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Lübeck – Der ordentliche Kreisverbandstag der Hansestädter Handballer am Mittwochabend wird es in sich haben. Der komplette Vorstand will zurücktreten. Vorsitzender Björn Lohmann (Foto) hat dieses bereits getan und kam einer möglichen Abwahl im August zuvor. Ein Paukenschlag im Lübecker Handball!

Acht von zwanzig Vereinen hatten einen außerordentlichen Verbandstag beantragt, zu dem es nicht kam. In einem Papier an die Clubs, dass HL-SPORTS vorliegt, prangert der 42-Jährige die Vorgehensweise wie folgt an:

„Vor genau einem Jahr wurde ich als 1. Vorsitzender einstimmig (somit natürlich auch von den Vereinen) gewählt. Jetzt stellen sie in ihrem eigenen Antrag dies selber wieder in Frage. Welch eine Ironie. Keiner von den besagten Abteilungsleitern ist in all den Monaten auf mich zugekommen, um Probleme anzusprechen, obwohl sich nicht nur örtlich immer wieder die Möglichkeit dazu ergeben hätte. Stattdessen wählt man einen rechtlichen Weg, welcher eigentlich als letzter Lösungsweg und nicht als erster gewählt werden sollte.“

Weiter heißt es in dem Schreiben:

„Dieses Verhalten ist respektlos gegenüber jedem, welcher ein Ehrenamt bekleidet. Es ist weit entfernt jeglicher Faiplay-Regeln, welche wir in unserer aller Funktionen den Sportlern jeden Alters vorleben sollten und müssen.

Dass diese Vereine sogar in ihrem Antrag vor unserem Ehrenvorsitzenden, Mitgliedern und Ausschüssen nicht Halt machen, ist eigentlich unverzeihlich.
Diese acht Vereine fordern in ihrem Antrag die Neubesetzung des Vorstandes und der Ausschüsse. Für jede Position soll eine wählbare Person zur Verfügung stehen. Dieser Pflicht werden sie jetzt, sobald sich die Möglichkeit ergibt, nachkommen müssen. Notfalls sollten sie sich selbst mal in dieses Ehrenamt in der heutigen Zeit begeben.

Da man nicht den respektvollen Umgang pflegen wollte und hinter diesen Vereinen auch Personen stehen, welche sich selbst oder eigene Vereinsmitglieder in Misskredit gebracht haben (ATSV unseren Ehrenvorsitzenden Helmut Häffner und Rechtsausschussmitglied Henning Frank, VfL unser gewähltes Ehrenmitglied Heinz-Georg Meyer und Rechtswart Henning Heintzenberg, TSV Rechtsausschussmitglied Alexander Lalek, Gut-Heil unseren Auswahltrainer Roman Mazur, TUS Jugendwart Sören Manthey und Jungenwart Lars Jäger, DJK mit Birgit Bentfeld sich selbst, TG aktuell ohne eine am Spielbetrieb teilnehmende Mannschaft, LBV unser Ehrenmitglied Horst-Günter Schneider bei zwei Erwachsenenmannschaften) liegt der Verdacht von persönlicher und nicht sportpolitischer Natur anderen Schaden zuzufügen leider nahe.

Wenn diese Vereine den persönlichen Weg gewählt hätten, dann wären sie schnell in die Lage gekommen zu sehen, dass der Verband immer versucht Lösungsorientiert und nicht Problemorientiert zu arbeiten. Alles im Sinne unseres geliebten Sports. Niemand und ganz besonders ich, hält an seiner Position fest, wenn es Menschen gibt, die diese Aufgabe besser mit Leben füllen können. Dabei aber auch eine Konstandheit, wie in meinem Fall fast fünfzehn Jahre, an den Tag legen und nicht bei den ersten ernsten Problemen flüchten.

Diese Beweggründe teilen neben meiner Person auch der 2.Vorsitzende, der Rechtswart, der SpK-Vorsitzende und zugleich Männerwart, der Schiedsrichterwart, der Lehrwart und der Referent für Schule und Sport. Sie werden genauso wie ich, mit Wirkung zum Verbandstag ihre Ämter im Verband niederlegen. Alle anderen behalten sich ihr Recht vor, am Verbandstag von ihren Ämter zurück- oder nicht wieder anzutreten.

Unabhängig von dem Zustandekommen eines neuen Vorstandes und deren Ausschüsse, begrüßen wir den Gedanken sehr, etwas frischen Wind wieder reinbringen zu wollen. Leider war der Weg dorthin nicht mit Bedacht gewählt worden und wirft ein ganz schlechtes Licht auf unseren Verband und seine Vereine.

Ich habe immer kommuniziert, dass, wenn jemand Drittes meinen schweren und wie man jetzt auch leider sehen musste, undankbaren Posten übernehmen möchte, so solle er auf mich zukommen und ich würde ihm bei der Einarbeitung helfen. Dadurch bin ich auch zwei Mal auf Horst-Peter Arndt (dessen Name im Raum stand) zugegangen, um einen gleitenden Übergang zu schaffen, doch er lehnte diese Aufgabe schriftlich ab.

Meine Entschuldigung geht an die Vereine, welche unbeteiligt diesen öffentlichen Schaden mittragen müssen, aber ich glaube durch meine Zeilen sind unsere Entscheidungen für jeden nachvollziehbar.

Ich werde somit am Mittwoch dem Breitensport tschüss sagen, aber dem Handball treu bleiben und mich vorerst den Aufgaben beim DHB widmen, welche durch die Änderungen in der kommenden Saison sicherlich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. Auch bei allen anderen Wegbegleitern wäre es sehr wünschenswert, wenn sie unserem Sport nicht ganz verloren gehen.“