
Pansdorf – Am gestrigen Freitagabend stand das Rückspiel der Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga zwischen den beiden Vizemeistern der Kreisliga Südost und Ost an. Der TSV Pansdorf II empfing Eutin 08 II und nach einem 1:1 im Hinspiel wurde mit Spannung auf die Partie geblickt. In einem spannenden Rückspiel, in dem sich beide Teams auf Augenhöhe begegneten, fiel in der 77. Minute der entscheidende Treffer des Abends. Einen Gönnemann-Einwurf verlängerte Niklas Simon entscheidend. Es war das Tor zur Verbandsliga, sodass nach dem Abpfiff Ekstase bei der Heimelf herrschte. Ganz anders sah es auf der anderen Seite aus, denn für Eutin reichte es am Ende nicht, um den Aufstieg in die höhere Liga zu verwirklichen, sodass die Enttäuschung sichtbar war. HL-SPORTS sprach nach dem Rückspiel mit beiden Trainern sowie einigen Spielern.
Aufstiegstrainer mit Lobeshymnen für den Gegner
Steven Tion (Trainer TSV Pansdorf II) zum Spiel aus seiner Sicht: „Ich fühle mich platt. Nach intensiven 97 Minuten und es waren nachher ja nochmal zwei, also 98/99 Minuten am Ende. Ein brutales Spiel, dann rutscht da so ein Eiertor durch. Es war heute nochmal ausgeglichener als letzte Woche und wirklich nervenzerreibend. Ich muss auch ein großes Lob an Jaspers Mannschaft ausrichten. Was er da auf die Beine gestellt hat, das ist eine echt gute und sehr faire Truppe. Ich wünsche ihnen weiterhin ganz viel Erfolg, dass sie es im nächsten Jahr packen.“
„Sie hatten zwei, drei richtig gute Chancen, wir aber auch ein, zwei. Wir wollten es unbedingt und nachdem wir auf Malle waren, wollten wir uns die Blöße auch nicht geben.“
Zur Abendgestaltung nach dem Aufstieg: „Wir schauen mal, lassen uns treiben. Wir haben nichts vorbereitet, so sicher waren wir uns dann doch nicht, aber ich weiß aus guter Quelle, dass die Jungs ganz gut feiern können.“
Frahm: „Ich hätte es jedem einzelnen Spieler aus dem Kader einfach so sehr gegönnt“
Jasper Frahm (Trainer Eutin 08 II): „Ich fühle mich hochemotional, zutiefst enttäuscht. Ich hätte es jedem einzelnen Spieler aus dem Kader einfach so sehr gegönnt, nach diesen drei Jahren und diesem Aufwand diesen Schritt zu gehen. Es ist einfach bitter. Ich hätte es mir total gewünscht, weil ich eben sehe, wie die Mannschaft jede Woche unseren Plan verfolgt, wie sie mitzieht und so aktiv wie ich an der Seitenlinie bin, bin ich auch unter der Woche im Training aktiv und fordere viel von den Jungs und trotzdem haben sie immer mitgezogen. Gerade allein schon deswegen hätte ich es jedem einfach so sehr gegönnt.“
„Am Ende ist der Fußball ein Ergebnissport und wenn du aus zwei Spielen eben nur ein Tor machst und der Gegner zwei, dann ist es einfach zu wenig. Ich glaube, wir haben gerade in der ersten, aber auch in der zweiten Halbzeit genug Torchancen gehabt, die wir dann im letzten Moment nicht konsequent und entschlossen genug zu Ende spielen oder machen. In der ersten Halbzeit denke ich nur an die Parade vom Keeper, wie er überragend im Eins-gegen-Eins gegen Monty hält und solche Dinger müssen dann in so einem Spiel auch mal rein, um eine gewisse Sicherheit und breite Brust zu bekommen. Das hat hier nicht funktioniert und trotzdem waren wir defensiv immer stabil. Eine Mannschaft, die unfassbar viele Tore geschossen hat in dieser Saison, haben wir kaum zur Entfaltung kommen lassen. Wann sind sie gefährlich geworden? Durch lange Einwürfe und das war in der ersten und zweiten Halbzeit so. Das wussten wir, haben in der zweiten Halbzeit aber einen Tick zu häufig die Einwürfe zugelassen, indem wir zu oft den Ball ins Aus geköpft haben, statt ins Halbfeld zu spielen. Das hätten wir besser unterbinden müssen und dann ist es bei der Vielzahl dieser Einwürfe auch klar, dass irgendwann mal einer reinrutscht, das ist nun mal eine enorme Waffe.“
„Ich fühle mich natürlich scheiße“
Lennard Jakubenko (Eutin 08 II): „Ich fühle mich natürlich scheiße, das ist klar. Das zweite Mal in Folge wieder relativ bitter, weil es wieder auf Augenhöhe war. Wie auch das Hinspiel ein 1:1- oder 0:0-Spiel und dann brauchst du dieses Stückchen Glück. Den einen holt Raube überragend raus gegen Monty, da muss man sagen, wenn man so ein Ding hält, ist das schon gut für eine Truppe und hintenraus fällt dann so ein Ding irgendwie rein.“
„Ich glaube, Eutin hat wenig falsch gemacht“
Felix Krüger (TSV Pansdorf II): „Ich fühle mich sehr, sehr glücklich. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, aber mir ist auch ganz wichtig, ein großes Dankeschön und Lob an den Gegner Eutin 08 auszusprechen. Das waren wirklich zwei ganz tolle Spiele auf Augenhöhe, sie haben es super gemacht. Es kann am Ende nur einer schaffen, das ist im Fußball nun mal so. Wir sind super glücklich, dass wir es geschafft haben. Ich glaube, dass wir in beiden Spielen Momente hatten, in denen wir wirklich richtig gut drauf waren und Eutin beschäftigt haben. Am Ende war das Tor vielleicht ein Quäntchen Glück. Wir haben natürlich in der ersten Halbzeit eine Wahnsinnsparade, die er da rausholt. Wir sind als Team über die ganze Saison zusammengewachsen, ich bin unfassbar stolz, dass ich in dieser Mannschaft spielen darf.“
„Ich glaube, Eutin hat wenig falsch gemacht. Diese Spiele auf Augenhöhe werden mit Kleinigkeiten entschieden. Jetzt war es eine Standardsituation, im Hinspiel war das Tor von Eutin eine, das gehört mit dazu. Man braucht ein bisschen Spielglück. Wir haben einen tollen Support hier im Heimspiel gehabt, es war die Hölle los, die Pansdorfer haben uns alle unterstützt. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich glaube, Eutin muss diesen Weg so weitergehen, sollte als junge und kämpferisch gute Truppe weitermachen und irgendwann wird man sich belohnen, aber zur Wahrheit gehört auch dazu, dass ich froh bin, dass wir es heute waren.“
Leere beim künftigen Cheftrainer
Florian Schumacher (Eutin 08 II): „Es geht in mir komplette Leere vor. Wenn man sieht, wie die Jungs gearbeitet haben, ich bin erst ab Winter so richtig dazugestoßen, reißen sich Woche für Woche den Arsch auf, das Trainerteam hat hier alles reingeschmissen. Umso bitterer ist es, dass wir Frahmi nicht mit dem Aufstieg belohnen können und auch die Arbeit der Jungs nicht. Es ist natürlich so, wenn du ein Tor weniger schießt, steigst du damit eben nicht auf, es ist komplett ärgerlich, aber Glückwunsch an Pansdorf. Man darf nicht vergessen, es war eine lange Saison. Kaum Pause, weil letzte Saison schon die Aufstiegsspiele waren. Weil es wirklich auch intensive Spiele waren, kann man niemandem einen Vorwurf machen. Pansdorf ist ja trotzdem noch vorne raufgegangen. Eine Chance hätte gereicht, ein langer Ball, wir hatten ja schon vorher unsere Möglichkeiten, das 1:0 zu machen. Das müssen wir uns ankreiden, weil wenn wir 1:0 in Führung gehen, läuft es genau andersherum.“
Keeper Raube: „Wir reißen heute erst einmal den Container ab“
Patrick Raube (TSV Pansdorf II): „Es ist mega. Das war nochmal ein echt emotionales Spiel über die kompletten 97 Minuten. Wir hatten in der ersten Halbzeit Glück, dass Eutin nicht das 1:0 macht und in der zweiten Hälfte waren sie mehr am Drücker als wir, aber durch gute Einwürfe von Gönni haben wir dann doch das Tor gemacht. Wir haben jetzt erstmal wohlverdiente drei Wochen Pause, aber ich glaube, wir reißen heute erstmal den Container ab.“
Zur Glanzparade gegen Monty: „Eigentlich sind wir dort in einen blöden Konter gelaufen, wobei wir Eins-gegen-Eins mit beiden Innenverteidigern gespielt haben und sie jeweils die Bälle unterschätzt haben. Dadurch ist der durchgeflutscht und ich stand gut, ein bisschen weiter vorne, sodass ich den etwas besseren Winkel hatte und den Ball halten konnte.“







