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Paris – Die deutsche Handball-Nationalmannschaft schwamm auf der Welle der Euphorie nach dem deutlichen Sieg und der Auferstehung der Bad Boys gegen Kroatien. Der Vize-Weltmeister Katar wiederholte die Sensation, wie bereits im Viertelfinale bei der WM 2015, und schickte das DHB-Team vorzeitig nach Hause. Die 20:21 (10:9) Niederlage war auch gleichzeitig das letzte Spiel von Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

Das Spiel begann vielversprechend über 2:0 setzte sich die DHB-Auswahl bereits in der 11. Minute auf 6:2 ab. Alles aus einer sicheren Abwehr mit einem wieder einmal sehr gut aufgelegten Andreas Wolff im Tor. So schien es seinen vorprogrammierten Weg zu gehen. Doch diese Rechnung hatten die Bad Boys ohne Katars Torhüter Danijel Saric gemacht. Er stand Wolff in nichts nach und meisterte so manchen schier unmöglichen Ball, er bekam immer noch einen Finger dran.

Nach drei Gegentoren in Folge zieht Bundestrainer Sigurdsson die grüne Karte, um seine Jungs wieder in die Spur zu bringen. Katar lässt sich nicht beeindrucken, geht immer wieder in die Tiefe und erzielt nach 20 Minuten den Ausgleich zum 7:7. Deutschland übernimmt beim 9:7 wieder die Führung, wird aber für die Hereinnahme des siebten Feldspielers bestraft. Torhüter Saric, nach einem überhasteten Abschluss, warf den Ball ins leere Tor. Wenig später ist es der neunfache Torschütze Rafael Capote, der den Treffer zum 9:9 erzielte. Holger Glandorf traf noch vor der Pause zum 10:9.

Kurz nach Wiederbeginn hält Wolff seinen dritten Siebenmeter, muss sich zwei Minuten später per Siebenmeter zum 10:10 geschlagen geben. Deutschland spielt wieder leichte Vorteile heraus, trotz einiger unnötiger Ballverluste und übernimmt erneut die Führung, kann diese über 15:12 auf 17:13 in der 46. Minute ausbauen.

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Plötzlich sind die Deutschen wie von der Rolle, vertändelten im Angriff Bälle, schlossen unvorbereitet ab und den Rest besorgte immer wieder Katars Torwart zwischen den Pfosten. So gelang ihnen in der 52. Minute beim 17:17 der Ausgleich. Jetzt waren es Holger Glandorf und Paul Drux, die den Zug zum Tor entwickelten, dorthin gingen wo es auch mal weh tat und so das DHB-Team bis zum 20:18 in der 56. Minute im Spiel hielten. Glandorf auch als Vollstrecker.

Die Hintermannschaft bekam den überragenden Capote nicht in den Griff und er erzielte per Dreierpack nicht nur das 20:20, sondern auch noch den Siegtreffer zum 21:20 für Katar 90 Sekunden vor dem Ende. Die deutsche Mannschaft brachte sich durch eine Unachtsamkeit im Angriff um eine mögliche letzte Torchance und Katar spielte die letzten Sekunden des Spiels herunter. Das Schicksal war besiegelt und zum zweiten Mal in Folge warf Katar Deutschland aus einer Weltmeisterschaft.

Torschützen für Deutschland:
Holger Glandorf und Patrick Groetzki (je 4), Kai Häfner und Steffen Fäth (je 3), Patrick Wiencek und Paul Drux (je 2), Julius Kühn und Jannik Kohlbacher (je 1)

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