HSV Hamburg vergeigt in zweiter Halbzeit sicheren Sieg

Am Ende noch glückliche Punkteteilung gegen bissige Göppinger

Nicht nur die Bank zeigt sich in der zweiten Hälfte ratlos
Foto: Lobeca/Ralf Homburg
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Hamburg – Der Handball Sport Verein Hamburg hat in der LIQUI MOLY HBL bei FRISCH AUF! Göppingen mit dem 26:26 (16:9) einen sicher geglaubten Sieg verschenkt. Aus einem Acht-Tore-Vorsprung wurde ein Zwei-Tore-Rückstand und am Ende noch ein glückliches Unentschieden.

Hamburg dominiert die ersten 30 Minuten nach belieben

Der Handball Sport Verein Hamburg erzielte nach 36 Sekunden durch Dani Baijens das 1:0, kassierte durch einen schnell ausgeführten Anwurf von Göppingen postwendend das 1:1. Die die erneute Hamburger Führung glichen die Gastgeber wieder aus, bevor Niklas Weller mit einem Doppelschlag das 4:2 in der 8. Minute erzielte. In dieser Phase stärkte Johannes Bitter seiner Mannschaft mit mehreren Paraden den Rücken. Die Hamburger überstanden eine doppelte Unterzahl ohne Gegentor, erzielten in einfache Unterzahl sogar noch die 7:5-Führung. Nach dem 9:6 (18.) durch Baijens nahm Trainer Markus Baur seine erste Auszeit. Doch Hamburg ließ sich nicht beeindrucken – auch nicht durch einen vergebenen Siebenmeter von Casper Ulrich Mortensen – und schaltete nach der Auszeit von Trainer Torsten Jansen den Turbo ein und zog vom 10:8 (23.) mit einem 6:0-Lauf auf 16:8 (30.) davon. In die Pause verabschiedete sich der HSV Hamburg mit einer deutlichen 16:9-Führung.

Konfusität und wenig Sicherheit bringen die Wende sowie Sego im Tor

Die zweite Hälfte begann mit eine Hinausstellung nach 23 Sekunden für beide Teams, Blaz Blagotinsek bei FAG und Tobias Schimmelbauer beim HSVH erhielten eine Hinausstellung. Damit nicht genug, nur 13 Sekunden später muss auch der Hamburger Azat Valiullin zusätzlich für zwei Minuten auf die Bank. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Kevin Maageroe Gulliksen sicher zum 10:16, danach stellte Mortensen mit einem Unterhandwurf den alten Abstand wieder her. Nachdem Mortensen seinen zweiten Siebenmeter gegen Marin Sego nicht im Tor unterbrachte, begann das Debakel für den HSV Hamburg. Die in der Halbzeit vom Neutrainer Baur offensiver ausgerichtete Abwehr der Göppinger mit einem zur Hochform auflaufenden Sego im Tor dahinter, fanden die Gäste – vielleicht schon im Gefühl das Spiel im Griff zu haben – keine Mittel. Sie produzierten gegen die aggressive und bewegliche Hintermannschaft Fehler, die FRISCH AUF! Zu einfachen Toren nutze.

In 15 Minuten nur vier Tore erzielt und elf kassiert

Hatte Baur in der Halbzeit von seiner Mannschaft noch gefordert, alle fünf Minuten ein Tor mehr zu erzielen als der HSVH, so gelang dieses in viel kürzerer Zeit. Mit einem 10:3-Lauf hatten die Gastgeber bereits in der 45. Minute den Ausgleich beim 20:20 erzielt, daran hatte auch die zweite Auszeit von Trainer Jansen nichts geändert. Die Hamburger fanden weiterhin nicht zurück zur Sicherheit der ersten 30 Minuten, auch wenn sie nochmals beim 24:22 (51.) in Führung gingen. Hier hatte Johannes Bitter einen großen Anteil dran, doch stand er weiter im Schatten seines gegenüber, der seinen Farben jetzt den Kasten vernagelte. So glich FRISCH AUF! Göppingen nicht nur aus, sondern brachte sich mit einem 4:0-Lauf – trotz Unterzahl – mit 26:24 (57.) in Vorteil. In dieser Phase vergab Mortensen zum dritten Mal gegen Sego von der Siebenmetermarke. Mit Treffern von Mortensen und Frederik Bo Andersen fiel das 26:26 bereits 51 Sekunden vor dem Ende. Beide Trainer bekamen noch die Gelegenheit nach einem Team-Time-Out zum Siegtreffer, doch es blieb beim Unentschieden, welches nach dem gesamten Spielverlauf auf Ende mehr als gerecht erschien.

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Am Ende versteht Johannes Bitter die Welt nicht mehr
Foto: Lobeca/Ralf Homburg

Nach dem Spiel bezeichnete Casper Ulrich Mortensen das Spiel wie Tag und Nacht, bei dem seine Mannschaft zu viele Fehler in der zweiten Halbzeit machte. Er schloss sich dabei ein und war mit seiner Leistung nicht zufrieden. Göppingens Trainer Markus Baur sah in der zweiten Hälfte eine gute Abwehrleistung mit einem sehr gut aufgelegten Torhüter dahinter als das Erfolgsrezept der Aufholjagd.

„Leider haben wir es in der zweiten Halbzeit verpasst, einige gute Tormöglichkeiten zu nutzen“, ärgerte sich Trainer Torsten Jansen nach dem Spiel über den verlorenen Punkt. „Dass Sego in der zweiten Halbzeit zehn Bälle hält, war für Göppingen natürlich ein richtiges Faustpfand. Es war ein völlig verrücktes Spiel gegen einen Gegner, der natürlich viel besser ist, als es der derzeitige Tabellenstand aussagt“, ergänzte Jansen und schloss ab: „Und deswegen kann ich mit dem Spiel heute nicht komplett unzufrieden sein.“

Der Handball Sport Verein Hamburg spielte in folgender Aufstellung:
Johannes Bitter, Ivan Budalic – Tobias Schimmelbauer, Andreas Magaard, Casper Ulrich Mortensen (7/2), Jacob Lassen (2), Niklas Weller (3), Lukas Ossenkopp, Dominik Axmann (3), Frederik Bo Andersen (4), Thies Bergemann, Nicolai Theilinger (2), Azat Valiullin (2), Dani Baijens (3)

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