
Kiel – Es wird nicht ruhiger momentan an der Kieler Förde. In der 2. Bundesliga befindet sich Holstein Kiel in einem Negativlauf. Auch im dritten Spiel unter dem neuen Coach Tim Walter sprang kein Dreier heraus. Trotz engagierter Leistung wandert mit dem 2:3 (2:2) gegen den 1. FC Nürnberg am heutigen Sonnabend die nächste Niederlage aufs Konto der Störche – es ist der achte sieglose Liga-Auftritt in Serie.
Doppelpack schockt Störche früh
Die Gastgeber erwischten einen guten Start in die Partie und haben nach zehn Minuten die Führung auf dem Fuß. Kapralik (10.) kam aus neun Metern frei zum Abschluss, sein unplatzierter Versuch mündete allerdings nur in einer Ecke. Das bestraften die Gäste eiskalt: Zoma ging auf rechts an Ivezic vorbei und gab flach in die Mitte, wo Julian Justvan (14.) aus sechs Metern vollstreckte – die Führung für den Club, der dadurch stärker wurde. Keine zehn Minuten später erhielt Justvan (22.) einen weiteren Ball im Strafraum, den er mit einem Kontakt verarbeitete und mit dem zweiten im Kieler Kasten unterbrachte – der Doppelschlag.
Kapralik macht es im dritten Anlauf
Es ging munter weiter im Holstein-Stadion. Kapralik (26.) hatte kurz nach dem 0:2 erneut eine gute Gelegenheit, wieder war Reichert jedoch der Sieger. Drei Minuten darauf sollte es dann doch klappen: Bernhardsson setzte sich nach einer Hereingabe im Luftduell gegen seinen Gegenspieler durch und legte per Kopf quer auf Adrian Kapralik (29.), der diesmal erfolgreich zum Anschlusstreffer einschob. Nach langer VAR-Überprüfung durften die Störche schließlich jubeln und drehten vor der Pause nochmal auf.
Kiel dreht auf – und wird belohnt
Nachdem Weiner gegen Buchmann (34.) glänzend parierte, vergaben Kapralik (48.) und Zec (52.) weitere Chancen. Der Ausgleich sollte in der achtminütigen aber doch noch fallen: Bernhardsson zog halbrechts nach innen und brachte den Ball mit seinem starken Linken gefühlvoll in Richtung des zweiten Pfostens. Kasper Davidsen (53.) setzte völlig frei zum Flugkopfball an, der schließlich im langen Eck einschlug. Knappe vier Minuten warteten Spieler und Zuschauer erneut auf die Bestätigung – der Treffer zählte und es ging mit 2:2 in die Kabinen.
Zoma-summarum effektiver
Nach dem Seitenwechsel war die KSV dann die deutlich dominantere Mannschaft, spielte sich aber nicht genug klare Möglichkeiten heraus. Bernhardsson (64.) kam per Einzelaktion zu einem Abschluss, den Reichert allerdings souverän parierte. Aus dem Nichts waren es dann die Gäste, die ihre Kaltschnäuzigkeit bewiesen. Mohamed Ali Zoma (72.) ging aus halblinker Position ins Dribbling, zog im Strafraum nach innen und schoss das Leder wuchtig ins rechte Eck. Der erneuten Führung für das Team von Miroslav Klose hatte Holstein nichts mehr entgegenzusetzen – auch, weil der eingewechselte Skrzybski (84.) aus kurzer Distanz zu hoch ansetzte.
„War schon eine echte Energieleistung“
„Vom Ergebnis her ist es für uns extrem bitter. Ich habe vorher schon gesagt, dass es kein einfaches Spiel wird. Trotzdem muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen: Wie die Jungs nach dem 0:2 zurückgekommen sind, wie sie sich aufgebäumt, Fußball gespielt und in die Zweikämpfe geworfen haben – das war schon eine echte Energieleistung“, hob Tim Walter nach der Partie hervor. „Gerade eine Mannschaft, die vielleicht gerade in einem schwierigen Strudel steckt, zeigt so eine Reaktion nicht immer. Das hat man heute aber deutlich gesehen.“
Walter „sehr überzeugt“
Doch „gleichzeitig sieht man auch, woran es noch hapert: an den Basics, vor allem in der eigenen und in der gegnerischen Box. In diesen beiden Bereichen können wir definitiv zielstrebiger und kompromissloser sein. Da geht es oft nur um grundlegende Dinge. Wenn wir das konsequent umsetzen und das auf den Platz bringen, was wir über 70 oder 80 Prozent des Spiels schon gezeigt haben, dann bin ich sehr überzeugt davon, dass wir auch das erreichen werden, was wir uns vorgenommen haben“, zeigte sich der Trainer abschließend optimistisch.
Der 26. Spieltag
Magdeburg – Darmstadt 1:1
Fürth – Elversberg 2:0
Kiel – Nürnberg 2:3
Braunschweig – Düsseldorf 1:0
Bielefeld – Paderborn 2:2
Hertha – Bochum 1:1
Kaiserslautern – Karlsruhe (So., 13.30 Uhr)
Schalke – Hannover
Dresden – Münster
Bildquellen
- Bernhardsson: Lobeca/Jasper Lorenz
- Walter: Lobeca/Mascha Holm
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