Zwischen Hoffen, Skepsis und Ersatz-Training

Lukas Oden (Breitenfelde) klärt fair vor Mick Saupe (Büchen). Foto: Eric Lekien

Lübeck – Die Diskussionen um die aktuelle Amateur-Saison ist spätestens seit vergangenem Montag wieder entfacht. Sebastian Wenchel, Coach des Landesligisten Eichholzer SV, ist für frühzeitige Klarheit und fordert einen Abbruch der Spielzeit 2020/21. Beim TSV Travemünde setzt man eher auf Geduld. Einig sind sich beide, dass die Terminfindungen für die verbleibenden Spieltage jedoch schwierig sein könnten. Der Verband zeigt sich ratlos, sucht derzeit sogar nach alternativen Lösungen, um im Sommer eine Tabelle erstellen zu können.

„Wir werden mit Einschränkungen leben müssen“

Auch bei den Liga-Konkurrenten macht man sich Gedanken, wie und vor allem wann es weitergeht. Dabei ist Gerd Dreller, Trainer beim Büchen-Siebeneichener SV, skeptisch ein normales Saisonende zu finden. Bei HL-SPORTS sagt er: „In Bezug auf den Amateurfussball sind wir abhängig von den politischen Entscheidungen. Der Bundesgesundheitsminister spricht von einer Normalität ab Sommer 2021. Solange keine Grundimmunität besteht, werden wir mit Einschränkungen leben müssen. Jeder Spieler unseres Teams hat die Möglichkeit erhalten, sich anhand eines Programms fit zu halten. Bisher hatten wir die Hoffnung, dass nach den entsprechenden Lockdowns ein Restart möglich ist. In Anbetracht der jetzigen Situation rechne ich nicht vor April mit einer Fortsetzung der Trainingsmöglichkeit. Die Fortsetzung des Spielbetriebes sehe ich in dieser Saison eher skeptisch.“

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Online-Training in Hartenholm und Sereetz

Beim TuS Hartenholm ist man nicht so klar, hofft einfach, dass es irgendwann weitergeht. Martin Ghafury, Sportlicher Leiter der Segeberger: „Die letzten Wochen haben uns schon gezeigt, dass wir so schnell mit unserem Hobby nicht anfangen können. Wir werden weiterhin Online-Trainingseinheiten absolvieren und zusätzlich unseren Spielern Laufpläne an die Hand geben. Wir müssen weitestgehend das Beste aus der Situation machen. Ich wünsche mir für unseren Amateursport, dass wir bald alle wieder auf dem Platz stehen können und ohne Sorgen Fußballspielen können! Wann und wie es weitergeht, dazu kann glaube ich aktuell keiner was sagen, daher hoffen wir, dass wir die Pandemie schnellstmöglich in den Griff bekommen. Der Trainingsplan mit den Übungen an dem Abend wird vorweg an die Jungs geschickt. Meistens sind das acht bis zehn Übungen des jeweiligen Bereiches.“

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Andreas Beyer (Trainer, Seereetzer SV): „Eine seriöse Einschätzung, wie und wann es eventuell weitergehen könnte, ist zur Zeit wirklich nicht möglich. Wie mit der aktuellen Saison umgegangen werden wird, bleibt die spannende Frage. Wir hoffen natürlich, dass die Saison, in welcher Form auch immer, sportlich zu Ende geführt wird und man im August wieder in gewohnter Ligen-Einteilung in die neue Saison starten kann. Geduld ist aber erstmal gefragt! Die fußballfreie Zeit überbrücken wir mit Online-Training oder zuletzt mit einer extra Weihnachts-Challenge.“

Skepsis um Uhlenhorst

Oliver Oden, Liga-Manager beim Breitenfelder SV sagt: „Ich befürchte, dass wir trotz Impfstoff und zu erwartendem Frühjahr noch einige Zeit brauchen, um normal und ungezwungen wieder in den Trainings und Spielbetrieb einsteigen zu können. Somit wäre auch eine Fortsetzung der Saison unrealistisch, weil einfach die Zeit fehlt, um die Spieltage abzuwickeln. Da wird es dann gegebenenfalls eine Tabelle geben per Quotient, aber wenn wir erstmal so weit sind, hätten wir alle als Fußballer zusammen schon viel erreicht.“

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