Jasper Bruhn im Spiel gegen Hüttenbergs Markus Stegefelt
Foto: Lobeca/Raasch
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Lübeck – Der VfL Lübeck-Schwartau setzt auch in den nächsten Jahren auf Jasper Bruhn. Der 23-Jährige hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um zwei Jahre bis 2022 verlängert.

VfL-Geschäftsführer Daniel Pankofer freut sich über die Vertragsverlängerung: „Jasper ist schon lange ein Gesicht des VfL. Er hat gerade in dieser Saison noch einmal eine gute Entwicklung genommen, er kann im rechten Rückraum und auf Außen spielen. Er hat in dieser schwierigen sportlichen Situation Verantwortung übernommen und stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. Auch charakterlich passt er hervorragend in die Mannschaft.“

Der Linkshänder trägt bereits seit 2012 das Trikot des VfL und machte schon im Alter von 17 Jahren seine ersten Spiele in der 2. Bundesliga. In dieser Saison ist Jasper Bruhn unter Trainer Piotr Przybecki eine feste Größe im rechten Rückraum. In 20 Spielen erzielte Bruhn 48 Tore.

Er ist von Bruhns Leistungen überzeugt: „Jasper Bruhn hat in dieser Saison bewiesen, dass er für uns ein wichtiger Spieler sein kann. Er hat sehr viel Qualität in der Abwehr und hat auch sein Offensivspiel in dieser Saison deutlich verbessert. Wir wollen in den kommenden Jahren weiterhin mit ihm arbeiten und seine Fähigkeiten weiterentwickeln.“

Neben dem Handball absolviert der gelernte Bankkaufmann gerade ein BWL-Studium im dritten Semester.

Bruhn sagt: „Ich freue mich auf die kommenden zwei Jahre und diese Herausforderung. Ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft, im Verein und im gesamten Umfeld. Unter Przybecki konnte ich mich weiterentwickeln und möchte den eingeschlagenen Weg mit dem Trainer fortsetzen.“

VfL auswärts in Dresden gefragt

Nach einem über weite Strecken guten Spiel gegen den TV Hüttenberg wartet nun beim HC Elbflorenz 2006 (Sonntag, 16. Februar, 17 Uhr) die nächste schwere Aufgabe auf den VfL Lübeck-Schwartau.

Aus den Stimmen der Führungsspieler sprach nach dem Spiel gegen Hüttenberg in erster Linie die pure Enttäuschung. Martin Waschul, Jan Schult und Dennis Klockmann hatten selbst keine nachvollziehbare Erklärung, warum der Fünf-Tore- Vorsprung zirka 15 Minuten vor Schluss nicht ins Ziel gerettet werden konnte. Am Ende stand ein 23:23, dass sich wie eine Niederlage anfühlte. Auf der anderen Seite hatte die Mannschaft aber gezeigt, dass sie unbedingt die Schmach aus dem Gummersbach-Spiel tilgen wollte und dass mehr in ihr steckt, als der aktuelle Tabellenplatz vermuten lässt. Zumindest die Einstellung stimmte und auch die spielerische Souveränität war über weite Teile des Spiels vorhanden. Dennis: „Das Glück, das man auch braucht, um in einer solchen Situation wie unseren zu gewinnen, wird zurückkommen und dann werden wir auch wieder diese Crunchtime-Mannschaft, die wir mal waren.“

Przybecki war deshalb auch nicht nur unzufrieden: „Die Intensität, die Einstellung, die Emotionen, das alles hat gestimmt. Bei dem Ergebnis, das sicherlich am Ende enttäuschend war, dürfen wir aber nicht vergessen: Unsere Spielweise hat uns einen Fünf-Tore-Vorsprung ermöglicht. Dass es am Ende nicht gereicht hat, lag in meinen Augen vor allem an den Zeitstrafen kurz vor Schluss, die uns zeitweise sogar in eine doppelte Unterzahl gebracht haben. Das Unentschieden ist in unserer Situation punktemäßig zu wenig, unsere gezeigte Leistung aber war eine enorme Steigerung im Vergleich zum Gummersbach-Spiel.“ Mit dieser Erkenntnis im Gepäck fährt die Mannschaft am kommenden Sonntag nach Dresden und hofft auf einen erfolgreicheren Ausgang.

Es ist noch eine Rechnung offen

Und das wäre in doppelter Hinsicht schön, ja wenn nicht sogar notwendig. Zum einen ist das Spiel gegen den HC Elbflorenz 2006 das nächste direkte Abstiegsduell. Die Gastgeber rangieren punktgleich mit dem VfL (16:24) auf dem 15. Tabellenplatz und sind damit der direkte Verfolger des VfL Lübeck-Schwartau. Zum anderen konnte die Mannschaft von Rico Glöde das Hinspiel in Lübeck nach einem nervenaufreibenden Hin und Her mit 24:23 gewinnen. VfL-Coach Przybecki erinnert sich: „Elbflorenz hat unserem Angriff mit ihrer offensiven 6:0- Deckung ganz schön zu schaffen gemacht. Außerdem haben wir ihren Halbrechten Mindaugas Dumcius (sieben Tore) nicht in den Griff bekommen. Und zu guter Letzt fehlte uns, neben einigen Verletzten, die Cleverness, das bereits zu unseren Gunsten gedrehte Spiel erfolgreich abzuschließen.“ Kleiner Rückblick: Zur Halbzeit führte Dresden 13:10, im zweiten Durchgang aber drehte der VfL Lübeck- Schwartau das Ergebnis in eine 21:18 Führung (48.). Aber die an diesem Abend überragende Mentalität der Elbflorentiner ermöglichte das Comeback und den damit verbundenen Erfolg.

Die zwei Gesichter des HC Elbflorenz

Genau das ließen die Dresdner im letzten Spiel allerdings. Die Anfangsphase verschlafen, das Tempospiel nicht vorhanden (Rico Glöde) – so ging das

Auswärtsspiel gegen den HSV Hamburg mit 25:28 verloren. Das war aber nach den beiden vorherigen Partien keine Zwangsläufigkeit, denn: Kurz vor dem Jahreswechsel gewann der HC Elbflorenz deutlich in Eisenach mit 35:28 und im ersten Spiel dieses Jahres wurde einer der Aufstiegsfavoriten, der ASV Hamm- Westfahlen, mit 31:28 nach Hause geschickt.
Przybecki zur aktuellen Verfassung der Dresdner: „Der HC hat zwei Gesichter und ist deshalb schwer einzuschätzen. Sehr guten Auftritten folgten immer wieder auch weniger gute Spiele wie zuletzt in Hamburg. Sie haben einen gut besetzten und sehr ausgeglichenem Kader. Das zeigt sich auch in der Torschützen-Statistik, aus der kein Akteur wirklich herausragt. Das macht sie schwer berechenbar.“

Runarsson fehlt zwei Wochen

Nicht mitmachen wird die Reise nach Dresden Dadi Runarsson. Der isländische Spielmacher des VfL zog sich im Spiel gegen Hüttenberg eine starke Prellung zu und fehlt zwei Wochen. Dennoch hofft der VfL auf Auswärtspunkte: „Das oberste Gebot lautet, mit der gleichen Einstellung und Emotion in das Spiel zu gehen, wie gegen Hüttenberg“, so Przybecki. „Wenn wir es schaffen, darüber hinaus auch noch unsere Effektivität im Angriff zu steigern und den Rückraum der Dresdner durch unsere aggressive Deckung zu stoppen, dann ist auch auswärts etwas zu holen.“ (PM/rk)