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Lübeck – Gemischte Gefühle dürften die Handballfrauen der Region in der Handball-Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein haben. Während der ATSV Stockelsdorf dank eines klaren Heimerfolgs über HT Norderstedt einmal kurz durchatmen kann, musste die Frauen des VfL Bad Schwartau erneut eine richtig bittere Pille schlucken. Besser machte es die männliche U23, welche ein verloren geglaubtes Spiel in Norderstedt noch zu ihren Gunsten drehen konnte.

Oberliga Frauen
ATSV Stockelsdorf – HT Norderstedt 26:16 (15:5)
Tore ATSV: Stapelfeldt (9/4), Gravile (7), Mitschker (4), John (2), Judycka (2), Lang (1), Langanke (1)

Warum das Handballteam aus Norderstedt noch keinen Punkt, zeigte sich am Samstag in der Stockelsdorfer Großsporthalle, denn das Schlusslicht der Oberliga hatte beim ATSV Stockelsdorf nich den Hauch einer Chance. Die Gastgeberinnen spielten von Beginn an souverän, packten hinten zu und machten vorne, angeführt von der überragenden Jenny Stapelfeldt sowie, den Sack frühzeitig zu. Über 4:1 (9.) und 10:2 (19.) baute der ATSV seine Führung kontinuierlich aus. So war die Partie nach dem 15:5 durch die ebenfalls starke Angelina Gravile praktisch entschieden. „Das war eine ganz starke Abwehrleistung in der ersten Halbzeit mit vielen Ballgewinnen und daraus resultierenden Tempogegenstößen“, befand ATSV-Coach Matthias Steinhoff. Auch die Torhüterinnen Annika Kranich und Britta Reimann bekamn Lob für ihre Leistungen.

In Halbzeit zwei lief die Partie dann ausgeglichener ab, auch weil Stodo nachlässiger wurde. „Die Konzentration ließ nach“, meinte Steinhoff: „Dadurch gab es viele Fehlwürfe und Norderstedt konnte den Abstand verringern. Aber wir kontrollierten das Spiel jederzeit.“  Der Sieg kam dadurch nie in Gefahr, der knappste Vorsprung der Steinhoff-Sieben war ein 19:11 (45.). Am Ende steht ein überzeugender 26:16-Heimerfolg für den ATSV und zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Ein Wermutstropfen steht aber noch aus, denn Rückraumakteurin Mandy Schrader musste bereits nach 20 Minuten verletzt runter. Die Diagnose steht noch aus.

SG Todesfelde/Leezen – VfL Bad Schwartau 37:15 (12:7)
Tore VfL: Röwe (4), Nadolni (3/3), Schmidt (3), Füllgraf (3), Schlör (2)

Zur Halbzeit kündigte sich das Debakel des VfL nicht wirklich an. Zwar begann die SG, am Donnerstag nur knapp im Pokal gescheitert, gut und führte schnell mit 4:0 (7.). Doch die Schwartauerinnen kämpften sich in die Partie zurück und kamen durch Lisa Füllgraf auf 4:5 (14.) heran. Dann gab es den Schwartauer Verletzungsschock, denn Spielmacherin Karolina Kasprzak verletzte sich am Knie und dies konnte die ohnehin ersatzgeschwächte Schwartauer Mannschaft kaum verdauen. So baute Todesfelde die Führung bis zur Pause wieder auf 12:7 aus.

Für die zweite Halbzeit wird man für Schwartau wohl noch in einigen Tagen Erklärungen suchen. Co-Trainerin Sabrina Krawczak bezeichnete die Leistung dann auf als Katastrophe: „Wir waren vorne zu statisch gegen eine sehr offensive Todesfelder Abwehr. Zu wenig Zug in die Tiefe und wenig Selbstvertrauen führten zu vielen technischen Fehlern, welche die Todesfelder Frauen quasi zum Tempolaufen einluden.“  Vor allem die beiden ehemaligen Raubmöwen Franziska Haupt (12 Tore) und Mirlinda Hani (8) waren nicht zu stoppen und so überrollte der ToLee-Express den bemitleidenswerten VfL. Und so war man im Schwartauer Lager froh, dass die Partie nach 60 Minuten abgepfiffen wurde. Ein Sonderlob gab es von Trainer Adam Swoboda für Torhüterin Simone Reese, die ihre stärkste Saisonleistung zeigte und so eine höhe Pleite verhinderte.

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Oberliga Männer
HT Norderstedt – VfL Bad Schwartau U23 23:24 (10:10)
Tore VfL: Nagorsen (7), Bruhn (5), Möller (4), Steinfurth (3), Mißling (2), Ketzner (1), Jung (1), Patalas (1)

Es war eine dramatische Partie für den Schwartauer Nachwuchs. Viele Fehler und Fehlwürfe auf beiden Seiten führten dazu, dass die Partie von Beginn an eng blieb und vor allem wenige Tore fielen. „Norderstedt begann mit einer offensiven Abwehr gegen unsere rückraumrechte Position. Das haben wir aber mit viel Bewegung gut lösen können und uns dadurch nicht beirren lassen“, meinte VfL-Coach Thomas Steinkrauß. Bis zum 7:6 (22.) konnten die Gastgeber vom Handballteam immer vorlegen, dann drehte der VfL die Partie und ging durch Bastin Ketzner mit 10:8 (27.) in Front. Doch Norderstedt kam zur Pause zurück, Tobias Bombe glich zum 10:10-Pausenstand aus. „Individuelle Fehler haben zum Ausgleich geführt“, haderte Steinkrauß ein wenig mit den Schlussminuten.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeber den besseren Start, zogen auf 15:11 (37.) davon. Der VfL verkürzte auf 15:16 (41.), doch Norderstedt reagierte erneut. Tom Minners besorgte das 19:15 (44.). Und das Handballteam hielt die Führung zumindest konstant bei drei Toren, führte fünf Minuten vor dem Ende mit 23:20. „In den letzten fünf Minuten haben wir uns in der Abwehr und im Tor nochmal gesteigert und kein Gegentor mehr zugelassen. Vorne wurden die rausgespielten Chancen konsequent genutzt“, freute sich Steinkrauß dann über den Schlussspurt seiner Mannschaft. Denn der VfL drehte nochmal auf und gewann sogar die Partie! Vier Sekunden vor dem Ende markierte Jasper Bruhn den Siegtreffer und lässt die U23 tief durchatmen.

Zum Abschluß sagte Trainer Steinkrauß dann: „Meine Jungs haben das heute, trotz der Ausfälle, richtig gut gemacht! Wir wurden in keiner Situation hektisch, haben unsere Angriffe gut gespielt und in der Defensive wurde gut gearbeitet. Einziges Manko ist und bleibt unsere Fehlerquote im Abschluß! Daran werden wir in den nächsten Wochen weiter arbeiten Schlussendlich ziehe ich heute aber den Hut vor meiner jungen Mannschaft! Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Die Jungs haben bis zum Schluß an sich geglaubt und sich den Sieg am Ende verdient!"

Alle Ergebnisse auf einen Blick

Ergebnisse OL Frauen  
   
MTV HerzhornSG Wilhelmsburg31:20
TSV AltenholzTSV Ellerbek28:27
ATSV StockelsdorfHT Norderstedt26:16
SG Todesfelde/LeezenVfL Bad Schwartau37:15
FC St. PauliAMTV Hamburg15:25
Bredstedter TSVTSV Wattenbek29:37
SC Alstertal-LangenhornHG OKT II40:32

Tabelle Handball OL Frauen      
        
Pl. MannschaftSp.SUNDiff.Pkt.
1.AMTV Hamburg11110012122:0
2.TSV Wattenbek11110010822:0
3.SC Alstertal-Langenhorn118036316:6
4.TSV Altenholz118031016:6
5.TSV Ellerbek11704514:8
6.SG Todesfelde/Leezen117049614:8
7.HG OKT II11416-229:13
8.MTV Herzhorn11407-168:14
9.ATSV Stockelsdorf11407-648:14
10.Bredstedter TSV11317-267:15
11.VfL Bad Schwartau11308-766:16
12.SG Wilhelmsburg11308-666:16
13.FC St. Pauli11308-246:16
14.HT Norderstedt110011-1090:22
Ergebnisse OL Herren  
   
TSV HürupMTV Herzhorn26:33
TuS EsingenHSG Schü/We/Re28:27
SG Hamburg-NordPreetzer TSV36:29
HSG Ostsee N/GTHW Kiel II29:22
SG WIFT NeumünsterHG Hamburg-Barmbek27:37
FC St. PauliTV Fischbek29:26
HT NorderstedtVfL Bad Schwartau U2323:24

Tabelle Handball OL Herren      
        
Pl. MannschaftSp.SUNDiff.Pkt.
1.HG Hamburg-Barmbek1111008122:0
2.HSG Ostsse N/G1110017220:2
3.THW Kiel II117133915:7
4.TSV Hürup116143313:9
5.FC St. Pauli105231912:8
6.MTV Herzhorn11524112:10
7.SG WIFT Neumünster105141411:9
8.HSG Schü/We/Re114253010:12
9.SG Hamburg-Nord10415-219:11
10.Preetzer TSV11416-259:13
11.VfL Bad Schwartau U2311407-468:14
12.TuS Esingen11209-644:18
13.HT Norderstedt10109-752:18
14.TV Fischbek9018-581:17
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