieser Form für den Verein nicht akzeptabel. Dies gilt insbesondere, weil zuvor weder von Riedel noch sonst aus der Mannschaft heraus ein persönliches Gespräch mit Leeser über dieses Thema gesucht worden war.“

Hat Riedel gelogen?

„Darüber hinaus waren Passagen in Riedels Interview so nicht zutreffend. Insbesondere ist – bei allem lobenswerten Engagement der gesamten Mannschaft in der Sache – der Erfolg der Schneeräumaktion gerade auch der Firma Clement Tief- und Straßenbau, einem ständigen Unterstützer des VfB, sowie weiteren ehrenamtlichen Helfern zu verdanken. Zudem war eine Unterstützung bei der Schneeräumung durch eine größere Anzahl Fans entgegen dem Eindruck, den das Interview erweckt, aufgrund der Corona-Bestimmungen gar nicht vorgesehen und ist vom Verein auch nicht beworben worden“, heißt es weiter.

Vize-Kapitän entschuldigt sich

Riedel hat sich für seine Aussagen inzwischen sowohl bei Leeser als auch bei Vorstand und Aufsichtsrat entschuldigt. Allein deshalb war es den Verantwortlichen des VfB möglich, letztlich doch noch von einer noch weit härteren Sanktion abzusehen. Riedel erklärte: „Ich habe mit dem Interview für eine weitere Baustelle in einer für den Verein ohnehin schwierigen Situation gesorgt. Das war nicht meine Absicht. Ich wollte Bereitschaft und Entschlossenheit im Namen der Mannschaft signalisieren, die Kritik an unserem Charakter und unserer Einstellung auf dem Platz zu widerlegen. Es tut mir leid, wenn ich mich dabei missverständlich ausgedrückt habe. Ich versichere, dass ich nie Rocco Leeser, mit dem mich ein gutes Verhältnis verbindet, persönlich kritisieren oder den Verein in ein schlechtes Licht rücken wollte. Rückblickend hätte ich nur Taten statt Worte sprechen lassen sollen.“ Die Strafe durch den Verein hat Riedel akzeptiert und betont: „Ich werde versuchen, meinen Fehler wiedergutzumachen und möchte der Mannschaft auch weiterhin sportlich helfen, damit wir unser gemeinsames Ziel in dieser Saison erreichen.“

VfB-Coach Rolf Landerl muss einen seiner wichtigsten Spieler ersetzen. Foto: Lobeca/Michael Raasch

Wichtige Spiele ohne Stammspieler

Die Grün-Weißen bestreiten somit die kommenden drei Spiele ohne den Stammspieler. Am Sonnabend in Halle, im Nachholspiel gegen Hansa Rostock und danach gegen Viktoria Köln wird er also nicht dabei sein. Trainer Rolf Landerl muss sich für die rechte Seite eine Alternative einfallen lassen. Bis auf die ersten beiden Saisonbegegnung, wo Riedel mit einem Muskelfaserriss verletzt ausfiel, war er in allen anderen 21 Begegnungen in der 3. Liga dabei. Hinter Lukas Raeder (2.160 Einsatzminuten) und Yannick Deichmann (1.870) gehört der Abwehrspieler, der auf 1.833 Minuten Spielzeit kommt, zu den drei wichtigsten Spielern.

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Nun ist offiziell, der VfB Lübeck ist der nördlichste Karnevalsverein Deutschlands!!! Kümmert euch um den Klassenerhalt und diskutiert nicht wer mit wem und wieso weshalb und warum den Platz vom Schnee befreit hat!!!

Leeser darf die Mannschaft öffentlich kritisieren, aber als Spieler darf man nicht mehr öffentlich sagen, dass einem das nicht passt…ah ja…

Ja, Riedel hat einen Fehler gemacht, der allein der Situation geschuldet ist.
Die Strafe aus meiner Sicht nicht verhältnismäßig, spiegelt aber die Schwäche der Verantwortlichen wieder.
Das ändert sich auch nicht mit den ausführlichen Aussagen von Herrn Schikorra, im Gegenteil.
So konsequent hätte man lieber bei der Kaderplanung sein sollen!!!

Da zeigt mal einer Charakter, und schon wird er einen Kopf kürzer gemacht. Und nicht nur völlig unverhältnismäßig öffentlich abgestraft, sondern gleich auch noch gedemütigt: Der „Erklärung“ von Florian Riedel steht doch ins Gesicht geschrieben, dass sie nicht von ihm, sondern vom Vorstand formuliert ist. Die Ältesten erinnern sich: Solche Form erzwungener öffentlicher Selbstkritik war in der DDR an der Tagesordnung, in einer von freier Meinungsäußerung geprägten Kultur ist sie, um es mit Rocco Leeser zu sagen,“ unwürdig“. Keine Frage, die Spieler einer Fußballmannschaft müssen sich kritisieren lassen, auch öffentlich. Sie müssen sich dann aber auch öffentlich zur Wehr setzen… Weiterlesen »

Genau, eine Strafe hinter dem Kulissen, eine Pressemitteilung, in der man die Mannschaft, die Fans und den ganzen Verein nochmal auf den Abstiegskampf heiss macht und fertig.

Die jetzige „milde“ Strafe soll er nur bekommen haben, weil er sich öffentlich entschuldigt hat…was hätte er denn sonst für ne Strafe bekommen??? (Lebenslanges Schneeschieben auf der Mühle?)

Vorstand und Mannschaft schwächen sich gegenseitig und die Konkurrenz lacht sich kaputt…

Bis auf die Fans ist sehr sehr wenig 3.Liga tauglich…

Das gärt doch schon länger im Verein oder wie will man sich die letzten Monate/Ergebnisse erklären?! Der Vorstand reagiert völlig überzogen und dünnhäutig und sucht den Schuldigen in der Mannschaft fuer den spoprtlichen Niedergang. Schnoor wurde auch raus gegeekelt, da hätten die Alarmglocken schon schrillen muessen. Die Märchenerzähler sitzen im Vorstand und Riedel ist das Bauernopfer. Völlig kontraproduktiv lässt die Führung die Angelegenheit endgültig eskalieren und streut bewusst weiter Salz in die Suppe.