Bundesliga-Schiedsrichter Dr. Felix Brych aus München
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Lübeck – Zeitstrafen im Fußball sind keine Neuheit, denn es gab sie schon einmal. Nun sollen sie wiederkommen. In Hessen startet zur neuen Saison von der Jugend bis zum Seniorenbereich auf Kreisebene ein Pilotprojekt, das über zwei Jahre gehen soll. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gab grünes Licht dafür. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hatte sich dafür eingesetzt.

Erst Gelb, dann Zeitstrafe und erst danach Platzverweis

Die praktische Umsetzung auf dem Spielfeld sieht vor, dass nach einer Gelben Karte im nächsten Schritt statt der Gelb-Roten Karte eine Zeitstrafe als Sanktionierung erfolgt. Erst danach würde im Falle eines weiteren verwarnungswürdigen Vergehens ein Platzverweis ausgesprochen werden. Zur Anwendung kommt die Regelung ausschließlich im Spielbetrieb auf Kreisebene – sowohl bei den Juniorinnen und Junioren als auch im Frauen- und Männerbereich.

In Schleswig-Holstein aktuell kein Thema

In Schleswig-Holstein sind Zeitstrafen aktuell kein Thema. Klaus Schneider, Vorsitzender des Herrenspielausschusses im Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) sagt zu HL-SPORTS: „Man muss einmal abwarten, was es bringt und schauen, ob man sich damit anfreunden kann. Überall passiert etwas und von den Vereinen wird sehr viel verlangt, was teilweise gar nicht mehr von ihnen zu leisten ist. Kommen die Vereine auf uns zu und sprechen das Thema Zeitstrafen an, würden wir uns damit beschäftigen. In der nächsten Sitzung mit den Kreisobleuten wäre das zumindest schon einmal eine Frage.“

„Die sind alle erwachsen!“

Lübecks Kreisschiedsrichterobmann Tobias Drever sieht die Sache klar: „Meine Meinung ist, dass alle erwachsen sind und genau wissen sollten, was sie tun dürfen und was nicht. Da halte ich es für nicht nötig wieder die Zeitstrafe einzuführen. Als Schiedsrichter hat man vor allem dort die Möglichkeit mit den Spielern zu kommunizieren. Das klappt alles sehr gut, wie ich finde. Im Jugendbereich ist das etwas anderes. Da finde ich Zeitstrafen gut und die haben wir ja aktuell auch.“