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Hamburg – In der 2. Handball-Bundesliga hat der Handball Sport Verein Hamburg dem VfL Lübeck-Schwartau im Nordderby beim 29:21 (12:9) nicht den Hauch einer Chance gelassen. Vollkommen gleich, was der Gast probierte dem beweglich agierenden HSVH in der Abwehr entgegenzusetzen, die Hamburger hatten die passenden Antwort parat und verließen die mit 3.754 Zuschauern zum Bersten gefüllte Sporthalle Hamburg als souveräner Sieger. Damit verteidigte der HSV Hamburg seinen 6. Platz mit 13:7 Punkten, während der VfL Lübeck-Schwartau mit nun 7:13 Punkten vorerst auf Rang 14 abrutschte.

Nachdem die Hallenuhr ein Opfer der Technik wurde, begann das Nordderby mit einigen Minuten Verzögerung, was die Gastgeber aber nicht beeindruckte. Sie zeigten von Beginn an eine beweglich agierende Abwehr, an der sich die Lübecker immer wieder die Zähne ausbissen. So war es Blazenko Lackovic, der nach einer guten Abwehraktion im erweiterten Gegenstoß das 1:0 nach 107 Sekunden erzielte. In den ersten 15 Minuten blieb die Hintermannschaft der Hamburger Herr der Situation, was die Abwehr passieren ließ, war meist eine sichere Beute für Aron Edvardsson im Tor. Der VfL erzielte seinen ersten Treffer in der 5. Minute zum 1:2 durch Thees Glabisch. Die Hamburger zogen auf 8:3 (15.) – auch durch einfache Treffer – davon. Dieses hatte die erste Auszeit von Trainer Piotr Przybecki zur Folge. „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und individuelle Fehler gemacht, dadurch konnte Hamburg einfache Tore erzielen“, analysierte Przybecki.

Im Anschluss fand der Gast besser ins Spiel und Torwart Dennis Klockmann brachte seine Farben – auch durch zwei gehaltene Siebenmeter von Niklas Weller – wieder ins Spiel. Der VfL verkürzte auf 6:9 (22.) durch Markus Hansen, was wiederum Trainer Torsten Jansen die grüne Karte ziehen ließ. „Wir hatten eine sehr gute Torwartleistung, aber trotzdem konnten wir das Spiel nicht ausgeglichener gestalten“, ärgerte sich Przybecki.

In der 24. Minute erhielt Martin Waschul bereits seine dritte Zeitstrafe und musste mit der roten Karte das Spielfeld verlassen, was zu einer weiteren Schwächung, der schon durch Ausfälle dezimierten Abwehr des VfL, führte. Bis zur Pause entwickelte sich nun ein ausgeglichenes Spiel, in dem zuerst Jan Forstbauer mit einem Doppelpack auf 12:7 erhöhte, bevor der Schwartauer Steffen Köhler – ebenfalls im Doppelpack – den Pausenstand von 9:12 herstellte.

Den besseren Start in die zweite Hälfte hatte der Handball Sport Verein Hamburg und legte durch Philipp Bauer und Jonas Gertges ein 14:9 (33.) vor, doch der VfL Lübeck-Schwartau konterte ebenfalls mit zwei Treffern durch Hansen und Glabisch zum 11:14 (34.). Nachdem Weller das 19:15 (43.) erzielte, nahm der VfL seine zweite Auszeit, die jedoch den 5:1-Lauf der Hamburger zum 23:16 (49.) nicht stoppte.

Nach der Zeitstrafe gegen Forstbauer (50.) brachte Toto Jansen einen zusätzlichen Feldspieler und nahm Torwart Edvardsson vom Feld. Beim Zurückwechseln betrat Edvardsson zu früh das Feld und wurde wegen des Wechselfehlers mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt. Die doppelte Überzahl und im Anschluss eine neue Zweiminutenstrafe gegen Jens Schöngarth, nutzten die Lübecker nicht, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Diese Phase ging mit 2:2 aus und es hieß 25:18 (54.) per Gegenstoß durch Thies Bergemann. Der Deckel war nun endgültig drauf, da der VfL Lübeck-Schwartau an diesem Abend kein Mittel gegen die beweglichen Angreifer der Hamburger fand.

Am Ende gewann die bessere Mannschaft das Nordderby mit 29:21 und schaut beruhigt den nächsten Spielen entgegen. Im letzten Teil des Spiels zeichneten sich auf beiden Seiten die eingewechselten Torhüter, Marcel Kokoszka (HSVH) und Marino Mallwitz (VfL) noch aus. Auf Hamburger Seite kam auch Jan Kleineidam nach langer Verletzungszeit wieder zu seinem ersten Einsatz.

„Wir haben jetzt durch das Wochenende etwas Zeit, um abzuschalten und uns dann schnellstmöglich wieder zu sammeln. Gegen Emsdetten müssen wir in der Lage sein, 60 Minuten lang Paroli zu bieten. Das haben wir heute nicht geschafft“, so VfL-Coach Przybecki nach der Partie.

Torschützen für den Handball Sport Verein Hamburg:
Philipp Bauer (7), Niklas Weller (5/1), Lukas Ossenkopp (4/3), Jan Forstbauer und Thies Bergemann (je 3), Jonas Gertges und Dominik Vogt (je 2), Blazenko Lackovic, Leif Tissier und Jens Schöngarth (je 1)

Torschützen für den VfL Lübeck-Schwartau:
Thies Glabisch (9/4), Markus Hansen (2/1), Jan Schult, Steffen Köhler, Janik Schrader und Finn Kretschmer (je 2), Mex Raguse und Sigtryggur Runarsson (je 1)