„Zick-Zack-Kurs“ in der Corona-Politik – Clubs wollen das nicht mehr hinnehmen

Juristische Schritte werden geprüft – HSV setzt auf Dialog und wartet auf Antworten

2.000 Fans im Volksparkstadion während Corona. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Hamburg – Montag gab es eine weitere Bund-Länder-Runde zur Corona-Pandemie. Die Profi-Clubs schauten mit Argusaugen darauf und waren hinterher sehr enttäuscht und teilweise sauer! Die Stadien und Hallen sollen weiter leer bleiben oder nur mit einer geringen Kapazität ausgelastet sein. Dagegen scheint es so, dass Kulturveranstaltungen Öffnungen erfahren. Das führt jetzt zu richtig Ärger, denn die Profis wollen das nicht länger hinnehmen.

Einheitliche Regeln gefordert

„Die Bundesregierung kann sich nicht die Welt malen, wie sie ihr gefällt. Das endet dann in einem Zick-Zack-Kurs, den die Menschen nicht mehr mittragen. Ich fordere daher einheitliche und vor allem bundesweite Regeln, denn ansonsten können wir uns an gar nichts mehr orientieren und das Vertrauen in Aussagen schwindet noch mehr“, sagte RB Leipzig-Chef Oliver Mintzlaff in der „Bild“.

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Clubs haben keine Lust mehr

Auch bei Borussia Dortmund, VfB Stuttgart, 1. FC Köln und vielen anderen Bundesliga-Clubs geht man nicht mehr konform mit den Maßnahmen. Tenor: Sie haben keine Lust mehr und wollen möglicherweise juristisch dagegen vorgehen.

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HSV beobachtet

Beim Hamburger SV setzt man (noch) auf den Dialog. Finanzvorstand Dr. Thomas Wüstefeld. Der sagte am Mittwoch: „Unsere Philosophie ist weiterhin, zu reden, sachliche Lösungen und Inhalte zu suchen. Wir beabsichtigen derzeit keine juristische Prüfung, beobachten aber selbstverständlich, was die Kollegen in Dortmund, Köln und Leipzig machen. Wir sind mit diesen Clubs und der DFL im Austausch, um zu gucken, dass wir das Bestmögliche für Fans, Mitglieder und alle Menschen, die Fußball mögen, herausholen. Wir versuchen, gemeinschaftlich eine Argumentationslinie zu finden.“

„Ich habe noch keine plausible Antwort erhalten“

Im Volkspark müsste man eigentlich kochen, denn nur ein paar Kilometer weiter in der City strahlt der Besucher der Elbphilharmonie. Von 2.100 Plätzen dürfen (Indoor!) 2.000 Zuschauer Platz nehmen. Wüstefeld könnte sich bei den HSV-Heimspielen 25.000 bis 30.000 Fans vorstellen, „ohne dass es ein Risiko für die Menschen gibt. Diese Zahl ist nicht gewürfelt, sondern ermittelt und tief evaluiert worden“. Er fügt hinzu: „Es ist schwer nachvollziehbar, warum in einigen Stadien 35.000 Zuschauer möglich sind und in anderen Stadien, die über ein weitaus höheres Fassungsvermögen verfügen, nur 750 Zuschauer sitzen. Das ist ein komplexes Thema, wozu ich leider noch keine plausible Antwort bekommen habe, wie diese Zuschauerzahlen entstehen und inhaltlich verargumentiert werden.“

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