„Du hast zwar erst morgen Geburtstag, aber dein schönstes Geschenk kann ich dir jetzt schon verkünden: Der VfB Lübeck hat bei Bayern München mit 3:2 gewonnen!“ Tatsächlich? Ich konnte es kaum glauben, hatte ich doch zuvor schon das eine oder andere Mal vergeblich auf einen Sieg gehofft, damit die Chance auf den Klassenerhalt gewahrt werden konnte. Jetzt also – endlich!

Großes Lob für die Moral

Besonders die großartige Moral der Mannschaft verdient höchstes Lob. 0:1 und 1:2 (über das Zustandekommen der Gegentore wollen wir gar nicht reden) lag der VfB zurück – zweimal glich er nur wenige Minuten später durch Tore von Elsamed Ramaj und Ersin Zehir (Handelfmeter) wieder aus. Und für den Höhepunkt – den Siegtreffer – sorgte dann Yannick Deichmann in der 84. Minute, der aber sofort den Ball flach hielt: „Wir haben noch gar nichts erreicht. Das war heute nur der erste Schritt, acht weitere folgen noch!“

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Mindestens vier Siege müssen noch her

Vier (besser fünf) Siege müssen mindestens noch her, denn die mit bedrohten Klubs punkten auch „wie die Weltmeister“. Duisburg gewinnt 2:1 in Verl, Magdeburg bezwingt Ingolstadt

toll mit 2:0, Kaiserslautern hat (sogar in Unterzahl) mit 3:1 gegen Halle das bessere Ende für sich. Nur Uerdingen (1:3 gegen 1860 München) und der SV Meppen (verlor 0:2 bei Türkgücü München) „spielten für den VfB“.

Der VfB hat jetzt noch vier Heimspiele (Kaiserslautern, Ingolstadt, Wehen Wiesbaden und Zwickau), auswärts muss er noch in Mannheim,  Magdeburg, Meppen und Rostock antreten.

Schon das nächste Heimspiel hat es in sich. Am Sonnabend kommt der 1. FC Kaiserslautern zur Lohmühle. Das Hinspiel verlor der VfB Lübeck – wir erinnern uns alle – in den Schlussminuten mit 0:1. Es hatte nach allem ausgesehen, nur danach nicht.

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Allerdings ist der FCK heute ganz anders drauf als damals. Einige Neuzugänge, mit Marco Antwerpen ein neuer Trainer – und schon kommen die Lauterer ins Rollen. Doch es hilft alles nichts: Gegen die „Roten Teufel“ muss der nächste Sieg her. Wenn das klappt, könnte der VfB den Anschluss an die vor ihm stehenden Clubs herstellen, wäre wieder mittendrin im Geschäft. Und er könnte für eine neue grün-weiße Euphorie sorgen, nachdem viele Grün-Weiße den Klassenerhalt schon abgeschrieben hatten.

Wenn die Mannschaft es schafft, mit einer ähnlichen Moral wie in München aufzulaufen, könnte es klappen. Immerhin sind die Landerl-Schützlinge seit vier Spielen ungeschlagen, haben dabei aber nur einen Sieg (den in München) eingefahren. Und Punkteteilungen helfen in dieser Situation leider nicht mehr weiter. Schade, dass ich am nächsten Sonnabend nicht wieder Geburtstag habe. Ich könnte mich an solche Geschenke gewöhnen…

Toll: Hansa 0:0 in Dresden

Der F.C. Hansa Rostock hat einmal mehr seine Klasse bewiesen, trotzte dem Spitzenreiter Dynamo Dresden ein 0:0 ab. Klar, dass die beiden Abwehrreihen dominierten. „Beide Mannschaften wollten auf gar keinen Fall verlieren. Dann sieht ein Spiel genauso aus“, meinte Hansas Torhüter Markus Kolke, der nur zwei- dreimal ernsthaft geprüft wurde (Hosiner hatte Dynamos größte Chance). Für die Rostocker hatte in der Schlussphase Löhmannsröben mit einer artistischen Einlage das Siegtor auf dem Fuß, schlenzte den Ball aber ganz knapp am Tor vorbei. Dresden und Rostock waren trotz ihrer Punkteteilung die Gewinner des Wochenendes, denn Verfolger Ingolstadt verlor wie bereits oben in meinem Text in Magdeburg.

Ich habe meinen Tipp ja schon vor Wochen abgegeben – und ich bleibe dabei. Dresden wird Meister, Hansa Zweiter und Ingolstadt muss in Relegation. Hat jemand was dagegen?

Jens Härtel träumt inzwischen von der Champions League. „Ich würde als fünfter Co-Trainer sofort zu Jürgen Klopp nach Liverpool gehen“ meinte der Rostocker Coach, der sich diesen Traum mit Hansa sicher nicht erfüllen kann. Doch an der Ostsee können sie gelassen bleiben. „Kloppo“ braucht keinen weiteren Assistenten.

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