Wahlstedt springt nach 4:0 an die Spitze – Leezen macht es zweistellig

Trittau II feiert Achtungserfolg

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Wahlstedt – Der 14. Spieltag in der Kreisliga Südwest sollte wieder ein ganz besonderer sein. Bereits mit dem Freitagsspiel in Alveslohe, wo der Tralauer SV verlor, sollte es die erste Überraschung geben. Am Folgetag riss dann eine lange Serie, bevor es am Sonntag zwei dicke Überraschungen gab. Zudem hat die Liga einen neuen, alten Tabellenführer.

SV Henstedt-Ulzburg – Eintracht Segeberg 2:1 (1:0)

Nach zwei sieglosen Spielen wollte der SV Henstedt-Ulzburg wieder dreifach punkten. Der Patzer des Tralauer SV am Freitagabend sollte genutzt und der Abstand auf die Tabellenspitze verkleinert werden. Personell sollte es allerdings schwierig sein, denn nur ein dünner Kader stand dem Top-Favoriten zur Verfügung. Hinzu kam ein Gegner, der alle fünf Auswärtsspiele zuvor gewann und seit fast zwei Jahren nicht mehr in der Fremde unterlag. Der SV Eintracht Segeberg hatte etwas wiedergutzumachen nach der enttäuschenden Niederlage gegen Möhnsen auf heimischem Platz. Henstedt-Ulzburg hatte deutliche Ballbesitzvorteile, doch war nicht wirklich zwingend. Segeberg kam zu einer Chance, diese war allerdings eine der Kategorie Hochkaräter. Sieben Minuten vor der Pause sollte es dann den Elfmeter für die Heimelf geben. Kevin Saam (38.) verwandelte den Strafstoß. Es war die Pausenführung für den Top-Favoriten, der kurz nach Wiederbeginn erneut durch Saam (47.) nachlegte. Die Platzherren waren eiskalt, doch ließen kurz darauf den dritten Treffer liegen, doch Eintracht-Keeper Yannik Ehlers hielt seine Mannschaft im Spiel. Auf der anderen Seite sollte Stürmer Adrian Rupsch (61.) treffen. Nun wurde es richtig spannend und im Gegensatz zur Heimelf hatte der Aufsteiger noch einige Optionen auf der Bank.

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Es folgte Chance um Chance für den Aufsteiger, der mehrfach den Ausgleich verpasste. Der SVHU agierte leidenschaftlich und wehrte sich gegen die Angriffe des Gegners. Am Ende sollte es ein hart erarbeiteter Sieg für Henstedt-Ulzburg sein, der durch die vielen vergebenen Chancen der Eintracht allerdings auch schmeichelhaft war. Für die Mannschaft von Mark Galander sollte es die erste Niederlage in der Fremde seit fast zwei Jahren sein. Der Cheftrainer sagte zur 1:2-Niederlage: „Serie gerissen! Nach 714 Tagen verlieren wir mal wieder auswärts, und dabei war diese Niederlage absolut vermeidbar. Bei mehr Ballbesitz für H-U lassen wir bis zum ersten Torschuss – dem Elfmeter in der 38. Minute – nichts zu. Der Elfmeter selbst war dabei maximal schmeichelhaft, da wir klar vorher den Ball spielen und auf dem seifigen Rasen stoppst du halt eine Grätsche nicht nach 30 Zentimeter. Zur Wahrheit gehört auch: Wir haben auch nur einen guten Torabschluss, aber der war hochprozentig und muss eigentlich rein. Der zweite Torschuss von H-U liegt dann wieder bei uns im Netz. Wir sind da offensichtlich mit der Birne noch in der Kabine. Den dritten Torabschluss hält dann Yannik Ehlers spektakulär gegen zwei freie Spieler und hält uns somit in der Partie. Danach sind eigentlich nur noch wir am Drücker. Dem Anschlusstreffer von Adrian Rupsch folgen diverse hochkarätige Chancen durch viele Spieler – da muss zwingend der Ausgleich fallen. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen, wenn uns dann der ansonsten gute Schiedsrichter ein aus meiner Sicht reguläres Tor in der Nachspielzeit wegpfeift. Trotzdem liefern wir da eine richtig geile zweite Halbzeit ab, in der wir alles versuchen, alles reinknallen. Am Ende sollte es wohl einfach nicht sein. Mein Kompliment an die elf, zwölf Spieler von H-U: Die haben sich komplett den Arsch aufgerissen und sich die Punkte verdient.“

TSV Trittau II – SG Bargteheide/Hammoor 4:1 (1:0)

Der TSV Trittau II hat am Donnerstagabend einen souveränen 4:0-Derbysieg eingefahren. Beim SSV Großensee überzeugte die Zweitvertretung, die ihren ersten Auswärtserfolg der Saison feierte. Nun sollte zu Hause nachgelegt werden, doch mit der SG Bargteheide/Hammoor gastierte die Überraschungsmannschaft der Liga. Diese ging als Tabellendritter in den Spieltag und sollte die ersten fünf Auswärtsspiele allesamt gewinnen. Zuletzt am Mittwochabend feierte man einen souveränen Sieg beim TuS Hartenholm II. Daher ging die SG favorisiert ins Duell mit dem TSV Trittau II. Wie bereits gegen Tralau und Großensee sollte die Heimelf mutig vorne draufgehen. Davon wirkte der Gegner sehr überrascht, sodass die ersten Minuten klar an die Elf von Sören Metzner ging. Es gab früh zwei Großchancen. Nach Fehlpass der SG kam Maximilian Wiebke frei vor dem Tor zum Abschluss, doch er zog über das Tor. Es war direkt eine hundertprozentige Gelegenheit und nur drei Minuten später sollte Alireza Arab an Gästekeeper Lukas Wildner scheitern. Der Favorit war noch überhaupt nicht im Spiel und hatte kaum Zugriff. Nach einer Ecke sollte Bargteheide auf der Linie klären, sodass sich die Führung des TSV immer mehr andeutete.

Nach einer halben Stunde war es dann soweit. SG-Verteidiger Dominik Sparr unterlief ein Fehlpass, sodass Amreddine Salhi (31.) den Ball mit der Piecke ins halbleere Tor beförderte. Die Gäste waren noch überhaupt nicht im Spiel, machten aus vielversprechenden Angriffen zu wenig, sodass der erste Abschluss noch auf sich warten ließ. Stattdessen sollte Trittau über die rechte Seite in den Sechzehner kommen, wo Salhi den Ball aus kurzer Distanz hauchdünn am Pfosten vorbeibuksierte. Der Mittelfeldspieler war es auch, der eine Minute später an Wildner scheiterte. Es spielte nur eine Mannschaft, doch in der 40. Minute war es dann soweit. Danny Rasmussen-Nordt zog mal aus der zweiten Reihe ab, sein Schuss deutlich über das Tor, war der erste Abschluss der SG. Eine Minute später sollte Rico Krecker etwas tiefer ansetzen, doch für TSV-Keeper Marco Wichmann war dieser Abschluss leichte Beute. Die letzte Aktion vor der Pause ging dann wieder an die Hausherren, nachdem Nick Nordt ein katastrophaler Rückpass unterlief, der um einen Hauch zu perfekten Vorlage für Dennis Ratzlaff wurde, doch Wildner war auf der Hut. So ging eine unterdurchschnittliche Kreisligapartie mit einem 1:0 in die Pause. Trittau musste sich ankreiden, dass sie nicht den zweiten Treffer nachlegten, während Bargteheide/Hammoor eine komplette Steigerung benötigte.

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Torwart Lukas Wildner bewahrte die SG Bargteheide/Hammoor vor dem zweiten Gegentor. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Zum Seitenwechsel brachte der Gast gleich zwei frische Kräfte. Michel Wohlert und Jan Balandis kamen für Sparr und Rasmussen-Nordt. Bargteheide kam besser aus der Kabine und machte mehr Druck. Ein Fehler von Sellhorn sollte zur perfekten Vorarbeit für Oliver Rompf (48.) werden, der den Ausgleich erzielte. Es war bitter für die Zweitvertretung der Trittauer, denn bis dato verzeichnete der Gegner keine einzige klare Chance. Doch das Spiel sollte dadurch nicht kippen. Fünf Minuten später war es SG-Kapitän Martins, der den Angreifer im Strafraum zu Fall brachte, sodass es den Elfmeter gab. Ehsan Rahimi (53.) trat an, schoss nach rechts, wo der Keeper noch mit den Fingerspitzen am Ball war. Trittau führte also wieder und sie machten direkt weiter. Der Ball kam erneut zu Salhi (56.), der den Ball zum 3:1 vollendete. Es war eine knifflige Szene, denn der Torschütze stand potenziell im Abseits, doch der Treffer zählte. Bargteheide fand im Anschluss nicht mehr in die Partie, sodass Finn Heese (92.) mit dem 4:1 den Schlusspunkt setzte. Es war eine dicke Überraschung für die Heimmannschaft, die den zweiten Sieg in Folge einfuhr und ein Top-Team ärgerte.

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Bargteheide/Hammoor fand in den 90 Minuten überhaupt nicht in ihr Spiel. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Sören Metzner sagte über den Sieg seiner Elf: „Wir sind überglücklich über das Ergebnis, haben eine wirklich gute Leistung abgeliefert. Ich glaube, der Gegner hat, ähnlich wie die letzten zwei Spiele schon, nicht damit gerechnet, dass wir so agil und so ein hohes Pressing durchführen. Umso glücklicher und stolz bin ich auf meine Mannschaft, dass sie es in den letzten drei Spielen so gut gemacht und sich jetzt auch zweimal mit Punkten belohnt haben. Das ist aller Ehren wert, was meine Truppe da gerade leistet. Da bin ich total stolz drauf. Es war mit dem Derbysieg schon ein gutes Gefühl und jetzt drei Tage später gegen einen Tabellenhöheren auch mal Punkte mitzunehmen, gerade weil wir noch unten drin stecken und jetzt mal etwas Luft zum Atmen bekommen, bin ich sehr zufrieden und glücklich, dass wir die Punkte in Trittau behalten konnten und man jetzt ein, zwei Spiele etwas durchatmen und nicht mehr ganz so großen Druck haben. Großes Lob an meine Mannschaft für diese Leistung, die sie erbracht und abgespult haben.“ Die Gäste aus Hammoor haben an diesem Tag eine enttäuschende Leistung geboten. Man schaffte es nicht, an den vergangenen Wochen anzuknüpfen und fand über die 90 Minuten fast nie ins Spiel. Trainer Flemming Strufe sagte zur ersten Auswärtspleite der Saison: „Das war heute ein enttäuschender Auftritt und eine verdiente Niederlage. Trittau hat uns früh unter Druck gesetzt und unsere Fehler konsequent genutzt. Uns fehlten über weite Strecken die Präsenz in den Zweikämpfen, enge Abstände gegen den Ball und Klarheit im eigenen Spiel. Nach der Pause haben wir uns gesteigert und den Ausgleich erzielt, aber innerhalb weniger Minuten zwei Gegentore kassiert. Darüber hinaus haben wir Ballgewinne in aussichtsreichen Räumen zu selten in klare Torchancen verwandelt. Das müssen wir als Mannschaft und Trainerteam offen aufarbeiten. Am Freitag gegen Alveslohe wollen wir wieder mit der nötigen Intensität auftreten und unseren Fußball besser auf den Platz bringen.“

VfL Oldesloe – Leezener SC 0:10 (0:4)

Der VfL Oldesloe hält mit einem bereits großen Rückstand die Rote Laterne hoch. Nur ein Punkt aus den ersten zwölf Spielen ist zu wenig und zeigt bereits früh, dass dem Traditionsverein aus der Kreisstadt ein tragisches Abschneiden in der Kreisliga bevorsteht. Die Verantwortlichen erhoffen sich in der Rückrunde ein anderes Gesicht, doch bis dahin geht es darum, dass die potenzielle Aufholjagd nicht allzu aussichtslos ist. Umso wichtiger ist es zumindest gegen die direkten Konkurrenten mal zu punkten. Der Leezener SC ist einer davon, doch dieser feierte in der Vorwoche gegen Aufsteiger SV Sülfeld einen 2:0-Sieg. Daher sollte es zum einen wichtige Punkte im Abstiegskampf geben, doch auch für das Selbstvertrauen. Nun war das Ziel ganz klar nachzulegen und erstmals in dieser Saison zweimal in Folge dreifach zu punkten. Ihnen stand eine Mannschaft gegenüber, die personell einige wichtige Leistungsträger zu ersetzen hatte. Patrick Lüth verletzte sich unter der Woche im Training und auch bei Stürmer Michel Falkus sollte man geduldig bleiben. Beide waren daher keine Option. Die Stormarner baten kurzfristig um Verlegung, doch ohne Erfolg.

Leezen riss das Spiel von Beginn an an sich und wollte klar ihre Favoritenrolle untermauern. Nach bereits wenigen Minuten eröffnete Tobias Neumann (5.) den Torrausch. Der Stürmer war es auch, der zwölf Minuten später erhöhte. Nach 17 Zeigerumdrehungen stand es also bereits 0:2 aus Sicht des Tabellenletzten, sodass die Aufgabe nochmals schwerer wurde. Man half ordentlich mit bei den Gegentoren, so auch beim dritten Tor der Gäste durch Marcel Bennsen (45.). Die Messe war längst gelesen und zur Pause musste VfL-Coach Vogelsang bereits das vierte Mal wechseln. Zweimal ging es in der ersten Hälfte bei angeschlagenen Spielern nicht weiter und auch für Niklas Richter und Joe-Luca Heydorn sollten die Körner nicht für Halbzeit zwei reichen. Bis zur Stundenmarke schraubten die Segeberger das Ergebnis noch weiter in die Höhe, sodass Wulf (51.), Bennsen (57.) und Lennard Berneike (59.) auf 7:0 erhöhten. Letzterer steuerte das 8:0 (62.) bei, bevor vier Minuten später Maximilian Rachel (64.) das neunte Gästetor erzielte. Im Anschluss passierte lange Zeit wenig, doch drei Minuten vor dem Ende war es Marc Kuhlmann (87.), der den Schlusspunkt setzte. Es gab am Ende einen 10:0-Sieg für die Mannschaft von der Hamburger Straße.

Für den VfL war es ein neuer Tiefpunkt in dieser Saison. Jan Vogelsang sagte: „Ein absolutes Armutszeugnis. Wir spielen mit vier angeschlagenen Spielern, die sich irgendwie noch zur Verfügung gestellt haben. Wir haben zur Halbzeit vier Wechsel hinter uns, weil die angeschlagenen Spieler nicht länger durchhalten konnten. Davor ziehe ich meinen Hut und habe Respekt. In der Konstellation sind wir aber noch weniger konkurrenzfähig. Noch einmal ein Riesendank an Leezen, dass sie das Spiel nicht verlegt haben. Das hat mit Fairplay und Fairness sehr viel zu tun, aber das werden wir uns merken. Meiner Meinung nach ist Leezen nicht gut, wir in der Konstellation selbst auch nicht, aber wir haben die ersten drei Tore auch absolute Geschenke verteilt und das kommt leider noch mit dazu. Da hilft es auch nicht darüber hinweg, dass wir nur noch zu zehnt spielen, weil wir keine Wechsel mehr haben und Leezen dann beim Stand von 8-9:0 auch einen Mann runter nimmt, das Fairplay haben die im Vorwege verhauen.“

Leezen-Trainer Phil Paustian sagte zum Kantersieg, sowie der abgelehnten Spielverlegung: „Wir haben wieder zu Null gespielt und etwas für das Selbstvertrauen getan gegen eine Mannschaft, die das Beste gibt, aber natürlich begrenzt in ihren Mitteln ist. Dennoch haben wir trotzdem die Tore gemacht, uns nicht dem Gegner angepasst. Auch wenn Oldesloe noch den spontanen Wunsch hatte, das Spiel zu verlegen, dem wir aber nicht nachkommen konnten, weil wir in einer Phase stecken, wo wir jeden Punkt und jedes Tor benötigen. Das ist Fußball. Dass sie dann trotzdem mit einem 16-Mann-Kader hier auftauchen, wir können da jetzt keinen Gefallen tun, nur weil ein, zwei Schlüsselspieler fehlen. Dafür müssen wir auch regelmäßig mit kleinem Kader los. Dafür hat man den Kader, um die Breite zu decken. Das ist auf Unverständnis getroffen, wir können leider in unserer jetzigen Phase keine wirklichen Gefallen tun. Dennoch großen Respekt an die Oldesloer Mannschaft, wie fair sie bleiben, es gut zu Ende spielen, sich nicht gegenseitig anmachen. Da kann ich nur meinen Hut vor ziehen, das ist eine starke moralische Leistung der Jungs.“

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SV Wahlstedt – Bargfelder SV 4:0 (3:0)

Der SV Wahlstedt schaute am Freitagabend ganz genau auf das Spiel des Tralauer SV beim TuS Teutonia Alveslohe. Die 2:3-Niederlage des damaligen Spitzenreiters sollte ihnen nun die Chance bieten, sich die Tabellenführung zurückzuerobern. Dazu brauchte es einen Sieg gegen den Bargfelder SV. Das Spiel wurde kurzfristig aufgrund der Platzverhältnisse an die Scharnhorststraße verlegt, denn beide Teams tauschten das Heimrecht. Auf dem heimischen Kunstrasen wollte der klare Favorit seine Hausaufgabe machen und zum siebten Mal in Serie unbesiegt bleiben. Gegner Bargfeld peilte nach zwei Niederlagen mal wieder Punkte an und hatte dabei eine ganz besondere Ausrichtung. Man agierte mutig und versteckte sich keineswegs. Statt einem tiefen Defensivblock gegen die offensivstarken Hausherren setzte der BSV früh erste Nadelstiche. Es gab zwar in der Anfangsphase noch keine klaren Chancen, doch nach einer Ecke sollte es früh eine erste gefährliche Annäherung geben. Bitter war die frühe Verletzung von Matti Martens, der bereits nach knapp zehn Minuten verletzt vom Feld musste. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde sollte dann Wahlstedt erstmals gefährlich vor das Tor kommen, Bargfeld ging zu ungestüm in den Zweikampf, sodass es den Elfmeter gab. Die Riesenchance für Enrik Nrecaj (18.) bot sich, der eiskalt blieb. Mit dem ersten Schuss ging Wahlstedt in Führung und nur eine Minute später zappelte der Ball erneut im Netz. Eine Ecke konnten die Gäste zunächst noch klären, doch dann kam der zweite Ball zu Nrecaj (19.), der aus dem Rückraum zum 2:0 erhöhte. Der SVW war eiskalt und nutzte zwei Fehler der BSV-Hintermannschaft gnadenlos aus. Zehn Minuten später bot sich die Riesenchance für die Segeberger, doch der Schuss ging knapp vorbei. Es hätte das 3:0 sein können, das stattdessen nur eine Minute später fiel. Ein guter Spielzug über links fand Philip Weideman (32.), der erhöhte. Die Partie war bereits frühzeitig entschieden, auch wenn sich Bargfeld vereinzelt annäherte.

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Enrik Nrecaj war gegen Bargfeld doppelt erfolgreich. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Nach dem Seitenwechsel sollte es innerhalb weniger Momente für zwei Fouls die Gelbe und kurz darauf Gelb-Rote Karte für Simon Tischko geben. Wahlstedt agierte also nahezu die komplette zweite Hälfte in Unterzahl. Am Spielausgang änderte dies allerdings nichts, denn Alexander Braun (58.) traf noch zum 4:0. Im Anschluss gab es noch Möglichkeiten auf beiden Seiten, doch weitere Treffer blieben aus. Bargfeld unterlag somit beim neuen Tabellenführer. Trainer Michael Burg sagte: „Leider wurde unser Auftritt in Wahlstedt nicht belohnt. Wir wollten von Beginn an offensiv nach vorne spielen, was uns zunächst gut gelungen ist. Durch individuelle Fehler haben wir den Gegner ins Spiel gebracht, die dieser konsequent genutzt hat. Trotzdem haben wir nicht aufgegeben und weiter mitgespielt. Jetzt heißt es, weiterzuarbeiten und in den nächsten Spielen die nötigen Punkte zu holen.“

Mit dem Sieg gegen Bargfeld klettert der SV Wahlstedt ganz nach oben an die Spitze. Man lässt Tralau hinter sich und ist somit auf Kurs Herbstmeisterschaft. Der siegreiche Coach Nimet Jusufi sagt: „Wie erwartet hatten wir es mit einem Gegner zu tun, der den Fokus eher darauf gelegt hat, Fußball zu verhindern, als selbst aktiv mitzuspielen. Für uns mit unserer spielerischen Qualität natürlich ein Szenario, mit dem wir bestens umgehen können. Wenn der Gegner tief steht, entstehen Räume und die haben wir konsequent genutzt, um uns zahlreiche Chancen herauszuspielen. Was uns allerdings erneut anzukreiden ist, sind die vier bis fünf hundertprozentigen Torchancen, die wir über 90 Minuten liegen gelassen haben. Bei aller spielerischen Überlegenheit müssen wir vor dem Tor deutlich kaltschnäuziger, konsequenter und vor allem gieriger werden. Solche Spiele müssen wir früher entscheiden, ohne dem Gegner überhaupt die Möglichkeit zu geben, noch einmal Hoffnung zu schöpfen. Defensiv haben wir kaum etwas zugelassen. Wenn doch mal etwas durchkam, war unser Torwart zur Stelle. Auch nach der Gelb-Roten Karte haben wir uns nicht hinten reingestellt oder unseren Fußball aufgegeben, sondern sind unserer Linie treu geblieben und haben weiterhin versucht, das Spiel zu kontrollieren. Unterm Strich haben wir das Spiel über weite Strecken klar bestimmt. Dass wir uns das Leben durch mangelnde Chancenverwertung unnötig schwer machen, ist das Einzige, was wir uns vorwerfen müssen. Fußballerisch waren wir überlegen, jetzt müssen wir anfangen, diese Überlegenheit noch deutlicher auf die Anzeigetafel zu bringen.“

SV Borussia Möhnsen – FSG Alsterland 4:2 (1:1)

Die vergangenen Auftritte des SV Borussia Möhnsen ließen sich absolut sehen. Gegen den SV Eintracht Segeberg setzte man mit einem 4:1 ein dickes Ausrufezeichen und verschaffte sich etwas Luft im Keller. Es war der erste Dreier nach sieben Spielen ohne Sieg. Zwei Tage später gastierten die Lauenburger beim Ligaprimus Tralau. Man bot ein richtig starkes Spiel, sollte nach 0:2-Rückstand in der 90. Minute noch ausgleichen, doch am Ende dennoch verlieren. Die Leistung war beeindruckend, nur die Chancenverwertung war bitter. Außerdem sollte man dem Druck in den Schlussminuten nicht mehr standhalten, als man selbst zu viel Risiko ging. Nun sollte der zweite Heimsieg der Saison her und mit der FSG Alsterland gastierte ein formstarkes Team. Fünfmal blieb der Verbandsligaabsteiger ungeschlagen, sodass man wieder ins obere Tabellendrittel kletterte. Nun sollte es personell alles andere als positiv aussehen für die Segeberger. Es fehlten einige Spieler, sodass lediglich 14 Mann sich auf den Weg nach Möhnsen machten. Die Optionen fehlten Trainer Harjas Ahluwalia, der allerdings mit Nico Post erstmals seit Wochen mal wieder seinen Top-Stürmer von Beginn an brachte. Er war noch nicht ganz bei einhundert Prozent. Möhnsen musste auf einige Stammspieler verzichten, wobei vor allem Hendrik Siel schmerzlich fehlte.

FSG-Coach Ahluwalia sagte: „Kurzfristig ersatzgeschwächter als ohnehin schon sind wir nach Möhnsen zum Auswärtsspiel gefahren. Mit mehreren Wechseln in der Startelf, einer schmalen, aber guten Bank und einem Feldspieler aus der Zweitvertretung im Tor, waren wir dennoch sehr positiv, Zählbares mitzunehmen. Der Platz war sehr klein, was unserem Spiel nicht entspricht, dennoch haben wir diesen angenommen und eine starke erste Halbzeit gespielt. Wir dominieren das Spiel von Beginn an, sind aber nicht konsequent genug bei unseren Chancen. Hier sind wir viel zu fahrig und müssen eigentlich mit 2:0 in Führung liegen. Aus einer harmlosen Aktion geht Möhnsen mit 1:0 in Führung.“ Chris Kruse (24.) traf. Der Gästecoach setzte fort: „Der Platz und die Spielweise der Heimmannschaft kamen dem natürlich komplett entgegen. Wir haben uns davon aber nicht beirren lassen und weiter versucht, dominant Fußball zu spielen. Mit Geduld und Konsequenz taten sich Lücken auf, die wir immer mal wieder bespielen konnten. Nach einer Ecke, die schnell von Post ausgeführt wurde, erzielten wir das 1:1. Weiterhin behielten wir die Überhand und dominierten das Spiel. Wir kommen ebenfalls besser raus und haben starke Umschaltmomente und gehen völlig verdient mit 2:1 in Führung. Bis dahin eine sehr geschlossene, geduldige und kompakte Mannschaftsleistung.“ Auf das Eigentor von Marvin Brogmus folgte der Treffer von Nico Post (53.) kurz nach Wiederbeginn.

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Möhnsen bejublte den Treffer zum Sieg. Foto: Borussia Möhnsen/o.H.

Im Anschluss verpasste der Favorit die Führung auszubauen, denn mehrere Chancen blieben ungenutzt. So sollte sich die Chancenverwertung rächen, denn durch einen Elfmeter glich Maurice Gürtler (83.) aus. Im Anschluss sollte Julian Höppener (85./92.) den Doppelpack schnüren, sodass Möhnsen mit 4:2 in Führung ging. Der Spielverlauf wurde auf den Kopf gestellt, sodass die Borussia die drei Punkte behielt. Der siegreiche Coach Martin Krüger sagte: „Ein Sieg der Moral. Nach vielen wirklich unglücklichen und in Teilen unverdienten Punktverlusten hat sich das Spielglück heute endlich mal gedreht. Wir sind nie wirklich in das Spiel gekommen und Alsterland führt vollkommen verdient. Mit viel Moral und ein wenig Fortune drehen wir es dann.“ Die Gäste verloren seit Wochen mal wieder ein Spiel. Der Cheftrainer sagt zur Niederlage: „Über 90 Minuten gesehen bleiben wir die bessere Mannschaft und verlieren unverdient, jedoch sind wir folgerichtig auch selbst Schuld, nicht nachgelegt zu haben. Hier müssen wir einfach die Spiele, wie auch schon gegen Sülfeld, zu Ende spielen und gedanklich nicht abschalten. An der Niederlage ist auch das Schiedsrichter-Team nicht schuld, jedoch war die Leistung heute unterirdisch. Ein Schiedsrichter-Team, welches nach Lust und Laune die Regeln umsetzt und zu anderen Momenten wieder nicht. Man konnte sich auf überhaupt keine Linie einstellen, da es diese nicht gab, das einzig Positive: Es war in beide Richtungen gleich schlecht. Außerdem gibt’s bei uns auch zu häufig aus den eigenen Reihen zu viele Meinungen am Spielfeldrand, fernab der Mannschaft, die einfach dem Team nicht guttun. Aber damit müssen wir dann einfach besser umgehen. Abschließend gehen die Glückwünsche nach Möhnsen, die in der Schlussphase einfach griffiger waren.“

TuS Hartenholm II – TuS Hoisdorf 2:4 (2:2)

Beim TuS Hartenholm II gab es zuletzt fünf Spiele ohne Sieg. Der Trend zeigte klar nach unten, denn das Spielglück war oftmals nicht auf ihrer Seite. Nun begrüßte man den TuS Hoisdorf, der zuletzt sechsmal nicht verlor. Der Knoten platzte bei den Stormarnern, sodass es zuletzt einen 3:0-Sieg gegen Top-Favorit SV Henstedt-Ulzburg gab. Es war ein Achtungserfolg, der deutlich machte, wie groß die Qualität beim Team von Cheftrainer Andre Meins ist. Daher war Hartenholm gewarnt. Die Aufgabe sollte alles andere als leicht werden, doch man vertraute auf die eigene Heimstärke. Schließlich wurden erst zwei Spiele zu Hause verloren. Die Gäste waren personell nicht optimal aufgestellt, denn es fehlten einige Spieler. Aus Sicht des TuS war die Anfangsphase sehr turbulent. Meins sagte: „Auf einem matschigen Rasenplatz in Hartenholm sind wir sehr gut in die Partie gekommen und führen nach acht Minuten schon 2:0.“ Marc Timm (7.) brachte die Stormarner in Führung und nur eine Minute später erhöhte Carlos Brockmann Alonso (8.). Es war der Traumstart, auch wenn nach bereits drei Minuten Josef Bier verletzt vom Feld musste. Man war also auf Kurs in Richtung siebtem ungeschlagenen Spiel, doch noch vor der Pause glich die Heimelf aus. Timo Novak sagte: „Wir verschlafen die Anfangsphase komplett und arbeiten uns dann nach und nach ins Spiel zurück. Mit einem Pfostenkracher setzen wir ein erstes Ausrufezeichen und es geht ein Ruck durch die Mannschaft. Nach einem glücklichen Tor sind wir zurück im Spiel und kommen vor der Halbzeit verdient zum Ausgleich.“ Ein Torwartfehler verhalf David Schmuck (25.) zu seinem Treffer, bevor mit Pausenpfiff Jannis Oldenburg (45.) zum 2:2 traf. Gästecoach Meins meinte: „Mental eigentlich zu einem ungünstigen Moment. Zur Halbzeit besprachen wir einige Dinge und wollten gleich weiter Druck ausüben und kamen gut rein wieder in die zweite Halbzeit.“

Zur zweiten Halbzeit sollte es also ein offenes Spiel sein, doch der zweite Durchgang begann für die Gäste denkbar schlecht. Für Hartenholm dagegen ganz im Gegenteil. Novak sagt: „Die zweite Halbzeit hätte nicht besser beginnen können mit einer roten Karte wegen Beleidigung für Hoisdorf. Leider konnten wir in der kompletten zweiten Halbzeit keine Ruhe in das Spiel bekommen und man konnte nicht erkennen, dass wir einer mehr auf dem Platz waren. Es war ein sehr hektisches Spiel, was Chancen auf beiden Seiten hatte. Leider konnte der Keeper von Hoisdorf alles halten. So kommt es, wie es wie es kommt, in unserer momentanen Situation, dass wir nach einem Fehler die Box nicht gut verteidigen und das 2:3 bekommen.“ Can Ince (84.) brachte die Stormarner in Führung und kurz darauf, als die Segeberger volles Risiko gingen, sollte Brockmann (88.) mit seinem Doppelpack alles klar machen. Der siegreiche Coach der Gäste sagte: „In Unterzahl zeigen wir wieder richtig Moral und hauen alles rein. Unser junger Torwart hält uns im Spiel mit guten Paraden und dann machen wir in der 84. Min. das 2:3 durch Can. Vier Minuten später erobert Carlos sich den Ball und macht das 2:4-Endergebnis. Wir zeigen wieder mal Moral und belohnen uns für den Aufwand, den wir betreiben.“ Sein Gegenüber haderte mit der Verwertung der Chancen. Novak sagt: „Wir hatten genug Chancen, das Spiel selbst zu gewinnen. Wir müssen weiterarbeiten und werden uns in diesem Jahr noch mit Punkten belohnen. Ich möchte hier einmal das gute Schiedsrichtergespann hervorheben, die in einigen kniffligen Situationen sehr oft richtig entschieden haben. Es freut mich, dass Arne Hirschfelder, Spieler der Landesligamannschaft, nach über einem Jahr sein Comeback nach einem Kreuzbandriss gegeben hat. Das ist etwas sehr Schönes bei dem ansonsten ernüchternden Ergebnis.“

Der 14. Spieltag im Überblick

TuS Teutonia Alveslohe – Tralauer SV 3:2
SV Henstedt-Ulzbueg – Eintracht Segeberg 2:1
TSV Trittau II – SG Bargteheide/Hammoor 4:1
VfL Oldesloe – Leezener SC 0:10
SV Wahlstedt – Bargfelder SV 4:0
Borussia Möhnsen – FSG Alsterland 4:2
TuS Hartenholm II – TuS Hoisdorf 2:4

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