
Rostock – Der F.C. Hansa Rostock ist nach RB Leipzig, Union Berlin, Hertha BSC und Dynamo Dresden die fünfte Ost-Kraft im deutschen Fußball – und womöglich bald die einzige in der 3. Liga. Mit dem Aufstieg von Energie Cottbus und dem Abstieg des FC Erzgebirge Aue hofft die Kogge auf den 1. FC Lok Leipzig. Die Sachsen spielen am Donnerstag (28.5.) und Montag (1.6.) in den beiden Relegationsspielen gegen FC Würzburger Kickers um ihre Teilnahme in der Drittklassigkeit.
LOK scheiterte bisher zweimal
Die “Loksche“ versuchte es in den vergangenen Jahren bereits zweimal über die Relegation in aufzusteigen. 2020 scheiterte man am SC Verl und im vergangenen Jahr am TSV Havelse. Erst am letzten Spieltag der Regionalliga Nordost durfte man im Bruno-Plache-Stadion die Meisterschaft feiern. Gegen den 1. FC Magdeburg II gewann das Team von Jochen Seitz mit 5:2 und setzte sich im Fernduell gegen Carl Zeiss Jena (2:0 gegen Erfurt) durch. Am Ende waren beide punktgleich, nur die Tordifferenz entschied das Titelrennen. Lok war fünf Treffer besser als Carl Zeiss.
Jetzt oder nie
Nun geht es also im dritten Anlauf um die 3. Liga. „Entweder steigen wir in diesem Jahr auf – oder nie! Wenn es jetzt nichts wird, dann auf lange Zeit wahrscheinlich nicht.“ Das sagte Leipzigs Vize-Präsident Frank Viereckl in der “BILD“. Aber er hat Hoffnung, denn im Vorjahr stand man vor den beiden Partien gegen Havelse noch im Landespokal, musste dort ins Elfmeterschießen gegen Aue. Dieses Mal sind die Vorzeichen genau andersherum. 7
FCWK ist bayerischer Vize
Die Kickers aus Würzburg schafften holten den Bayern-Pokal am vergangenen Sonnabend nach Elfmeterschießen über 1860 München und in der Regionalliga wurde man “nur“ Zweiter hinter dem 1. FC Nürnberg II, der nicht aufsteigen darf, weil die Profis in der 2. Bundesliga kicken – es muss immer eine Liga dazwischen sein. Trotzdem geht man beflügelt bei den Süddeutschen in die beiden Begegnungen. Nach dem bitteren Absturz (2021 Abstieg aus der 2. Bundesliga, 2022 direkter Abstieg aus der 3. Liga) verbrachten die Unterfranken nun vier Jahre in der Viertklassigkeit und drängen massiv zurück in den Profifußball.
Kürzeste Auswärtsfahrt über 400 Kilometer
Und was hat Rostock damit zu tun? Der FCH wäre ohne Lok Leipzig die einzige Ost-Mannschaft in der 3. Liga. Die kürzeste Auswärtsfahrt wäre zum SV Meppen mit 415 Kilometern, gefolgt von den Reisen nach Verl (436) und Münster (463). Ansonsten konzentrieren sich die anderen Ziele alle weiter im Westen, Südwesten und Bayern. Leipzig wäre mit 393 Kilometern fast ein Heimspiel dagegen.
Der 1. FC Lok Leipzig startet gegen die Würzburger Kickers mit einem Heimspiel am Donnerstag (28.5.) um 19 Uhr im Bruno-Plache-Stadion. Das Rückspiel steigt am Montag (1.6.) um 18.30 Uhr.
Werden im Sommer die Weichen gestellt?
Es wird vermutlich eines der letzten Aufstiegsrelegation der Regionalligisten sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will noch in diesem Sommer die Weichen dafür stellen, dass die jeweiligen Meister, der wohl zukünftig vier Regionalligen, direkt in die 3. Liga aufsteigen. Spätestens ab der Saison 2028/2029 soll es keine „Do-or-Die-Spiele“ mehr geben. Viele Vereine wollen die Reform allerdings schon ein Jahr früher umsetzen.
Das “Kompassmodell“ soll dabei stark favorisiert sein. Kommt es, gibt es keine starren Verbandsgrenzen mehr. Die insgesamt 80 Regionalligisten werden vor jeder Saison mathematisch-geografisch so auf vier Staffeln aufgeteilt, dass die Fahrtwege für alle Vereine so kurz wie möglich sind und lokale Derbys erhalten bleiben. Ähnlich macht es bereits der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) seit Jahren.
Bildquellen
- Ostseestadion: Lobeca/Marcus Kaben
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