Wahnsinn im Kraichgau: HSV feiert Überraschungssieg

Höchster Saisonerfolg für Aufsteiger

Camilla Linberg (Hamburger SV). Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Hoffenheim – Mit einem derart deutlichen Auswärtssieg hatte wohl kaum jemand gerechnet. Der Hamburger SV gewann am Sonntagabend bei der favorisierten TSG Hoffenheim vor 625 Zuschauern in der Frauen-Bundesliga mit 4:0 (2:0) und setzten im Abstiegskampf ein starkes Zeichen. 13 Abschlüsse, davon neun auf das Tor, unterstreichen die Dominanz der Rothosen, die in der Tabelle auf Rang zwölf kletterten und die SGS Essen vorerst hinter sich ließen. Die Gastgeberinnen, die als Tabellendritte ins Spiel gegangen waren, fanden über weite Strecken kein Mittel gegen kompakte und zielstrebige Hamburgerinnen.

Die 1. Halbzeit: Freistoß-Traumtor ebnet den Weg

Hoffenheim hatte die erste Möglichkeit der Partie, doch Cerci (8.) scheiterte früh an HSV-Torhüterin Paulick. Danach übernahmen die Gäste zunehmend die Kontrolle. In der 17. Minute brachte Hoffenheims Diehm Brunnthaler rund 17 Meter vor dem Tor zu Fall und sah Gelb. Den fälligen Freistoß verwandelte Camilla Linberg direkt – der Ball schlug präzise im rechten Toreck ein. Es war ihr erstes Saisontor. Mit der Führung im Rücken spielten die Rothosen mutig weiter. Die TSG wirkte verunsichert, agierte ungenau und fand kaum Zugriff. Die Hamburgerinnen legten nach: Doucoure schickte Hillebrand auf dem Flügel, deren halbhohe Hereingabe Camilla Linberg (33.) im Zentrum mit der Brust annahm und aus kurzer Distanz zum 2:0 verwertete. Kurz vor der Pause hätte der HSV beinahe erhöht, doch Hillebrand (45.) brachte eine gute Möglichkeit nicht im leeren Tor unter. So ging es mit einer verdienten Zwei-Tore-Führung in die Kabine.

Nach der Pause: Konsequent und eiskalt

Auch im zweiten Durchgang blieb Hamburg griffig und konsequent. In der 54. Minute erhöhte Lotta Wrede auf 3:0. Brunnthaler setzte sich stark durch, legte quer und Wrede schob aus acht Metern durch die Beine von Hoffenheims Keeperin Dick ein. Hoffenheim versuchte zwar, Druck aufzubauen, doch entweder klärte die HSV-Defensive konsequent oder Paulick war zur Stelle. Gefährliche Abschlüsse blieben selten. Der HSV hingegen spielte seine Angriffe zielstrebig aus. In der 69. Minute fiel die endgültige Entscheidung: Wieder hatte Brunnthaler viel Raum, band mehrere Gegenspielerinnen und bediente Sophie Hillebrand. Diese blieb frei vor Dick eiskalt und chipte den Ball aus sieben Metern zum 4:0 ins Netz. Weitere Möglichkeiten blieben ungenutzt. Kurz vor Schluss wurde Brunnthaler (94.) nahe der Torauslinie gefoult, ein möglicher Elfmeter blieb jedoch aus.

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Starker Auftritt im Abstiegskampf – jetzt kommt Werder

Die TSG Hoffenheim kam insgesamt kaum zur Entfaltung. Zwar gab es einzelne Aktionen – etwa durch Cerci oder einen Distanzschuss von Diehm in der Schlussphase –, doch echte Durchschlagskraft entwickelte der Favorit nicht. Der HSV hingegen präsentierte sich kompakt, laufstark und effizient. Besonders auffällig waren die beiden 17-jährigen Schwestern Lotta und Jonna Wrede, die das Offensivspiel immer wieder mitprägten, sowie Doppel-Torschützin Linberg. Mit dem klaren 4:0-Erfolg verschaffen sich die Hamburgerinnen Luft im Tabellenkeller – und setzen ein deutliches Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt.

Das Team von Trainerin Liese Brancao ist damit für das Nord-Derby am kommenden Sonnabend im Volksparkstadion gerüstet. Um 14 Uhr ist Werder Bremen zu Gast. Das Hinspiel verloren die Hamburgerinnen mit 0:2. Im DFB-Pokal vor einem Jahr kam es im Spiel der beiden Clubs zu einer Rekord-Kulisse von 57.000 Zuschauern (HL-SPORTS berichtete).

Der 18. Spieltag (13.–16.2.2026)

Leverkusen – Köln 2:1
Freiburg – Berlin 1:1
Leipzig – Nürnberg 3:1
Wolfsburg – Essen 1:1
Jena – Frankfurt 1:4
Hoffenheim – Hamburg 0:4
Bremen – München (Mo., 18 Uhr)

Die Tabelle

1.FC Bayern München1767 : 549
2.VfL Wolfsburg1652 : 2238
3.Bayer 04 Leverkusen1829 : 2731
4.Eintracht Frankfurt1741 : 3130
5.TSG Hoffenheim1732 : 2329
6.SV Werder Bremen1623 : 2128
7.SC Freiburg1832 : 2827
8.1. FC Köln1822 : 2225
9.RB Leipzig1828 : 3620
10.1. FC Union Berlin1826 : 3519
11.1. FC Nürnberg1821 : 4616
12.Hamburger SV1820 : 4413
13.SGS Essen1814 : 3911
14.FC Carl Zeiss Jena1715 : 439

Bildquellen

  • Linberg: Lobeca/Henning Rohlfs
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