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Hamburg – Der Handball Sport Verein Hamburg hat das Rennen gegenüber anderen Bewerbern mit der Verpflichtung von Nationaltorhüter Johannes Bitter für sich entschieden. „Jogi“ Bitter erhielt einen Fünfjahresvertrag als Spieler, wird weitere vereinsinterne Aufgaben übernehmen und an der strategischen Ausrichtung des Vereins mitarbeiten. Bitter freut sich wieder für Hamburg auflaufen zu dürfen, wo er seine größten Erfolge feierte: „Hamburg, ich komme nach Hause!“

Bitter kehrt an die Wirkungsstätte der größten Erfolge zurück

Jogi Bitter – gebürtiger Oldenburger – begann 1989 in der Jugend mit dem Handball als Feldspieler bei der friesischen HSG Neuenburg/Bockhorn und kam erst zwei Jahre später ins Tor. Von 1999 bis 2002 spielte Bitter bei der SG VTB/Altjührden in der 2. Bundesliga-Nord, bevor er zum Wilhelmshavener HV wechselte und dort in die Bundesliga aufstieg. Über den SC Magdeburg – gewann dort den EHF-Pokal – kam er 2007 zum HSV Handball und spielte dort bis zur Insolvenz 2016, um anschließend beim TVB 1898 Stuttgart anzuheuern.

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„Als ich gemerkt habe, dass es klappen könnte, wurde ich regelrecht emotional“

Bitter reifte in Hamburg – im Trikot des damaligen HSV Handball – zu einem der besten Keeper Deutschlands und zum Liebling der Hamburger Fans. Nach der Insolvenz des HSV zog es ihn zwar sportlich zum TVB 1898 Stuttgart, seine Kinder blieben aber in Hamburg und er blieb der Stadt weiterhin stark verbunden. „Als ich mich mit den Anfragen für die neue Saison beschäftigt habe, habe ich sofort gemerkt wie sehr mich die Option, nach Hause zu kommen, reizt“, sagte Bitter, der für seine Rückkehr nach Hamburg auf viel Geld verzichtete und unter anderem ein lukratives Angebot vom FC Barcelona ausschlug. Die Rückkehr nach Hamburg ist für ihn Herzenssache, wie Bitter erklärte: „Als ich gemerkt habe, dass es klappen könnte, wurde ich regelrecht emotional. Da war mir klar, dass ich auf mein Herz hören sollte und habe mir einfach nur gewünscht, dass wir das hinbekommen!“

Johannes Bitter (# 1) an seiner alten Wirkungsstätte der Barclaycard-Arena
Foto: kbi

„Wir sind sehr froh darüber, dass viele weiche Faktoren eine Rolle gespielt haben, dass Jogi wieder zurück nach Hamburg kommen wollte“, erklärte Vereinspräsident Marc Evermann, „nur deshalb war seine Verpflichtung überhaupt zu realisieren“. Denn auch wenn Bitter natürlich ein Wunschspieler von Trainer Torsten Jansen ist, hält der HSV Hamburg an seinem Weg fest, finanziell bedacht zu handeln und vernünftig zu wirtschaften. „Es war klar, dass wir unseren Verein auch für Johannes Bitter nicht in finanzielle Schieflage geraten lassen. Wir haben ihm ein Angebot im Rahmen unserer Möglichkeiten gemacht und ihm Perspektiven aufgezeigt“, sagte Geschäftsführer Sebastian Frecke. Im Gesamtpaket mit allen persönlichen Aspekten überzeugte dieses Angebot Bitter.

Aufstieg trotz Bitter-Wechsel keine Pflicht

Das Ziel, dass der HSVH in naher Zukunft in die LIQUI MOLY HBL aufsteigen möchte, wird auch durch die Verpflichtung von Johannes Bitter nicht beeinflusst. Bitters Vertrag gilt unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Zwar unterstreicht der HSVH durch den Wechsel von Johannes Bitter seine Ambitionen und hat als derzeitiger Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga in diesem Jahr eine realistische Aufstiegschance, eine Aufstiegspflicht gibt es für das Team von Trainer Torsten Jansen aber nicht.

Johannes Bitter (# 1) und Jens Vortmann (# 12) bald wieder gemeinsam auf der Platte
Foto: kbi

Schließlich wechselt Bitter auch nach Hamburg, um einen Teil zur Weiterentwicklung des Vereins beizutragen, nicht nur für den kurzfristigen sportlichen Erfolg. „Jogi wird vom ersten Tag an nicht nur Torwart sein, sondern ist auch eine Verpflichtung mit Blick auf unsere gesamtstrategische Ausrichtung“, sagte Marc Evermann. „Er hilft uns nicht nur im Tor, sondern auch als Identifikationsfigur, Vorbild, mit seinem Netzwerk, bei der Vermarktung und mit seiner Erfahrung als Unternehmer. Wir wollen für ihn in den nächsten Jahren eine Brücke zwischen alter und neuer Karriere sein.“

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Bitter träumt von voller Barclaycard-Arena

Doch auch sportlich wird Bitter mit seiner Klasse und seiner Erfahrung eine erhebliche Verstärkung für die Hamburger sein. Dabei will er keine Sonderrolle, sondern dem Team durch Leistung helfen: „Meine Aufgabe ist es, möglichst viele Bälle zu halten. Aber natürlich übernehme ich auch gerne eine führende Rolle in der Mannschaft. Aber die Mannschaft funktioniert bisher in ihrer Gemeinschaft und da werde ich ganz sicher nicht sagen, es muss jetzt alles so laufen wie ich das möchte.“ Mit vielen Paraden kann Bitter selbst aktiv einen großen Teil zum Erfolg des Vereins beitragen und somit auch an seinem persönlichen Traum von einer Rückkehr in die Barclaycard Arena mitwirken.

Als Zweitligist spielt der Handball Sport Verein Hamburg derzeit in der Sporthalle Hamburg, bei einem Erstliga-Aufstieg käme aber auch ein Umzug in die größte Arena Hamburgs infrage. Momentan trägt der HSVH dort nur einmal im Jahr ein Sonderspiel aus. Für Bitter war die große Arena jahrelang regelmäßige Heimspielstätte, in der er viele Siege mit dem HSV feierte. Auch wenn die Vorzeichen in Hamburg heute andere sind und der Verein für andere Werte steht, ist es für Bitter auch eine Rückkehr nach Hause: „Als ich am 19. Januar 2016 zum letzten Mal als Spieler die damalige Volksbank Arena verlassen habe, habe ich davon geträumt zurückzukommen und nochmal die Chance zu bekommen in einer vollen Barclaycard Arena zu spielen! Dieser Traum könnte sich jetzt bewahrheiten und ich freue mich wahnsinnig auf die neue Saison!“

Bitter verlässt am 27.12.2015 die Barclaycard-Arena und will dorthin zurück
Foto: kbi

In Hamburg feierte Bitter seine größten Erfolge

In Hamburg feierte Bitter seine größten Erfolge. Den DHB-Supercup gewann er in den Jahren 2009 und 2010 sowie ebenfalls 2010 den DHB-Pokal. 2011 errang er mit dem HSV Handball souverän die Deutsche Meisterschaft mit 62:6 Punkten und sieben Punkten Vorsprung vor dem THW Kiel. Im Jahr 2013 kam der Sieg in der EHF Champions League in der Kölner Lanxess Arena dazu. Mit dem derzeitigen Trainergespann (Torsten Jansen und Blaženko Lacković) als Spieler auf dem Feld hatten Bitter und die Hamburger am Ende der Verlängerung die Nase mit 30:29 gegen den FC Barcelona vorne.

Bitter freut sich in einer jungen, homogenen Mannschaft unter Toto Jansen als Trainer auch eine Führungsrolle zu übernehmen. „Die Mannschaft ist in der Lage den Aufstieg zu schaffen“, äußerte sich „Jogi“ Bitter zu den Zukunftsperspektiven.

(PM)

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