Weiterer Tiefpunkt in der HSV-Geschichte – Ex-Dino verliert nächsten Zahn

Hamburgs Torwart Julian Pollersbeck, Bakery Jatta und Stephan Ambrosius Foto: action press/Pool via Michael Schwarz

Hamburg – Der 28. Juni 2020 geht als weiterer Tiefpunkt in die HSV-Geschichte ein. Nicht nur, dass man die letzte Chance um den Aufstieg in die Bundesliga verpasste – es war gleichzeitig eine Demütigung des SV Sandhausen. Der gewann nämlich mit 5:1 (2:0) im Volkspark und verpasste dem Hamburger SV den letzten Tiefschlag in der Corona-Zeit. Als i-Tüpfelchen durfte sich sogar Ex-Rothose Dennis Diekmeier in die Torschützenliste eintragen. Er erzielte seinen zweiten Treffer in seiner bisherigen zwölfjährigen Profikarriere – ausgerechnet in dem Wohnzimmer, wo er acht Jahre selbst zuhause war. Die Partie ist schnell analysiert. Der HSV hatte von Beginn an keinen Mut, zu viele Probleme mit sich selbst und einen Gegner, der das gnadenlos ausnutzte. Am Ende ist es wieder nur Platz vier für den ehemaligen Dino, dem ein weiterer Zahn gezogen wurde.

Bakery Jatta (HSV). Foto: Groothuis/Witters/Pool via Michael Schwarz

„Wir haben es selbst verspielt“

Hamburgs Coach Dieter Hecking sagte danach: „Heute hat man gesehen, dass wir unter einer sehr großen Anspannung gespielt haben. Wir dürfen nicht zwei solch leichte Gegentore kriegen. Damit haben wir uns noch mehr unter Druck gesetzt und konnten diesen das ganze Spiel über nicht mehr ablegen. Insgesamt haben wir keinen Zugriff gefunden, viel zu unrund gespielt und selbst nach dem 1:2 die letzte Entschlossenheit vermissen lassen. Nach dem 1:3 war klar, dass uns der Stecker gezogen wurde. Es ist eine sehr große Enttäuschung. Wir haben den Aufstieg aber nicht nur heute verspielt, sondern insgesamt nach dem Re-Start. Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht, zu viele Gegentore kassiert, gerade auch späte Gegentore. Das kann einmal passieren, aber nicht so häufig. Das ist nicht zu entschuldigen. Wir haben es selbst verspielt.“

Dieter Hecking (Trainer HSV). Foto: action press/Pool via Michael Schwarz

„So eine Leistung ist nicht zu entschuldigen“

Club-Boss Marcell Jansen: „Große Erklärungen für dieses Spiel sind fehl am Platze. In den letzten Wochen haben wir uns in wichtigen Momenten viele Punkte wegnehmen lassen, die uns in diese Situation gebracht haben. Am letzten Spieltag ist es ein anderer Druck, dennoch ist so eine Leistung nicht zu entschuldigen. Wir werden in den kommenden Tagen in die Analyse gehen. Natürlich haben unsere Fans zuletzt gefehlt. Sie tragen die Mannschaft in allen Heim- und Auswärtsspielen und sind die Herzkammer unseres Clubs.“

HSV nur noch guter Zweitligist

Der HSV hat es nicht am letzten Spieltag verdaddelt, sondern in einem schleichenden Prozesse. Zu viele Punkte wurden, vor allem, zuletzt in der Nachspielzeit sinnlos abgegeben. Sei es die Niederlagen in Stuttgart und Heidenheim oder die nicht gewonnenen Begegnungen gegen Osnabrück oder eben Sandhausen… Viele Beispiele, viele Fehlerquellen zu viele Missstände. Der Hamburger SV ist dabei ein guter Zweitligist zu werden, mehr aber auch nicht. Wie im Vorjahr ging der Mannschaft am Ende die Puste aus, schaffte es nicht eine Überlegenheit in einen Aufstieg umzumünzen. Nur drei Mal stand man auf einem Nichtabstiegsplatz. Daraus schlugen die Rothosen kein Kapital. Bitter für Hamburg, bitter für den Verein, bitter für die Fans.

Rick van Drongelen (HSV). Foto: Groothuis/Witters/Pool via Michael Schwarz

Neue Saison ohne van Drongelen

Zu allem Pech und Unvermögen hat es Rick van Drongelen schwer erwischt. Der 21-jährige Innenverteidiger zog sich nach einer guten halben Stunde einen Kreuzbandriss zu. Er wird der Mannschaft rund acht Monate fehlen.

Bleibt der Trainer?

Ob Trainer Hecking bleibt, ist nun die erste Frage, die nach der Saisonanalyse beantwortet wird. Der 55-Jährige, dessen Vertrag nur für ein Jahr geschlossen wurde und sich nur bei einem Aufstieg automatisch verlängert hätte, sagte dazu nach dem Debakel gegen Sandhausen nur das, was er schon einige Tage zuvor bekräftigte. Hier könnte es eine weitere Zusammenarbeit geben. Auch Sportvorstand Jonas Boldt schwamm bereits in die gleiche Richtung.

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