
Lübeck – Am Mittwochabend überschlugen sich die Ereignisse im Lübeck-Derby zwischen dem Türkischen SV und dem FC Dornbreite (HL-SPORTS berichtete). Nun haben sich sowohl beide Vereine als auch die Polizei zu den Vorfällen geäußert.
„Fußball verbindet. Gewalt trennt.“
TSV: „Die Ereignisse und Bilder des gestrigen Spiels beschäftigen uns sehr und wir wollen dazu nicht schweigen. Der TSV 1982 Lübeck distanziert sich klar und unmissverständlich von jeder Form von Gewalt. Gewalt, Aggressionen und körperliche Auseinandersetzungen haben auf einem Fußballplatz nichts verloren. Sie widersprechen allem, wofür unser Verein steht. Wir werden die Vorfälle konsequent und vollständig aufarbeiten. Alle Beteiligten werden für ihr Verhalten definitiv die entsprechenden Konsequenzen tragen müssen unabhängig davon, in welcher Form sie mit unserem Verein verbunden sind. Gleichzeitig werden wir auf unserem eigenen Sportplatz noch konsequenter für Ordnung und Sicherheit sorgen. Unsere Zuschauer, Familien und Gäste sollen sich bei uns wohl und sicher fühlen. Wer sich an solchen Tumulten beteiligt oder die Grenzen des fairen Miteinanders überschreitet, muss mit deutlichen Konsequenzen bis hin zum Hausverbot rechnen. Uns ist bewusst, dass bei einem Tumult mehrere Seiten beteiligt sein können. Das ändert aber nichts daran: Gewalt ist und bleibt für uns nicht akzeptabel. Wir entschuldigen uns bei allen Zuschauern, Familien und Gästen für die Bilder, die gestern entstanden sind. Das ist nicht der Fußball, den wir sehen wollen, und es ist nicht der TSV 1982 Lübeck, für den wir stehen. Wir übernehmen Verantwortung, wir arbeiten die Ereignisse auf und wir werden daraus Konsequenzen ziehen. Fußball verbindet. Gewalt trennt. Beim TSV 1982 Lübeck hat Gewalt keinen Platz.“
„Fair, respektvoll, leidenschaftlich und gemeinsam“
FCD: „Wir als FC Dornbreite sind über die Ereignisse weiterhin geschockt. Gewalt, Bedrohungen und körperliche Übergriffe haben auf einem Fußballplatz nichts verloren – unabhängig davon, wie emotional ein Spiel zuvor gewesen sein mag. Wir stehen für einen Fußball, der von Respekt, Fairness und gegenseitigem Miteinander geprägt ist. Gerade Spieler, Trainer, Verantwortliche und Zuschauer tragen gemeinsam Verantwortung dafür, welche Werte unser Sport vermittelt und wie unser Vereinssport in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Der FC Dornbreite wird seine betroffenen Spieler bei den bereits eingeleiteten strafrechtlichen Schritten zu 100 Prozent unterstützen und ihnen auch darüber hinaus zur Seite stehen. Wir appellieren gleichzeitig an alle Beteiligten, die Ereignisse sachlich aufzuarbeiten und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Auch der Türkische SV Lübeck mit seinem Staff, seiner Mannschaft und seinen Zuschauern sollte sich kritisch die Frage stellen, ob das Verhalten, das sich gestern nach dem Spiel gezeigt hat, tatsächlich das richtige Bild auf der Lübecker Fußballbühne vermittelt. Fußball darf emotional sein. Fußball darf hart umkämpft sein. Aber Gewalt darf niemals Teil unseres Sports sein. Der FC Dornbreite steht für einen anderen Fußball: fair, respektvoll, leidenschaftlich und gemeinsam.“
Polizei ermittelt
Polizei: „Gegen 21.35 Uhr wurden mehrere Funkstreifenwagen in die Waisenallee zu dem dortigen Sportplatz entsandt, weil es im Rahmen des Fußballspiels zwischen dem Türkischen SV und dem FC Dornbreite zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein sollte und in diesem Zusammenhang sich das Schiedsrichter-Trio in die Umkleide zurückgezogen hatte. Hier stellte sich heraus, dass ein 56 Jahre alter Tatverdächtiger den dortigen Schiedsrichter nach Abpfiff des Spiels bespuckt und auch geschubst haben soll und auch ein 22-jähriger Spieler soll im Zusammenhang mit dem Spiel nach Abpfiff getreten worden sein. Wir ermitteln wegen des Verdachts der Körperverletzung, werten Videomaterial aus und suchen weiter Zeugen, die die Ereignisse nach dem Spiel beobachtet haben. Die weiterführenden Ermittlungen werden durch das zweite Polizeirevier geführt.“


