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Hamburg – Nach der 29:34-Niederlage beim starken Aufsteiger ThSV Eisenach hat der Handball Sport Verein Hamburg in der 2. Handball-Bundesliga heute (31.10.) um 17 Uhr in der Sporthalle Hamburg im Derby den VfL Lübeck-Schwartau zu Gast. Die Hamburger stehen mit 11:7 Punkten auf Platz 6 und die Lübecker sind Tabellendreizehnter bei 7:11 Punkten. Somit sind die Hamburger erstmals vor den Lübeckern in der Tabelle angesiedelt. Einen Favoriten gibt es in diesem Derby trotzdem nicht, da in solchen Begegnungen immer eine große Eigendynamik auf der Platte herrscht. Kleinigkeiten entscheiden über Sieg und Niederlage, alles hängt von der jeweiligen Tagesform und der Minimierung der Fehler ab.

Der VfL Lübeck-Schwartau hat eine Woche mit guten und auch sehr schlechten Nachrichten hinter sich. Nicht nur, dass Abwehrspezialist Fynn Ranke wegen eines Muskelfaserrisses mehrere Wochen ausfällt, sondern auch, weil der polnische Nationalspieler Pawel Genda sich erneut schwer verletzte. Der 25-Jährige hatte sich gerade nach einem Kreuzbandriss zurückgekämpft und kam nun mit der Hiobsbotschaft von einer Länderspielreise zurück. Beim Spiel Polen gegen Spanien zog er sich einen Meniskusschaden, einen Innenbandriss und einen erneuten Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Die gute Nachricht für den VfL war die Vertragsverlängerung von Torwart Dennis Klockmann, der den Lübeckern als überragender Rückhalt schon viele Punkte bescherte und auch beim letztjährigen Gastspiel des VfL in Hamburg absolut überzeugte.

Die letzten vier Spiele der Lübecker hatten es in sich: Erst empfing das Przybecki-Team Bundesliga-Absteiger Bietigheim zu Hause, anschließend ging es auswärts gegen Aufstiegs-Anwärter Hamm-Westfalen und gegen die Heimmacht Eisenach, ehe der Tabellenführer TuSEM Essen in der Hansehalle gastierte. Es hagelte drei Niederlagen in Serie und nur die Heimpartie gegen Bietigheim gewann der VfL überlegen und deutlich mit sieben Toren (29:22). Der VfL Lübeck-Schwartau steht mit dieser mageren Ausbeute nur auf Platz 13, gewann insgesamt in dieser Spielzeit erst drei Spiele: eins gegen Aufsteiger Krefeld und gegen die vermeintlichen Top-Teams VfL Gummersbach und eben Bietigheim. Die Mannschaft von Trainer Piotr Przybecki stellte ihr Potenzial also schon unter Beweis, braucht aber noch Zeit, um sich unter dem neuen Coach zu finden und zu entwickeln. Das Ziel ist die Spitzengruppe der Liga.

Beim Handball Sport Verein Hamburg hat Trainer Torsten Jansen erneut fast alle personellen Optionen zur Verfügung. Lediglich Finn Wullenweber fällt weiterhin aus. Nach einer sehr intensiven Trainingswoche hatte Jansens Team am Freitag, Sonnabend und Sonntag frei und konnte zum ersten Mal in diese Saison drei Tage am Stück die Füße hochlegen, während Torwart Mark van den Beucken mit der niederländischen Nationalmannschaft unterwegs war. Nur Jan Kleineidam meldete sich am Montag nicht fit zurück zum Training, sondern lag mit Grippe im Bett. Ob es für ihn für einen Einsatz gegen den VfL heute reicht, ist offen. Kapitän Lukas Ossenkopp trat in der vergangenen Woche etwas kürzer, nachdem er nach einem Sturz in die Spielfeldbegrenzung in Eisenach Schmerzen im Nacken hatte. Er meldete sich aber in dieser Woche wieder einsatzbereit und brennt auf eine Revanche – 18:21 in der abgelaufenen Saison – gegen den VfL Lübeck-Schwartau.

Die Sporthalle Hamburg wird wegen der hohen Nachfrage aus allen Nähten platzen und der HSV Hamburg hat die Kapazität von 3.570 auf über 3.700 Zuschauer erhöht. Es werden also zwei lautstarke Fangruppen aufeinander treffen, doch die Hamburger haben sich auf die Fahne geschrieben, ihre Mannschaft 60 Minuten zu unterstützen und wollen möglichst am Ende mit der Mannschaft einen Sieg feiern.