Foto: HSG Ostsee N/G
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Neustadt i.H. – Nachdem die Staffeleinteilung vom Deutschen Handballbund (DHB) – vier Staffeln zu je 18 Mannschaften – für die kommende Drittliga-Saison bekannt gegeben wurde (HL-SPORTS berichtete), hat es bei den Verantwortlichen der HSG Ostsee Neustadt/Grömitz zu ein wenig Unmut geführt. Für die HSG bedeutet es in sieben Bundesländern anzutreten, dadurch größere Entfernungen bei den Auswärtsspielen als eigentlich geplant zu meistern. Hinzu kommt durch die Erhöhung der Staffelstärke von 16 auf 18 Teams je Staffel, dass es zwei Doppelspieltage geben muss, bei denen sowohl freitags das Hinspiel und sonntags das Rückspiel ausgetragen werden.

Neue Staffeleinteilung wird zur Herausforderung

„Das ist eine irre Herausforderung für uns alle, aber vor allem für die Spieler. Die jetzige Einteilung sieht vor, dass wir nicht wie in der vergangenen Saison gegen den HSV Hannover, TuS Vinnhorst und Hannover-Burgwedel antreten, sondern stattdessen deutlich weiter nach Sachsen-Anhalt müssen. In unserem Team gibt es keine Vollprofis und es ist gerade für die Berufstätigen eine große Belastung bis zu 16 Stunden für die Hin- und Rückfahrt im Bus bewältigen zu müssen“, so der sportliche Leiter Frank Barthel. „Auch die Nachwuchsspieler werden mit dieser Situation zu kämpfen haben, da bin ich sicher. Darüber hinaus entstehen deutlich höhere Reisekosten, die wir so nicht geplant hatten. Das auch die anderen Teams genauso damit umgehen müssen, ist nicht gerade tröstlich. Wir werden versuchen das Beste daraus zu machen und hoffen dabei mehr denn je auf die Unterstützung unserer Fans und Sponsoren“, ergänzte Barthel.

So weit gestreut liegen die Spielorte in der Staffel Nord-Ost der 3. Liga Männer
Foto: Sprungwurf-TV

Der neue Trainer Jens Häusler sieht das ähnlich: „Die Planungen und Staffeleinteilungen für die kommende Spielzeit sind raus und wir freuen uns nun sehr auf die neue Saison. Es liegt sicherlich viel Arbeit in allen Bereichen vor uns und wir wollen dies gerne gemeinsam angehen. Unsere Nordost-Staffel führt uns über Berlin bis nach Leipzig. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass es in der kommenden Saison fünf Staffeln in der 3. Liga gegeben hätte und der Aufwand (Reisekilometer und Doppelspieltage) geringer und nicht belastender für alle ausgefallen wäre. Zumal wir ja wissen, dass durch die Krise zum Teil empfindliche Lücken in den Etats der Vereine herrschen, bis rauf in die erste Liga. Nun wollen wir aber die Gegebenheiten positiv angehen und uns auf unsere „Mission Klassenerhalt“ freuen und bestmöglich vorbereitet in die Zukunft starten. Ich freue mich auf die Herausforderung und besonders auf das Mannschaftstraining, dass endlich im August wieder beginnt.“

Bei DHB-Umfrage votierten Drittligisten für vier Staffeln

Im Zeichen der Corona-Pandemie musste vom DHB eine kurzfristige Lösung – keine Absteiger und dadurch größere Staffeln – herbei geführt werden. Eine solche Veränderung wird sonst über Jahre vorbereitet und erarbeitet. Das jetzige schnelle Ergebnis ist für einige Beteiligte sicherlich eher suboptimal ausgefallen.

„Bei der DHB-Umfrage vor einigen Wochen – wie die Drittligisten sich das vorstellen könnten – haben wir auch für die Viergleisigkeit votiert. Allerdings haben wir uns dabei auch nicht vorgestellt, dass wir so weit fahren müssen“, zeigte sich Frank Barthel gegenüber HL-SPORTS im Nachgang etwas schockiert. Der DHB sieht die 3. Liga als Nachwuchsliga für Spieler an, die aus der Jugendbundesliga ausscheiden und im Seniorenbereich Fuß fassen sollen. „Durch den jetzigen zeitlichen und körperlichen Aufwand ist dieses irgendwie nicht so passend, was durch eine fünfte Staffel entzerrt worden wäre, wie es unser Trainer Jens Häusler bereits anmerkte. Der DHB hat sich sicherlich viele Gedanken gemacht und wir werden letztendlich mit dieser Entscheidung leben“, erläuterte der sportliche Leiter abschließend. „Vielleicht müssen wir auch noch schauen, ob wir uns noch etwas breiter aufstellen können.“

(PM)

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