Markus Hansen (VfL Lübeck-Schwartau). Foto: Lobeca/Raasch
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Lübeck – Der VfL Lübeck-Schwartu lag gegen die SG BBM Bietigheim am vergangenen Sonntag in der 2. Bundesliga lange in Führung, musste sich am Ende aber doch geschlagen geben. 24:22 verlor der VfL beim Tabellendritten.

Das Spiel startete mit einer Kuriosität. Der VfL musste mit den Trikots der Gastgeber antreten, weil der eigene Auswärtssatz dem der Bietigheimer zu ähnlich war. Nummernsalat inklusive. Vielleicht lag es daran, dass die Schwartauer nur sehr mühsam ins Spiel fanden. Nach dem 1:1 von Przemyslaw Mrozowicz gaben die Schwaben Gas und zogen auf 5:1 davon (9.). Ein Spielverlauf, der bei einem Blick auf die Tabelle durchaus erwartbar war (3. gegen 13.) – nicht so von Piotr Przybecki; Auszeit, 10.

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Und die zeigte Wirkung – jetzt begann die Zeit des VfL – in Person von Thees Glabisch. Der Linksaußen traf dreimal in Folge für die Schwartauer, verkürzte so nach dem zwischenzeitlichen 6:2 auf 6:4 (14.). Und auch Dennis Klockmann steigerte sich jetzt auf Normalform, machte den Kasten dicht. Beim 6:5 durch Mrozowicz war der VfL in der Partie angekommen. Die Auszeit von Bietigheim bestätigte dies.

Allerdings war auch die erfolgreich. Die Gastgeber zogen erneut auf drei Tore davon (8:5, 17.). Aber der VfL ließ sich nicht mehr abschütteln, agierte jetzt mit Tim Claasen auf der Spielmacherposition und Niels Versteijnen im rechten Rückraum. Dem Holländer war es auch vorbehalten, beim 12:12 den ersten Ausgleich seit dem Anwurf herzustellen (29.). Und jetzt lief der VfL-Express auf Hochtouren. Martin Waschul und Markus Hansen setzen mit ihren Toren die Ausrufezeichen in einer spannenden ersten Halbzeit (12:14). So durfte es weitergehen!

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VfL über lange Zeit stabil

Und so ging es weiter! Dennis Klockmann nahm mit seiner sechsten Parade einen Freien weg, hielt danach auch gegen Mimi Kraus, der bis dahin überhaupt nicht stattfand (0/5). Als Markus Hansen dann zum 13:16 traf, war die Sensation greifbar (34.). Aber jetzt deutete sich an, dass eine alte Sportlerphrase noch eine Rolle spielen sollte: Wenn Du unten stehst, fehlt Dir einfach das Glück.
Beleg: der Pfosten und die Latte verhinderten eine Etablierung der VfL-Führung – Patrick Rentschler war es egal, 16:16 (40.).

Noch aber standen die Zeichen auf Auswärtssieg – Versteijnen, Köhler, Klockmann (insgesamt 13 Paraden) und Glabisch stellten auf 17:19 (46.). Die zweite Auszeit von Hannes Jon Jonsson auf Bietigheimer Seite war die letzte Chance der ambitionierten Gastgeber, dem Spiel noch eine entscheidende Wende zu geben. Aus Sicht des VfL Lübeck-Schwartau mit Erfolg.

Die Mannschaft um Weltmeister Mimi Kraus, der es bis dahin nicht in die Wertung schaffte, jetzt aber zweimal erfolgreich war, erarbeitete sich bis zur 58. Minute einen 7:0-Lauf. In dieser Phase halfen keine taktischen Schachzüge mehr, die bis dahin so stabile Abwehr fand keinen Zugriff und der Angriff kreierte keine erfolgreichen Lösungen mehr. Die beiden letzten Tore vom erfolgreichste VfL-Werfer Markus Hansen (sechs Treffer) konnten nichts mehr an der Auswärtsniederlage ändern. Mit sicherlich viel Lob für eine engagierte Partie, aber dennoch einem 22:24 musste die Mannschaft von Przybecki die 700 km-weite Heimfahrt antreten. (PM)