Die Abwehr des HSV Hamburg ist nicht immer Herr der Lage
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Hamburg – Nach der bereits schwachen Endphase bei der HSG Krefeld am vergangenen Wochenende sollte es für den Handball Sport Verein Hamburg in der Barclaycard-Arena vor 8.942 Zuschauern eine Weihnachtsgala gegen den TuS Ferndorf werden. Doch die Zuschauer trauten ihren Augen nicht, stand dort ein zahnloser und zahmer Tiger einem siegeswilligen rattigen Terrier gegenüber, der die Hamburger streckenweise regelrecht vorführte bei der 20:24 (8:11)-Heimniederlage.

Bevor das Zweitliga-Spiel begann, sang das Top-Talent aus der Casting-Show „The Voice of Germany“ Celina Abeling – nachdem sie im Vorspiel gegen den SV Preußen Reinfeld das Tor der SG Findorf hütete – mit allen Zuschauern das Weihnachtslied „O du Fröhliche“.

Celine Abeling singt mit den Zuschauern „O du Fröhliche“
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Die Gäste hatten den ersten Angriff und versenkten den Ball nach 39 Sekunden im Gehäuse von Torhüter Aron Edvardsson zum 1:0. Die HSV-Angreifer bissen sich in den ersten Minuten an der aggressiven und rustikalen TuS-Abwehr die Zähne aus, produzierten technische Fehler und halbherzige Würfe, die für den Gäste-Keeper eine sichere Beute wurden. Dass es bis zur 9. Minute nur 0:2 stand, hatte der Gastgeber Edvardsson zu verdanken, der in der Anfangsphase des Spiels unter anderem einen Siebenmeter entschärfte.

Als Niklas Weller – als gefoulter Spieler – selbst zum Siebenmeterpunkt ging, das 1:2 (9.) erzielte und Blaszenko Lackovic im erweiterten Gegenstoß zum Ausgleich noch in derselben Minute traf, schien die Mannschaft sich zu fangen. Doch erneut unnötige Fehler brachten die Gäste erneut mit 4:2 (12.) in Front. Es kam etwas mehr Bewegung in die Hamburger Abwehr und Druck in das Angriffspiel, was zum 5:5 (15.) durch eine gelungene Eins-gegen-Eins-Situation von Leif Tissier führte. Wenig später die erste Führung beim 7:6 (20.) durch Philipp Bauer.

Nach dem erneuten Ausgleich die letzte Führung des Spiels, erzielt von Weller zum 8:7 (25.). In den verbleibenden Minuten bis zur Pause legte der TuS Ferndorf einen 4:0-Lauf zur 11:8-Führung hin, unterstützt von überhastet abgeschlossenen Angriffen und technischen Fehlern der Hamburger.

In der Halbzeit veranstaltete der Handball Sport Verein Hamburg einen „Teddy Toss“ zugunsten der McDonald`s Kinderhilfe Stiftung im Kinderkrankenhaus Altona. Hierbei warfen die Zuschauer mitgebrachte – oder im Vorfeld für einen guten Zweck erstandene Teddys – auf das Spielfeld. Der Erlös aus dem Teddyverkauf kommt zu 100 Prozent dem Ronald McDonald Haus im Altonaer Kinderkrankenhaus zugute.

„Teddy Toss“ in der Halbzeitpause
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Unmittelbar nach Wiederbeginn war es nicht der HSV Hamburg, der Akzente setzte, sondern scheiterte mehrfach an Torhüter Marin Durica und Weller erhielt zudem noch eine Zeitstrafe. So legte der TuS gleich zwei weitere Treffer zum 13:8 (35.) nach. Erneut Lackovic – der nach der Pause nicht nur in der Abwehr sondern auch im Angriff seinen Einsatz hatte – erzielte das 9:13 ebenfalls in der 35. Minute.

Es folgte eine Überzahl für die Gastgeber, die sie ungenutzt verstreichen ließen, fingen sich anschließend innerhalb von 17 Sekunden zwei Zeitstrafen ein, die sie mit nur einem Gegentreffer überstanden. Diese Kampfansage trug Früchte und Lukas Ossenkopp, der in der 40. Minute die Position von Bauer übernahm, netzte einen blitzsauberen Hattrick innerhalb von nur zwei Minuten zum 13:15 (43.) ein. Die Halle begann langsam zu brodeln.

Nach zwei weiteren Treffern des Kapitäns und einem Gegenstoß von Jonas Gertges war der Anschluss beim 16:17 (45.) hergestellt. Als Weller weitere zwei Minuten später per Siebenmeter zum 18:18 (47.) traf, waren die Fans völlig aus dem Häuschen: Da geht noch was. Doch die Rechnung hatten die Fans und die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen ohne Gäste-Torhüter Lukas Puhl gemacht, der jetzt zwischen den Pfosten stand. Er entschärfte – wie bereits in der vergangenen Saison – etliche gute Tormöglichkeiten aus dem Rückraum, vom Siebenmeterpunkt und über die Außen. So gelang den Hamburger Angreifern nicht mehr viel, wo hingegen der TuS Ferndorf seinen Vorsprung kontinuierlich ausbaute. Am Ende verließ der Gast als verdienter Sieger die gut gefüllte Barclaycard-Arena und bescherte dem Handball Sport Verein Hamburg am zweiten Weihnachtstag eine 20:24-Heimniederlage.

Toto Jansen richtet Niklas Weller wieder auf
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Mit nun 19:17 Punkten steht der HSV Hamburg zwar auf einem sicheren Mittelfeldplatz, aber statt mit 21:15 Punkten im oberen Drittel der Tabelle. Nun geht es in die EM-Pause, wo die Verletzungen auskuriert werden können, aber auch an der Fehlerquote gearbeitet werden muss, soll es nach der Pause am 2. Februar beim TSV Bayer Dormagen wieder zurück in die Erfolgsspur gehen.

Torschützen für den Handball Sport Verein Hamburg:
Lukas Ossenkopp (6), Niklas Weller (5/3), Blaszenko Lackovic, Leif Tissier und Philipp Bauer (je 2), Jonas Gertges, Jan Forstbauer und Jens Schöngarth (je 1)

(kbi)

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Kerstin

Das Vorspiel fand gegen den SV Preußen Reinfeld und nicht gegen den SV Sülfeld statt.