Lübeck – Am Mittwoch (17 Uhr) kommt es an der Lohmühle zum Duell zwischen dem VfB Lübeck und dem FC Hansa Rostock. Beide Clubs benötigen Zählbares. Der Gastgeber um sich im Abstiegskampf wieder punktetechnisch und tabellarisch besser zu positionieren in der 3. Liga. Die „Kogge-Kicker“ um den Traum von der Rückkehr in die 2. Liga nachhaltig zu untermauern und zu befeuern.

Trio kehrt zurück

Rolf Martin Landerl kann für das Match am Mittwoch fast aus dem Vollen schöpfen. Nur auf Morten Rüdiger (Kreuzband) kann der Cheftrainer nicht zurückgreifen. Im Gegenzug dazu  sind aber mit Nicolas Hebisch (leichter Muskelfaserriss), Thorben Deters und Marvin Thiel drei zuletzt angeschlagene Akteure wieder voll ins Mannschaftstraining am Montag eingestiegen.  

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Trainingsgruppe 2: Feka nicht dabei

Kein Thema sind aktuell für oben Tim Weißmann, Jamie Shalom und Dren Feka (23), die sich weiter in der Trainingsgruppe II befinden. Letztgenannter, also Feka, der im Sommer 2020 von Drochtersen/Assel an die Lohmühle gewechselt war, ist allerdings aktuell angeschlagen (muskuläre Pobleme), arbeitete am Montag parallel zur Ligamannschaft mit Janning Michels (Athletiktrainer) an einer Rückkehr in den Normalbetrieb.   

Janning Michels, Athletiktrainer, VfB Lübeck. Foto: Lobeca/Kaben

Lizenz beantragt

Pünktlich am Montag übermittelte der VfB seine Lizenzunterlagen nach Frankfurt. Der Deutscher Fußball Bund (DFB) bestätigte den Eingang. Dabei soll es einige Einschnitte im Kader geben, der derzeit 29 Spieler umfasst. 26 Verträge laufen aus und die Mannschaft dürfte in der kommenden Saison ein anderes Gesicht bekommen. Kapitän Tommy Grupe, Mirko Boland, Jamie Shalom und den an den Bonner SC verliehenen Sören Lippert haben noch Verträge bis zum Sommer 2022, der Rest – bis auf den suspendierten Florian Riedel, der den Verein sicherlich verlässt – darf sich im Abstiegskampf beweisen.

Teutonia will nach Lübeck

Auf der Lohmühle könnte es dabei in der Spielzeit 2021/2022 jede Woche zu Drittliga-Fußball kommen. Voraussetzung: Der VfB Lübeck hält die Klasse und FC Teutonia 05 Ottensen steigt auf. Der Hamburger Club hat die Lizenz für den Profifußball eingereicht. Nein, das ist kein verfrühter Aprilscherz gewesen, denn der Aufsteiger aus der Oberliga will den Schritt wagen und dabei seine Heimspiele auf der Lohmühle austragen. „Ja, wir haben zugestimmt. Es ist aber bislang nur eine Absichtserklärung. Für den Fall des Aufstiegs wären da noch ein paar Dinge zu klären, mit dem DFB, mit Behörden usw.“, so Lübecks Presssprecher Christian Jessen gegenüber HL-SPORTS. Sollten die Teutonen in Hamburg kein passendes Stadion finden, würden sich nach Lübeck ausweichen wollen.

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Die Aufsteigsmannschaft des FC Teutonia 05 in der Saison 2019/2020. Foto: Lobeca/Felix Schlikis

Vision an der Kreuzkirche – Geld für Grün-Weiß

„Wir haben eine starke Vision für den FC Teutonia 05 und haben uns aufgrund der augenblicklichen unklaren sportlichen Situation entschlossen schon für die kommende Saison die Unterlagen einzureichen“, erklärte Liborio Mazzagatti, Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands im Ottensener Traditionsverein. „Unsere sportlichen Ziele und Ambitionen möchten wir auf einer gesicherten Basis realisieren und weiter ausbauen. Die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit ein Antrag auf 3.Liga-Lizenz auch Erfolg hat, ist für einen kleinen Verein wie der FC Teutonia 05 eine Herkulesaufgabe und wir hoffen die geforderte wirtschaftliche und organisatorisch-technische Leistungsfähigkeit nachweisen zu können.“ Der FCT steht derzeit auf dem zweiten Platz in der Regionalliga Nord, wäre für die Aufstiegsrunde qualifiziert, müsste diese als Erster abschließen und dann in der Qualifikation gegen den Meister der Regionalliga Bayern gewinnen. Aktuell ist dort Viktoria Aschaffenburg Tabellenführer, doch auch 1. FC Nürnberg II, SpVgg Bayreuth und 1. FC Schweinfurt sind noch in aussichtsreicher Position vertreten. Vor vier Jahren spielte der Club von der Hamburger Kreuzkirche noch in der Landesliga, gilt als finanzstark. Das Thema Spielstätte an der Elbe ist aber noch nicht vom Tisch. „Wir sind hier von den Profivereinen in Hamburg abhängig und appellieren an die Solidarität der dortigen Entscheider“, so Mazzagatti. Das Volksparkstadion könnte vermutlich einen Tick zu teuer sein und nach Informationen von HL-SPORTS sollen für das Millerntor des FC St. Pauli rund 25.000 Euro Mietkosten pro Heimspiel auf dem Zettel stehen. Die günstige Variante wäre die Lübecker Lohmühle – und davon würden vermutlich die Grün-Weißen so oder so profitieren. „Wir sind dem VfB Lübeck für die angenehmen, reibungslosen und konstruktiven Gespräche sehr dankbar. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es auch in Lübeck noch das Problem der fehlenden Rasenheizung. Der Einbau einer solchen Anlage wird dort derzeit für den Sommer geplant.“

Regionalliga-Saison 2018/2019: TSV Havelse – VfB Lübeck: VfB-Stürmer Daniel Franziskus mit dem Torabschluß vor Abwehrspieler Tobias Fölster. Foto: Lobeca/Marcel Jahnke

Konkurrenz ist groß

Für Teutonia ist die Mitbewerberschaft um die 3. Liga im Norden allerdings nicht zu unterschätzen. Überraschend wird Weiche Flensburg nicht melden, dafür aber die Zweitvertretungen des Hamburger SV und Hannover 96. Dazu hat der TSV Havelse verkündet das Wagnis Profifußball eingehen zu wollen. Die Garbsener würden dann ihre Heimspiele allerdings in der HDI-Arena von Hannover 96 austragen. Auch hier einigte man sich bereits für den Fall der Fälle. Eintracht Norderstedt und der 1. FC Phönix Lübeck wollen weiterhin in der 4. Liga kicken.

Die nächsten Partien in der 3. Liga:

Viktoria Köln – 1. FC Magdeburg (Di., 17 Uhr)
VfB Lübeck – FC Hansa Rostock (Mi., 17 Uhr)
KFC Uerdingen – FC Ingolstadt
1.FC Saarbrücken – MSV Duisburg

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