Lübeck – Seit dem denkwürdigen 13. März 2026, wo ein einfach nur „dämlicher Angriff“ von Teilen einer Gruppierung des VfB Lübeck, mit Unterstützung von Hamburger „Fans“, gegen eine andere VfB-Gruppierung stattfand, auch Unbeteiligte zu Schaden kamen, ist nichts mehr wie es war bei den Grün-Weißen. Das Conti-Dorf ist seitdem geschlossen, die Pappelkurve war es lange Zeit ebenfalls. Aktuell darf diese nur von einer Partei des Fan-Konflikts benutzt werden. Das Gros der „normalen Fanclubs“, die früher ein fester Bestandteil der Pappelkurve waren, bleiben dieser auch weiter fern. Eine Rückkehr zur Normalität scheint weit weg. In einer Endlosschleife befindet sich auch weiterhin das Thema Unterstützung von Lübecker Fans auswärts. Auch beim nächsten Halt für die Mannschaft, am Montag (19 Uhr) in der Regionalliga Nord beim SSV Jeddeloh II, wird es weiterhin keine – das unerfahrene Team von der Lohmühle könnte die sicherlich im Kampf um den Klassenerhalt gut gebrauchen – organisierte Unterstützung geben. Die Botschaft an die eigene Anhängerschaft vom VfB Lübeck war unter der Woche deutlich: Bitte zu Hause bleiben, es gibt wieder keinen Gästeblock!
Bitter
Doch was kann man machen? Schuld daran ist diesmal nicht etwa die berüchtigte Rivalität mit gegnerischen Fanlagern, sondern der immer noch anhaltende, tiefe Graben in der eigenen VfB-Anhängerschaft. Ein „Phänomen“, mit dem der VfB Lübeck im deutschen Fußball mittlerweile leider ein echtes Alleinstellungsmerkmal genießt: Einen monatelangen, faktischen Auswärts-Ausschluss der eigenen Fans – exklusiv importiert durch ungelöste interne Fehden.
Versucht…
Dabei hat der Verein zunächst keineswegs tatenlos zugesehen. Noch unter dem Mitwirken von Dr. Dieter Gudel (damaliger Vorstand) und dem ersten Mediator Wolfgang Piest (Ehrenrat), wurde einiges versucht und kommuniziert. Nach dem „Abgang“ von Gudel allerdings wurde auch Piest sofort aus dem Prozess „abgezogen.“ Trotzdem ging es weiter: Mitte Juli verkündete die Clubführung den Start eines strukturierten Dialogprozesses unter externer, professioneller Mediation. Seitdem verstreichen die Wochen, verfärben sich die Blätter. Die bittere Wahrheit nach über drei Monaten: Der neue Mediator (aus Ingolstadt?) kann trotz geführter Gespräche auch nicht wirklich was vorweisen mit Blick auf die unbefriedigende Situation. Ein lückenlos fortgeführter Reise-Stopp für Lübecker Auswärtsfahrer bahnt sich regelrecht an, oder anders ausgedrückt: Man schafft es auf der Lohmühle seit dem Sommer nicht, zwei zerstrittene Fraktionen derselben Fankurve so weit zu befrieden, damit nun zum Beispiel ein niedersächsischer Dorfklub wie Jeddeloh II nicht sofort die Tore verriegeln muss.
Kostenfaktor?
Dass eine professionelle Konfliktberatung auf diesem Niveau im normalen Wirtschaftsleben Stundensätze aufruft, bei denen jedem Finanzvorstand schwindelig wird, setzt der Geschichte vielleicht auch etwas die Krone auf. Während dem Verein drohen Sponsoren von der Fahne zu gehen und die Einnahmen womöglich schwinden, leistet man sich eventuell sogar den Luxus einer gefühlt ewigen Mediation ohne sichtbaren Output. Am 27. Oktober steht die Generalversammlung an. Spätestens dort sollte es Aufklärung geben, werden sich der Vorstand und Gremien wohl auch die Frage gefallen lassen müssen, ob dieser Prozess eigentlich noch der Konfliktlösung dient – oder nur noch der professionellen Verwaltung des Stillstands.
Training
Heute steigt ab 10 Uhr das Abschlusstraining vor dem Match am Montag (19 Uhr) in der Regionalliga Nord.
Bildquellen
- VfB Lübeck: sr






