Foto: Collage - Fotostand/Krause+EHF
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Lübeck – Bei der Handball-EM 2020 der Männer hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft ihr erstes Gruppenspiel gegen den EM-Neuling Niederlande mit 34:23 (15:13) erst im letzten Drittel gewonnen und wurde damit zwar seiner Favoritenrolle gerecht, blieb aber einiges schuldig.

Zum Auftakt der EM 2020 tat sich das DHB-Team schwer, fand nicht so richtig zum Spiel, was die Niederländer konsequent nutzten und das Spiel bis in die Mitte der zweiten Hälfte offen gestalteten. In der Schlussviertelstunde fand die Abwehr besseren Zugriff, dahinter ein Andreas Wolff, der die Mannschaft durch etliche Paraden endlich in die Erfolgsspur brachte und es am Ende ein standesgemäßer Sieg wurde, der allerdings in dieser Höhe nicht dem Spielverlauf entsprach. Es blieb noch viel Luft nach oben!

Nach einem schnellen 0:2 bereits in der 3. Minute, waren es Julius Kühn und Kapitän Uwe Gensheimer, die eine Minute später den Ausgleich zum 2:2 erzielten. Gensheimer vergab vom Siebenmeterpunkt die erste Führung, so geriet das DHB-Team erneut in Rückstand. Kai Häfner brachte seine Farben mit einem Doppelschlag mit 4:3 (8.) in Führung, die im Anschluss nicht mehr abgegeben wurde.

Es folgen fünf starke Minuten der Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop, als sie aus einem 5:4 (10.) mit einem 5:0-Lauf ein 10:4 (15.) machte. Nach der anschließenden Disqualifikation von Gensheimer – wegen eines Kopftreffers beim Siebenmeter – gab es einen Bruch im Spiel, was die Niederländer konsequent nutzten und zur Pause auf 13:15 verkürzten. In dieser Phase fanden die Deutschen keine Lösungen.

Nach der Pause ein ähnliches Bild, der Angriff fand nicht so richtig ins Spiel gegen den sehr offensiv agierenden EM-Neuling und in der Abwehr waren die Beine und Gedanken nicht schnell genug gegen die sehr agilen Niederländer. Einzig Torwart Wolff hielt seine Mannschaft mit spektakulären Reflexen im Spiel. Dieses hatte Signalwirkung in der Mannschaft und nach dem 22:19 (46.) zündete endlich der Turbo und mit einem 7:0-Lauf auf 29:19 (51.) war das Spiel endgültig entschieden. Der Rest war nur noch Formsache zum 34:23-Erfolg, der in der Höhe nicht dem wirklichen Spielverlauf entspricht.

Torschützen für die deutsche Handball-Nationalmannschaft:
Kai Häfner und Jannik Kohlbacher (je 5), Julius Kühn und Timo Kastening (je 4), Tobias Reichmann (3/2), Patrick Wiencek (3), Uwe Gensheimer (2/1), Fabian Böhm, David Schmidt und Patrick Zieker (je 2), Hendrik Pekeler und Philipp Weber (je 1)

Bis morgen (11.1.) um 18.15 Uhr, wenn es gegen den Titelverteidiger Spanien – hat Lettland mit 33:22 besiegt – geht, muss die Fehlerrate drastisch minimiert und in der Abwehr wieder beherzter zu Werke gegangen werden. Schließlich ist es das entscheidende Spiel um den Gruppensieg.

(kbi)