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Lübeck – Es hat schon fast etwas von einer Premiere, wenn Handballdrittligist TSV Travemünde demnächst ins Viertelfinale des HVSH (Handballverband Schleswig- Holstein)-Landespokals einsteigen wird. Denn seit über zehn Jahren blieben die Raubmöwen diesem Titelrennen fern. In der Regel deshalb, weil sich Erst- und Zweitligisten seit jeher direkt für den Pokal des Deutschen Handballbundes qualifizieren. Und als Travemünde vor zwei Jahren in der damaligen 3. Bundesliga Ost spielte, verzichtete es auf eine Teilnahme am Landes- und somit automatisch auch am DHB-Pokal.

Doch für diese Saison wurde gemeldet, auch wenn solche Pokalrunden nicht nur in Augen von Raubmöwen-Coach Olaf Schimpf keine oberste Priorität genießen. Neben dem TSV Travemünde steigen mit Titelverteidiger SV Henstedt-Ulzburg, dem TSV Nord Harrislee und der HG OKT (Owschlag-Kropp-Tetenhusen) drei weitere Drittligisten in diesen Pokalwettbewerb mit ein. Ein direktes Aufeinandertreffen dieser vier Mannschaften gibt es nicht. Für Henstedt-Ulzburg kommt es zur Neuauflage des letztjährigen Endspiels. Der SVHU, der nach den Triumphen der letzten beiden Jahre natürlich das Triple in den Kreis Segeberg holen möchte, muss bei Preußen Reinfeld antreten. Dort ist mittlerweile der langjährige Raubmöwen-Trainer Thomas Kruse in den Trainerstab mit eingestiegen. Ein erneuter Einzug ins Final Four dürfte angesichts des Gegners, der eine so herausragende Rolle in der 3. Liga Nord spielt, kaum möglich sein.

Und die Raubmöwen? Die Auslosung, die heute Mittag in Kiel am Rande des Supercups vorgenommen wurde, bescherte den Travemünderinnen mit dem TSV Wattenbek einen anspruchsvollen Gegner aus der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein. Dort belegen die „Peitschen“ punktgleich mit Tabellenführer Todesfelde-Leezen Rang drei der Tabelle. Für Trainer Lars Ohmsen, der die Raubmöwen selbst über Jahre begleitete, wird es ein Wiedersehen mit einem Verein, den er nur zu gut kennt. Die Raubmöwen aus seiner Zeit haben mit den heutigen jedoch nichts mehr zu tun. Bekannteste Wattenbeker Spielerin aus Travemünder Sicht ist Svenja Hollerbuhl, die als Raubmöwe bis zu ihrem Abschied 2012 die Zuschauer am Steenkamp mit ihren unnachahmlichen Tempogegenstößen entzückte und auch jetzt in der Oberliga eine tragende Rolle spielt.

Terminiert wurde das Viertelfinale auf das Wochenende 19. und 20. Dezember. Für das Spiel TSV Travemünde versus TSV Wattenbek wird das nicht gelten, denn für diesen Zeitraum wurde auch ein Bundesliga-Spieltag der weiblichen A-Jugend angesetzt, für den sich der VfL Bad Schwartau qualifiziert hat. Bei den VfL-Handballgirls spielt über ein Zweitspielrecht bekanntlich ein Großteil der Raubmöwen. Wann das Pokalduell in Wattenbek ausgetragen wird, ist noch nicht bekannt. Möglich ist auch ein Termin erst im neuen Jahr.