Bremens Oldie Claudio Pizarro
Archiv-Foto: Fishing4/Krause

Die Deutsche Fußball-Bundesliga nähert sich ihrem Saisonfinale. Während an der Spitze alles wie gewohnt abläuft, konzentriert sich die Spannung derzeit eher am Tabellenende. Wenige Runden vor Schluss wäre alles andere als der 30. Meistertitel für den FC Bayern München eine Sensation. Zu groß ist der Vorsprung des Titelverteidigers in den letzten Spieltagen bereits geworden.

Werder Bremen hingegen kämpft nach wie vor verbissen darum, es zumindest in die Relegationsspiele zu schaffen. Doch auch dieser kleine Erfolg wird den Verein vor zahlreiche Probleme stellen, schließlich laufen zahlreiche Verträge aus. Ein Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga erscheint für viele Fans unvorstellbar, doch langsam aber sicher müssen sich der Verein und seine Spieler auf diese Möglichkeit einstellen.

Ist die große Chance Nationalmannschaft ade?

Ein möglicher Abstieg von Werder Bremen würde wohl auch die Pläne der besten Nachwuchsfußballer des Vereins kräftig durcheinander wirbeln. Noch ist es ein Jahr bis zu nächsten Fußball-Europameisterschaft und zwei Jahre bis zur nächsten Fußball-Weltmeisterschaft hin. Das katastrophale Abschneiden in Russland bietet den Jungstars nun die Chance sich für die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Stellung zu bringen. Zuletzt schien Deutschland das Glück bei Großturnieren verlassen zu haben.

Während man sich in der Vergangenheit noch irgendwie in die nächste Runde schummelte, zeigte die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland die Schwächen deutlich auf. So schaffte es das frühe Ausscheiden der Deutschen gerade mal auf eine Liste der unglaublichsten Momente bei so einem Großturnier. Dort schienen die Fußballer bisher lediglich mit dem Nichtangriffspakt im Jahr 1982 in Spanien auf.

Doch Bundestrainer Joachim Löw hat die Zeichen der Zeit erkannt und sein Team radikal umgebaut. Das bietet zahlreichen Talenten die Chance sich in die Mannschaft zu spielen. Doch dafür müssen sie zunächst im eigenen Verein entsprechende Leistungen bieten. Steigt Werder Bremen am Ende der Saison tatsächlich in die 2. Fußball-Bundesliga ab, dann wird es schwer für Nick Woltemade und Co.

Ein kurzes Zwischenhoch

Dabei schien Werder Bremen relativ gut aus der Pause gekommen zu sein. Zwar setzte es zum Auftakt zu Hause gegen Bayer Leverkusen eine klare 0:4 Niederlage, doch schon im nächsten Spiel keimte Hoffnung auf. Dem Team gelang auswärts gegen den SC Freiburg ein überraschender 1:0 Sieg. In Folge rang Werder Bremen zu Hause Borussia Mönchengladbach ein Remis ab. Als es auf Schalke neuerlich für einen knappen 1:0 Sieg reichte, schien die Mannschaft auf einem guten Weg zu sein.

Doch der nächste Rückschlag folgt prompt. Eintracht Frankfurt und zuletzt der VfL Wolfsburg zeigten dem Abstiegskandidaten brutal seine Grenzen auf und Werder Bremen muss seine Hoffnungen auf einen Verbleib in der höchsten Spielklasse aus eigenen Kraft nun wohl endgültig begraben. Die Mannschaft hat sich am Ende der Saison in eine Lage manövriert, aus der es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt.

Vier Spieltage vor dem Ende liegt Werder Bremen nun drei Punkte hinter Fortuna Düsseldorf und damit vom Relegationsplatz entfernt. Platz 15 in der Tabelle und damit eine Rettung in letzter Sekunde, ist mit einem Rückstand von sechs Punkten bereits außer Reichweite. Der zwischenzeitliche Aufschwung mit immerhin sieben Punkten aus drei Spielen war alles andere als nachhaltig. Das Zwischenhoch nach der langen Spielpause reichte nicht aus, um die Mannschaft mittelfristig zu stabilisieren und aus der Gefahrenzone zu hieven. Mitverantwortlich dafür ist auch die schwache Ausbeute vor dem Tor.

Drei Treffer in fünf Spielen sind einfach viel zu wenig, um im Abstiegskampf bestehen zu können. Mit 30 Toren in 30 Spielen und gleichzeitig 63 Gegentoren stellt Werder Bremen weiterhin den schwächsten Angriff und die schwächste Abwehr aller Teams. Diese beiden Zahlen demonstrieren bereits deutlich, woran es in dieser Mannschaft krankt.

Es verbleibt nur noch wenig Hoffnung

Was könnte jetzt noch helfen? Ein Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse aus eigener Kraft erscheint angesichts der Situation völlig unmöglich. Werder Bremen sollte sich daher auf den letzten Rettungsanker konzentrierten, der in dieser Situation noch erreichbar erscheint. Das ist Platz 16 in der Tabelle und damit ein Platz in der Relegation. Der direkte Konkurrent Fortuna Düsseldorf hat das etwas schwerere Restprogramm, doch Werder Bremen empfängt am übernächsten Spieltag den Tabellenführer FC Bayern München. Gleichzeitig beträgt der Rückstand auf Fortuna Düsseldorf drei Punkte, die Tordifferenz ist im Vergleich zum direkten Konkurrenten deutlich schlechter. Jetzt kann den Grün-Weißen nur noch ein Fußballwunder helfen. (Xp)

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