„Elbdiven“ und Sülfeld mit Klassenerhalt – TuS 93 Regelabsteiger

Letzte Entscheidung der weiteren Absteiger offen - Tarp Meister

Stina Wieckberg (# 29) setzt sich für den TuS 93 energisch durch
Foto: TuS 93/Reiner Sprengel

Lübeck – In der Schleswig-Holstein-Liga (SH-Liga) der Frauen hat es am letzten Spieltag der Saison 2022/23 keine großen Überraschungen mehr gegeben. Der ATSV Stockelsdorf II nutzte den Saisonabschluss zu einem deutlichen Sieg über den Tabellennachbarn, während der SV Sülfeld im Kreisderby gegen die Drittliga-Reserve des SV Henstedt-Ulzburg den Kürzeren zog. Die „Elbdiven“ und der TuS Lübeck 93 verabschiedeten sich mit einer Niederlage aus der Saison, dabei gehörte TuS als Aufsteiger bereits länger zu den drei Regelabsteigern.

HSG Tarp/Wanderup – Lauenburger SV 31:27 (16:16)
Für die HSG Tarp/Wanderup stand viel auf dem Spiel, um aus eigener Kraft die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein zu realisieren, musste ein Sieg her. Dieses wollten die „Elbdiven“ – die einen starken Fanblock zur Unterstützung dabei hatten – verhindern und sich selbst die Chance auf die Vizemeisterschaft erhalten, sollte der aktuelle Tabellenzweite zeitgleich verlieren.
Den besseren Start, nach nervösem Beginn, erwischte der Lauenburger SV und zog vom 3:3 in der 5. Minute auf 7:3 (9.) davon, was den Tabellenführer zur Auszeit veranlasste. Nach dem 11:8 (18.) verlor der Gast durch eigene Unaufmerksamkeiten die Durchschlagskraft, kassierte einen 0:6-Lauf und sah sich beim 11:14 (24.) plötzlich im Hintertreffen. Bis zur Pause glich der LSV zum 16:16 aus, alles war wieder offen.
In die zweite Halbzeit erwischten die „Elbdiven“ erneut den besseren Start und übernahmen die Führung, die sie bis zum 24:23 (42.) hielten. Ein erneuter Einbruch durch leichtfertig weggeworfene Bälle mit fünf Gegentreffern ohne eigenen Torerfolg, ließ den Lauenburger SV beim 24:28 (54.) vorentscheidend auf die Verliererstraße geraten. Am Ende hatte der neue Meister mit 31:27 das Spiel für sich entschieden und den Aufstieg perfekt gemacht. Bei den „Elbdiven“ machte Spielführerin Maren Knakowski das letzte Spiel, allerdings ohne Sieg.

Team-Time-Out bei den „Elbdiven“
Foto: Lauenburger SV/Ulrike Wieglep

Torschützen für den Lauenburger SV
Lena Hadeler (8/6), Maren Knakowski und Sarah Lemmermann (je 5), Joelle Gümüsdere (3), Sabrina Reimers (2), Svea Böge, Lena Bahde, Talia Gümüsdere und Amy Neckel (je 1)

ATSV Stockelsdorf II – TSV Lindewitt 31:18 (18:8)
Mit einer bärenstarken Leistung verabschiedete sich die zweite Mannschaft des ATSV Stockelsdorf aus der Saison mit einem nie gefährdeten Sieg über den Tabellennachbarn TSV Lindewitt und rückte bis auf einen Punkt heran. Nach einem Blitzstart von 2:0 in der 2. Minute, kassierte Stodo nach dem 3:1 (6.), den einzigen Ausgleich der Partie beim 3:3. Im Anschluss überzeugte die gute Abwehrleistung, gelangen drei Treffer in Folge zum 6:3 (13.) und anschließend setzte sich der ATSV, trotz Auszeit von Lindewitt, Tor um Tor ab. Beim 15:5 (25.) durch Nina Kindler sind es erstmals zehn Tore Differenz, die beim 18:8 mit in die Pause genommen wurden.
In der Pause warnte Trainerin Lena Schulz die Mannschaft, den Vorsprung durch Leichtfertigkeiten zu verspielen. Doch die offene Deckung gegen alles Spielerinnen stellte den ATSV vor leichte Probleme. Hinzu kamen unnötige, kurz auf einander folgende Zeitstrafen, dass die Gastgeberinnen auch nur noch mit drei Feldspielerinnen auf der Platte standen. Doch in den Angriffen spielten die Gastgeberinnen geschickt Zeit von der Uhr, so blieb es bei nur drei Gegentreffern und einem 18:11 (34.). Im Anschluss rührte die Abwehr Beton an, Britta Reimann zeigte zusätzliche ihr ganzes Können. Hinzu kamen noch einige Aluminiumtreffer von Lindewitt, dass in der 44. Minute beim 26:11 die Vorentscheidung gefallen war. Am Ende fand der ATSV Stockelsdorf immer eine Lösung gegen die Abwehr-Varianten des TSV Lindewitt, brachte einen verdienten und ungefährdeten 31:18-Erfolg ins Ziel und belegt in der Endabrechnung Platz 8 mit 23:21 Punkten. Für Stockelsdorf heißt es nun die weitere Entwicklung um den Abstieg abzuwarten, da durch die aktuelle Situation der 3. Liga und der Oberliga es bis zu drei weiteren Absteigern neben den drei Regelabsteigern kommen kann. Dieses wird sich abschließend erst nach dem Meldeschluss am 8. Mai entscheiden.

Der ATSV Stockelsdorf verabschiedet sich mit einem deutlichen Sieg aus der Saison
Foto: ATSV Stockelsdorf/Michel Andersson

Torschützen für den ATSV Stockelsdorf II
Nina Kindler und Johanna Andersson (je 7), Alisa Lang (6), Hannah Treichel (3), Jil Enke (2/1), Kathi Werdin und Berit Schwarz (je 2), Helena Vogler und Susen Grotzky (je 1)

SV Sülfeld – SV Henstedt-Ulzburg II 28:32 (12:20)
Zum Saisonausklang kam es noch zum Kreisderby zwischen dem SV Sülfeld und dem Auf- und wieder Absteiger der zweiten Mannschaft des SV Henstedt-Ulzburg. Hoch motiviert gingen die Gastgeberinnen ins Spiel, doch die Gäste zeigten sich gut eingestellt, legten los wie die Feuerwehr und lagen in der 10. Minute bereits mit 7:2 in Front, was eine früher Auszeit der Gastgeberinnen zur Folge hatte. In dieser Phase war es immer wieder Inga Butzmann-Schlegel bei den Henstedterinnen, die die Abwehr zusammenhielt. Die abgefangenen Bälle wurden in Gegenstöße umgewandelt, die vor allem Carina Wulf in Tore ummünzte. Irgendwie wollte kein Zugriff auf die Angreiferinnen des SV HU gelingen. So gerieten die Sülfelderinnen weiter in Rückstand, hatten beim 5:12 (15.) bereits fast in jeder Minute einen Gegentreffer kassiert, selbst aber keine Durchschlagskraft entwickelt. Nach dem 20:9 (27.) wechselten die Seiten mit einer 20:12-Führung für die Gäste.
In der Pause gelang Sülfelds Trainer der Weckruf: „Es ist noch nichts verloren, reißt euch zusammen und wir starten von Null“. Gesagt und getan. Der deutliche Vorsprung schien den SV HU ein wenig zu lähmen, dass mit einem 6:0-Lauf das Spiel beim 18:20 (38.) plötzlich wieder offen war, auch das Team-Time-Out der Gäste brachte Sülfeld nicht aus dem Takt. In doppelter Überzahl gelang es Henstedt-Ulzburg die Aufholjagd zu stoppen, sich wieder in die Spur zu setzen und wieder auf 24:18 (42.) zu enteilen, was einer Vorentscheidung gleichkam. Der SV Sülfeld kam noch wieder auf vier Tore heran, die Drittliga-Reserve des SV Henstedt-Ulzburg brachte am Ende einen ungefährdeten 32:28-Erfolg ins Ziel und verabschiedete sich mit einem Sieg aus der Saison und der SH-Liga.
Sülfelds Julia Studt brachte es am Ende auf den Punkt: „Wir haben uns nach einer verschlafenen ersten Halbzeit zurück gekämpft, leider hat es am Ende nicht gereicht, aber die kämpferische Leistung, vor allem in der zweiten Halbzeit, war grandios.“
Für den SV Henstedt-Ulzburg wurde dieser Sieg zum „Muster ohne Wert“, da der ATSV Stockelsdorf gleichzeitig gewann, was für den SV HU keine Verbesserung in der Tabelle mehr brachte. Auch wenn HU nicht zu den Regelabsteigern gehört, trifft sie die „gleitenden Skala“, da in den oberen Ligen dieses Jahr besonders viel „bereinigt“ wird, und dieses in die unteren Ligen durchschlägt. „Es war ein positiver Saisonabschluss. Im letzten Spiel haben wir gezeigt, dass wir sportlich in die Schleswig-Holstein Liga gehören. Das wir mit einem ausgeglichenen Punktekonto absteigen müssen, ist bitter und hat die Mannschaft nicht verdient“, fasste Trainer Norbert Eichel den Saisonabschluss kurz und bündig zusammen.

Torschützen für den SV Sülfeld
Lena Ewen (10/2), Trixy Rohlfs (8/1), Julia Studt (5), Ronja Voß (3), Merle Butzlaff (2)

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Torschützen für den SV Henstedt-Ulzburg II
Carina Wulff (10), Lara Witzleben (5/2), Hannah Wulff (5/1), Shirley Wruck, L.S., Annika Fimmen, Taina Schermer und Jule Aschmoneit (je 2), Merja Schröder und Inga Butzmann-Schlegel (je 1)

TuS Lübeck 93 – HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg 27:29 (16:16)
Die Anfangs- und die Endphase der ersten Halbzeit verlief ausgeglichen, dabei gehörten beide Phasen streckenweise den Gastgeberinnen. So hieß es – durch schnelles Umschaltspiel – anfangs 1:0 und 4:3 für den TuS Lübeck 93, doch die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg hielt dagegen, riss das Ruder herum und führte beim 10:6 in der 14. Minute erstmals mit vier Toren. Das Rückzugs- und Angriffsverhalten des TuS ließen in dieser Phase zu wünschen übrig. Aus dem 9:14 (18.) machten die Gastgeberinnen bis zur Pause ein 16:16 und alles war wieder auf null gestellt.
Bis der TuS realisierte, dass das Spiel wieder lief, lagen sie erneut mit 16:20 (37.) im Hintertreffen. Erneutes Aufbäumen führte nicht nur zum 24:24-Ausgleich, sondern zur 25:24-Führung nach knapp 50 Minute. Die Endphase gaben die Lübeckerinnen allerdings wieder an den Mitabsteiger vom Nord-Ostsee-Kanal ab, unterlagen am Ende mit 27:29 und verabschiedeten sich mit einer Niederlage aus der SH-Liga. Es war auch gleichzeitig das letzte Spiel von Anna Lena Westphal und Livia Pate. Kurz zusammengefasst: „Der letzte Tanz der Saison ging in die Hose.“

Sportliche Begrüßung von TuS 93 und Tarp vor letztem Spiel in der SH-Liga
Foto: TuS 93/Reiner Sprengel

Torschützen für den TuS Lübeck 93
Isabel Macedo (6), Jennifer Schmidt (4/1), Svea Thullesen (3), Sabrina Eppl (2/2), Tabea Nicolai (2/1), Fenja Husfeldt, Merit Verheyen, Livia Badczong-Pate, Franziska Kreuzburg und Stina Wieckberg (je 2)

Alle Ergebnisse des letzten Spieltages und die Abschlusstabelle der SH-Liga

IF Stjernen FlensborgSG Dithmarschen Süd0:0 (2:0)
HSG Tarp/WanderupLauenburger SV31:27
TuS Lübeck 93HSG Schü/We/Re27:29
ATSV Stockelsdorf IITSV Lindewitt31:18
SV SülfeldSV Henstedt-Ulzburg II28:32
HSG Horst/KiebitzreiheHC Treia/Jübek20:33
TSV LindewittSG Dithmarschen Süd0:0 (2:0)

 

1HSG Tarp/Wanderup33:11 634:504 130
2HC Treia/Jübek32:12 668:564 104
3IF Stjernen Flensborg28:16 593:551 42
4Lauenburger SV28:16 596:559 37
5HSG Horst/Kiebitzreihe26:18 593:559 34
6SV Sülfeld24:20 597:562 35
7TSV Lindewitt24:20 527:529 -2
8ATSV Stockelsdorf II23:21 532:514 18
9SV Henstedt-Ulzburg II22:22 581:610 -29
10TuS Lübeck 9313:31 561:634 -73
11HSG Schü/We/Re7:37 533:642 -109
12SG Dithmarschen Süd4:40 485:672 -187
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