MTV Lübeck schreibt Handball-Märchen: Ungeschlagen zum Cup der Landesmeister

Siegerfoto der C-Juniorinnen des MTV Lübeck. Foto: MTV/oH
Anzeige
Kanzlei Proff

Berlin – Was bleibt von diesem Wochenende in Berlin? Ein Titel. Viele Bilder. Und eine Mannschaft, die gezeigt hat, wie sich Leistungssport und pure Freude verbinden lassen.

Die weibliche C-Jugend des MTV Lübeck hat beim Cup der Landesmeister nicht nur sportlich überzeugt, sondern sich mit einer außergewöhnlichen Leistung gegen die besten Teams Nordostdeutschlands durchgesetzt – und damit eine Saison gekrönt, die am Ende ohne Niederlage bleibt.

Höchstes Niveau

Bereits die Ausgangslage hatte es in sich: In Berlin trafen die jeweiligen Landesmeister aufeinander. Teams, die ihre Ligen dominiert hatten, gespickt mit Auswahlspielerinnen und hoher individueller Qualität. Ein Beispiel: Der Berliner TSC (ungeschlagener Meister Berlin) reiste mit gleich neun Spielerinnen an, die zur DHB-Sichtung eingeladen waren – vier davon sogar mit Perspektive Richtung U15-Nationalmannschaft. Ein Niveau, das die Dimension dieses Turniers klar unterstrich.

Doch der MTV Lübeck ließ sich davon nicht beeindrucken – im Gegenteil.

Starker Auftakt gegen Top-Gegner

Gleich im ersten Spiel wartete mit dem Berliner TSC ein echter Prüfstein. Lübeck präsentierte sich von Beginn an wach, strukturiert und mutig. Früh übernahmen die Norddeutschen die Kontrolle, erspielten sich eine Führung und verteidigten diese konsequent bis zum 24:20-Erfolg. Ein Sieg, der direkt ein Signal setzte.

Auch im zweiten Gruppenspiel gegen den SV Union Halle-Neustadt (ungeschlagener Meister Sachsen-Anhalt) zeigte sich zunächst, wie eng es auf diesem Niveau zugeht. Lübeck fand schwer ins Spiel, lag zur Pause nur knapp vorne – doch die Reaktion war beeindruckend. Mit mehr Zugriff in der Abwehr, Tempo nach vorne und starken Impulsen aus der Breite setzte sich der MTV am Ende deutlich mit 36:26 durch.

Gruppensieg. Finalrunde erreicht.

mtv mvp leo @ MTV Lübeck schreibt Handball-Märchen: Ungeschlagen zum Cup der Landesmeister
Leonie Lopes wurde zur besten Spielerin ausgezeichnet. Foto: MTV/oH

Teamgeist abseits der Platte

Dass dieser Erfolg nicht nur auf sportlicher Qualität basiert, zeigte sich am Sonnabendabend. Während die Eltern die Hauptstadt erkundeten, blieb das Team mit dem Trainerstab im Hotel. Pizza, Gespräche, viel Lachen – und eine Runde „Wer hat noch nie?“, bei der auch das Trainerteam um Christoph und Johanna eingebunden wurde. Es waren genau diese Momente, die das Team noch enger zusammenschweißten und die Basis für den nächsten Tag legten.

Finalrunde mit Statement-Sieg

Am Sonntag warteten mit dem Buxtehuder SV (ungeschlagener Meister Niedersachsen) und dem TSV Rudow Berlin zwei weitere Top-Teams.

Gegen Buxtehude legte Lübeck einen Blitzstart hin. 10:2 nach zwölf Minuten – eine Machtdemonstration bei verkürzter Spielzeit. Am Ende stand ein souveräner 18:14-Erfolg, der den Weg ins Finale ebnete.

mtv kreis nach sieg @ MTV Lübeck schreibt Handball-Märchen: Ungeschlagen zum Cup der Landesmeister
Siegeskreis des MTV Lübeck. Foto: MTV/oH

Finale mit besonderer Dramaturgie

Im entscheidenden Spiel gegen Rudow entwickelte sich zunächst das erwartete Topspiel. Lübeck führte, kontrollierte das Spiel und ging mit 8:6 in die Halbzeit. Rudow, körperlich präsent und mit zwei gesichteten Nationalspielerinnen im Kader, hielt dagegen – auch im direkten Duell im Rückraumzentrum, in dem Lübecks Leo erneut ihre Klasse zeigte.

Die Spielmacherin, die auf der Reserveliste des DHB steht, wurde am Ende zum vierten Mal in dieser Saison bei einem großen Turnier als MVP ausgezeichnet – eine Serie, die kaum deutlicher für sich sprechen könnte.

Dann jedoch kippte die Partie in eine Richtung, die dem Finale eine besondere Note verlieh. In der zweiten Halbzeit kassierte Lübeck sieben Zeitstrafen, während Rudow lediglich einmal in Unterzahl agieren musste. In einem Spiel über 30 Minuten bedeutete das lange Phasen in Unterzahl, teilweise sogar in doppelter Unterzahl. Eine Konstellation, die die Aufgabe für Lübeck massiv erschwerte.

Doch genau hier zeigte sich die Klasse dieses Teams.

Anzeige
AOK
Anzeige
AOK
Anzeige
Anzeige
Anzeige
VfB Lübeck

Anstatt zu hadern, kämpfte Lübeck. Anstatt zu zerbrechen, rückte die Mannschaft zusammen. Jeder Ball wurde verteidigt, jeder Angriff mit maximalem Einsatz gespielt. Und von außen kam Unterstützung: Der Frankfurter HC, der Buxtehuder SV und der SV Union Halle-Neustadt standen hinter Lübeck und sorgten für eine Atmosphäre, die weit über ein normales Finale hinausging.

18:16 – und ein Moment für die Ewigkeit

Am Ende setzte sich der MTV Lübeck mit 18:16 durch. Mit dem Schlusspfiff brachen alle Emotionen heraus. Freude, Erleichterung, Stolz – und die Gewissheit, etwas Besonderes geschafft zu haben.

Der Titel beim Cup der Landesmeister bedeutet gleichzeitig die inoffizielle nordostdeutsche Meisterschaft. Vor allem aber steht er für eine perfekte Saison: Der MTV Lübeck bleibt in allen Wettbewerben ungeschlagen.

Trotz Ausfällen durch Konfirmationen und der Verletzung von Koli fand das Team immer wieder Lösungen. Es war diese Mischung aus Qualität, Breite und Mentalität, die den Unterschied machte.

Emotionen in der Kabine

Die vielleicht eindrücklichsten Szenen spielten sich jedoch nach dem Spiel ab. In der Kabine wurde es nach einer Ansprache von Cheftrainer Christoph still – und emotional. Viele Tränen flossen. Tränen des Stolzes, der Freude, aber auch der Wehmut.

Denn dieses Spiel war mehr als ein Finale. Es war das Ende eines Kapitels. Einige Spielerinnen wechseln nun in die B Jugend, andere bleiben in der C Jugend. Wege trennen sich, Erinnerungen bleiben.

Dieses Team hat gemeinsam etwas Großes erreicht. Und genau das macht diesen Moment so besonders. Man spürte, dass hier nicht nur ein Spiel zu Ende ging, sondern eine gemeinsame Zeit, die so nicht wiederkommt.

mtv kabine @ MTV Lübeck schreibt Handball-Märchen: Ungeschlagen zum Cup der Landesmeister
Tränen flossen in der Kabine der C-Mädchen des MTV Lübeck. Foto: MTV/oH

Mehr als ein Titel

Der MTV Lübeck hat in Berlin nicht nur ein Turnier gewonnen. Die Mannschaft hat gezeigt, was möglich ist, wenn Talent, Teamgeist und Freude zusammenkommen.

Worauf freust du dich am meisten bei Storm FC 2?

View Results

Wird geladen ... Wird geladen ...
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein