Foto: Collage - Fotostand/Krause+EHF
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Lübeck – Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das schon bedeutungslos gewordene letzte Hauptrunden-Spiel mühsam mit 26:22 (13:10) gegen den punktlosen Tabellenletzten Tschechien über die Zeit gebracht. Wäre nicht phasenweise eine stabile Abwehr und ein erneut gut aufgelegter Johannes Bitter – zum zweiten Mal „Player of the Match“ – im Tor auf der Platte gewesen, es hätte böse enden können. Nun heißt es etwas durch schnaufen und am Sonnabend um 16 Uhr in Stockholm noch einmal im Spiel um Platz 5 gegen Portugal alle Kräfte zu mobilisieren.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft begann das Spiel sehr nervös, machte gleich zu Beginn viele Fehler und schloss unvorbereitet ab, so erzielte Philipp Weber das 1:0 auch erst nach 180 Sekunden. Die Abwehr arbeitete relativ gut und mit Jogi Bitter stand erneut ein Garant der Ruhe und Sicherheit im Tor, konnte jedoch den Ausgleich in der 6. Minute zum 1:1 nicht verhindern. In der gleichen Minute ging Tschechien noch mit 2:1 in Front und das Spiel plätscherte so dahin. Bitter und die Abwehr ermöglichten innerhalb von zwei Minuten einen 3:0-Lauf zur 4:2-Führung (10.).

Nach dem 6:3 (16.) durch Julius Kühn kassierte das DHB-Team in Unterzahl den Anschlusstreffer zum 6:5 (17.) ins leere Tor. Es blieb im Angriff sehr statisch, Großchancen wurden liegen gelassen, dass sich die deutsche Mannschaft nicht bedeutend absetzte. Selbst in Überzahl brachten die Angreifer den Ball nicht am guten Tschechischen Torhüter Martin Galia vorbei, sondern kassierten das 10:8 (23.), was Bundestrainer Christian Prokop zur Auszeit veranlasste.

Die Tschechen verkürzten weiter auf 9:10 (24.), doch Weber brachte seine Farben wieder mit zwei Treffern in Vorteil. Jetzt parierte Bitter einen Siebenmeter und wenig später erhöhte Johannes Golla per Gegenstoß auf 12:9 (27.). Unmittelbar vor dem Seitenwechsel zeichnete sich Bitter erneut aus und entschärft einen Gegenstoß. So nimmt die deutsche Mannschaft eine 13:10-Führung mit in die Kabine.

Die zweite Hälfte begann wie die erste, unkonzentriert, unvorbereitete Würfe und technische Fehler, selbst einfachste Pässe über wenige Meter fanden nicht den Mitspieler. Davon profitierte Tschechien und legte seinerseits einen 4:0-Lauf hin und übernahm mit 14:13 (36.) die Führung. Langsam fand die Abwehr wieder den Zugriff, so gelang Tobias Reichmann – der kurz zuvor mit einem Siebenmeter am guten Galia scheiterte – das 16:14 (42.), doch die Sicherheit im Angriff blieb weiter aus.

Bis zum 18:18 (47.) hielten die Tschechen die Partie offen, doch mit zunehmender Spieldauer schwanden die Kräfte und Deutschland setzte sich in der 53. Minute durch einen Dreher von Kai Häfner auf 23:19 ab. Der Widerstand war gebrochen und die deutsche Handball-Nationalmannschaft – bei der bis auf Andreas Wolff alle Spieler zum Einsatz kamen – kontrollierte den Rest der Spielzeit, ohne jedoch überzeugen zu können.

Torschützen für die deutsche Handball-Nationalmannschaft:
Philipp Weber (5), Tobias Reichmann und Kai Häfner (je 4), Johannes Golla, Hendrik Pekeler, Julius Kühn, Jannik Kohlbacher und Patrick Zieker (je 2), Uwe Gensheimer (1/1), Fabian Böhm und Timo Kastening (je 1)

(kbi)