Lobeca/Michael Raasch
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Lübeck – Abseits der Platte hat der VfL Lübeck-Schwartau wichtige Weichen gestellt (HL-Sports berichtete). Nun ist Zweitligist am morgigen Samstag (19 Uhr) auch auf dem Spielfeld gefordert. Mit dem TV Emsdetten wartet dabei ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf auf die Mannschaft von Piotr Przybecki. Denn angesichts der Tabellensituation ist mindestens das Verlieren verboten, eigentlich ist sogar ein Sieg Pflicht.

Denn der TVE, Mannschaft des ehemaligen Kielers Daniel Kubes, liegt mit 8:12 Punkten auf Rang zwölf und damit drei Ränge vor dem VfL (7:13). Damit stehen beide Clubs knapp vor dem ersten Abstiegsplatz, den aktuell die HSG Konstanz (6:16) belegt. Der prekären Lage ist man sich bei Schwartau durchaus wie Przybecki betont: „Der Blick auf die Tabelle nervt uns alle und belastet auch. Aber davon müssen wir uns frei machen, damit wir uns voll auf das schwierige Spiel gegen Emsdetten konzentrieren können.“ Und die aktuellen Formkurven könnten unterschiedlicher nicht sein.

Denn nach holprigem Saisonstart, der einem großen Umbruch im Sommer geschuldet war, feierte Emsdetten, bei dem der Ex-VfLer Marcel Schliedermann im Kader steht, zuletzt drei Siege in Folge. Angeführt von Toptorschütze Dirk Holzner (65 Tore) und der von Przybecki als Erfolgsfaktor ausgemachten 3-2-1-Deckung schlug der TVE Gummersbach, Konstanz und Bietigheim. „Die Mischung ist sicherlich eine große Stärke von Emsdetten. Daniel Kubes hat erfahrene Spieler, die sich von einem schlechten Start nicht aus der Ruhe bringen lassen, durch junge, hungrige Talente ergänzt. Das scheint mittlerweile gut zu passen. Sie bringen ein hohes Tempo auf die Platte und haben gerade im letzten Spiel gegen Bietigheim auch mit zwei sehr guten Torhütern agiert“, so Przybecki zum Gegner, der mit breiter Brust an die Trave kommt.

Anders ist die Situation beim VfL. Nach vier Pleiten in Folge und einem Horror-Oktober ist das Selbstvertrauen angeknackst. Hinzu kommt Verletzungspech: neben dem Langzeitverletzten Pawel Genda (Knie) und Fynn Ranke (Faserriss) droht auch Kapitän Martin Waschul (Daumen) auszufallen. Doch Trainer Przybecki will gemeinsam mit der Mannschaft den Bock umstoßen und nimmt dabei vor allem die zweite Reihe in die Pflicht:  „Wir haben natürlich eine angespannte Personalsituation, aber das ist vielmehr eine Chance für Spieler aus der vermeintlichen „zweiten Reihe“, als ein unabänderliches Schicksal, dem wir uns hilflos ergeben müssen. Außerdem haben wir ein Heimspiel. Das sollen alle, vom Gegner bis zum Fan in der letzten Reihe, spüren. Wenn es spielerisch einmal etwas schwerer fällt, muss das eben über noch größeren Kampf kompensiert werden. Das gilt sowohl für die Deckung wie für den Angriff – vor allem für den Angriff. Wir müssen noch konsequenter auf den Torabschluss gehen, Räume schaffen und diese nutzen.“

Die Worte des Trainers sollte der VfL Lübeck-Schwartau dringend umsetzen. Denn bei einer Niederlage hat Emsdetten nicht nur einen größeren Vorsprung. Es droht dann sogar der Absturz auf Rang 17 – und das würde den Schwartauer Baum endgültig zum Brennen bringen.