Bundestrainer Alfred Gislason blickt zuversichtlich nach Tokio
Foto: kbi
Anzeige
Kanzlei Proff

Dortmund – Die deutsche Handball-Nationalmannschaft und Bundestrainer Alfred Gislason kämpfen vom 12. bis 14. März in der Berliner Max-Schmeling-Halle mit drei starken Mannschaften (Schweden, Slowenien und Algerien) um zwei Tickets für das Olympische Handballturnier in Tokio vom 23. Juli bis 8. August.

Defensive als Schlüssel zum Erfolg

Für Gislason steht besonders die Defensive im Fokus – und dort vor allem das Kieler Trio Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold, die bei der Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten aus persönlichen Gründen fehlten. „Ich habe mit allen gesprochen, die im Januar abgesagt hatten, und habe mich erkundigt, wie die Lage ist. Alle haben sich bereit erklärt für diese Aufgabe. Es war keine Überzeugungsarbeit nötig, niemand musste überredet werden, alle sind stolz für Deutschland aufzulaufen, und alle haben sich gefreut, wieder dabei zu sein“, sagte Gislason am Montagvormittag (1.3.) bei der Kaderpräsentation im Rahmen eines digitalen DHB-Medientermins.

- Anzeige -

Für den Isländer „ist die viel größere internationale Erfahrung und Breite“ seines Kaders im Vergleich zur WM das A und O. Aus den 19 nun Nominierten wird er bei der technischen Besprechung am Freitagmorgen (12.3.) 16 Spieler benennen müssen. Während des Turnierwochenendes sind fünf Wechsel aus einem noch zu finalisierenden 35er-Kader möglich. „Wir werden im Laufe der Trainingswoche entscheiden, wer spielt. Mal schauen, ob sich zum Beispiel die Torhüter auf einzelne Gegner speziell vorbereiten“, sagte Gislason mit Blick auf das Trio Andreas Wolff, Johannes Bitter und Silvio Heinevetter, die in dieser Konstellation auch schon in Ägypten dabei war.

Bereits am Sonnabend (6.3.) treffen die ersten Spieler zum Lehrgang in der Hauptstadt ein, ab Sonntag wird in Kleingruppen trainiert und ab Montag mit voller Besetzung. Gislason zeigte sich dankbar, dass die Bundesliga den Spielplan für die Nationalmannschaft angepasst hat: „So haben wir alle ein bisschen mehr Zeit, die ich nutzen will, um die Inhalte aus dem Januar aufzufrischen und speziell die neue Abwehrriege mit den anderen einzuspielen. Die vier Tage Vorbereitung werden wir intensiv nutzen.“ Auch DHB-Sportvorstand Axel Kromer lobte die Kooperation mit der HBL: „Ein Großteil des Teams kann sich ab Sonntag vorbereiten, das sind für uns gute Voraussetzungen.“

Im Vergleich zur WM im Januar sieht Gislason vor allem das Steigerungspotenzial in der Defensive: „Steffen Weinhold, Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek sind sehr erfahrene Spieler, die schon sehr lange im Deckungsverbund zusammenspielen. Gerade Wiencek und Pekeler gehören im Innenblock zu den Besten der Welt. Das wird sich sehr positiv auch auf die Zusammenarbeit mit den Torhütern auswirken“, sagte Gislason.

Angriff erhielt vom Bundestrainer Hausaufgaben

Alle Spieler, die bei der WM dabei waren, haben schon ihre „Hausaufgaben“ vom Bundestrainer erhalten. Diese sind mit Blick auf die Olympia-Qualifikation aber eher auf den Angriff ausgerichtet, da die Abwehr ja in neuer Formation zusammenspielt: „Wir haben das Turnier sehr intensiv analysiert und den Spielern viele Infos zusammengestellt, die sie nun durcharbeiten mussten.“

Anzeige
Anzeige
AOK
Anzeige

Drei starke Gegner warten auf das DHB-Team

Was die drei Gegner betrifft, hat sich Gislason schon sehr intensiv mit deren Auftritten bei der WM im Januar befasst: „Schweden hat als Vizeweltmeister ein tolles WM-Turnier gespielt. Sie hatten eine sehr starke Abwehr und gute Torwart-Leistung. Daneben haben sie viele Gegenstoßtreffer erzielt und im Positionsangriff sehr diszipliniert und mit Geduld gespielt. Jim Gottfridsson war ein überragender Mittelmann.“

Den vom früheren Flensburger Ljubomir Vranjes trainierten Slowenen attestiert Gislason nicht das Niveau, dass sie 2020 als EM-Vierter gezeigt hatten, aber: „Sie hatten ein paar verletzte und während der WM auch einige erkrankte Spieler. Generell ist Slowenien eine sehr spielstarke Mannschaft mit guter Abwehr und guten Torhütern sowie einem extrem erfahrenen Rückraum. Fast alle laufen für Champions-League-Mannschaften auf.“

Der Afrikadritte Algerien spielt für Gislason einen „etwas anderen, aber nicht ungefährlichen Handball, sehr emotional und impulsiv, sie haben die Rote-Karten-Liste angeführt bei der WM.“ Grundsätzlich sieht es Gislason als Vorteil an, zunächst auf die Schweden zu treffen: „Das ist zwar ein sehr guter Gegner, aber da wissen wir, wie wir spielen müssen. Danach haben wir nicht viel Zeit, um uns auf Slowenien vorzubereiten. Generell finde ich den Spielplan gut, so wie er ist.“

Auch bei Axel Kromer sind die Hoffnungen und Erwartungen groß, was das Turnier in Berlin betrifft: „Wenn wir in Tokio erfolgreich sein wollen, müssen wir erst einmal dabei sein. Auf dem Weg dorthin warten drei große Aufgaben. Schweden als Vizeweltmeister, die Slowenen, die gegen Schweden und Ägypter jeweils Remis spielten und die körperbetont spielenden Algerier. Aber wir haben mehr Erfahrung im Kader als bei der WM.“

(PM-DHB)

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.