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Bad Schwartau – Mit dem 23:22 gegen das Team des Handballinternats aus Magdeburg hat der VfL Bad Schwartau ein Ausrufezeichen gesetzt.

Der VfL – mit zwei Niederlagen gegen Rostock und Anderten belastet – trat am Sonntag gegen den Deutschen Vizemeister aus Magdeburg an. Soweit die Vorzeichen.
Der VfL Bad Schwartau hatte sich in der Woche einem „Vollwaschgang" unterzogen. Defizite wurden thematisiert, eigene Stärken wurden in Gruppen erarbeitet. Das Team war fest entschlossen, die aktuelle Lage in eine andere Richtung zu bringen.

Mit 270 Zuschauern war die Jahn-Halle gut besucht – und die machten von Anfang an Stimmung. Der VfL gab den Fans auch viele Gründe, das Team zu unterstützen. Die Anspannung war überall sichtbar.

Die VfL-Youngster boten den Magdeburgern, die in der Bundesliga drittplatziert sind, eine sehr gut sortierte Abwehr, deren Rückhalt Marino Mallwitz war.
In der Startphase konnten die wachen Schwartauer gleich mehrfach Angriffe der Gäste  unterbinden; zudem nahm Keeper Mallwitz mit vier Paraden den Magdeburgern den Erfolg auf der Toranzeige. Neu sortiert zeigte sich auch der Schwartauer Angriff.
Spielfreudig trugen sich Rune Hanisch, Jonas Deelmann und Jon Ehlers in die Torschützenliste ein – der VfL führte bald 5:2.
Magdeburg zeigte sich vom erfolgreichen Schwartauer Engagement etwas überrascht. Nach einer Auszeit holten die Gäste auf und glichen zum 7:7 aus. Bereits hier war klar, dass es ein Spiel werden würde, das in der Abwehr entschieden wird.
Hart umkämpft war mit zunehmender Spielzeit jeder Ball, die Fans standen wie eine Wand hinter ihrem Team, das in den vergangenen Wochen angeschlagen wirkte.
Der SC Magdeburg legte seine individuellen Stärken in die Waagschale, nutzte zudem eine Vier-Minuten-Zeitstrafe gegen Markus Warschun und ging bis zum 11:8 mit drei Toren in Führung.
Der VfL blieb aber seinem Kampfgeist jederzeit treu, verkürzte in Unterzahl zum 9:11 und schaffte kurz vor dem Pausenpfiff den Anschluss zum 10:11.

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Ab der zweiten Halbzeit wurde Tom Patalas als weitere Verstärkung in die Abwehr beordert und setzte den für die II. Männer des SC Magdeburg auflaufenden Johannes Wasiliewski gut unter Druck. Der Innenblock des VfL mit seinen beweglichen Halben war ein erfolgreicher Grundpfeiler des Spiels.
Die Sensation kündigte sich erstmals vorsichtig beim 19:16 (44. Minute) an, aber der SCM legte wiederum durch seine Rückraumachsen nach und glich zum 19:19 aus. Inzwischen war es eine taktische Abwehrschlacht geworden, die jeden in der Halle mitriss.
Der VfL zeigte sich aber weiterhin ganz anders als zuletzt. Unbeeindruckt vom Druck der Magdeburger legte Schwartau jeweils vor, verpasste es aber nachzulegen, so dass Magdeburg stets ausgleichen konnte. Die harte, aber faire Partie war von den Schiedsrichtern Heine und Standke gut geleitet.

In der Endphase war der VfL eine geschlossene Einheit, die nicht gewillt war, den Magdeburgern den Sieg zu überlassen. Jonas Deelmann vom Kreis, Markus Warschun vom Siebenmeter-Punkt und auch Tjark Wege waren Sinnbild des Schwartauer Willens.
In der 59. Minute beim Stande von 22:21 landete der vierte Strafwurf von Markus Warschun an der Latte, Magdeburg danach im Ballbesitz glich erneut zum 22:22 aus.
Der VfL nahm seine dritte Auszeit und hatte noch 17 Sekunden für den letzten Angriff.
So wie sich die VfL-Jungs bis dahin präsentierten, machten sie es auch in diesen 17 Sekunden. Zielgerichtet und geduldig blieb der Ball in Schwartauer Reihen, mit dem letzten Pass wurde druckvoll Thimo Steinfurth in Position gespielt.
Thimo Steinfurth versenkte nach langer Flugphase diesen Wurf zwei Sekunden vor Ende im Magdeburger Tor. Der Jubel in der Schwartauer Jahn-Halle war mit Steinfurths Tor grenzenlos, der Sieg für den VfL gesichert. Standing Ovations der Zuschauer waren der verdiente Lohn der Mannschaft.

Nicht alles in diesem Spiel war fehlerlos, die Einstellung des Bundesliga-Teams des VfL jedoch tadellos. Mit dieser Leistung hat die Mannschaft einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan. 

Tore:
VfL Bad Schwartau: Hanisch (5), Steinfurth (4), Wege ( 4/1), Warschun (4/3), Deelmann (3), Schwartz (2), Ehlers, J.( 1)
SC Magdeburg: Wiebe (6) , Hübner ( 4),  Wasiliewski  (4),  Michael (2), Popa, Friedrich, Kluge, Kleinert, Heyer, Richter (je 1)

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