Rhein-Neckar Löwen der klare Favorit – Hamburg will Außenseiter-Chance nutzen

Kleinigkeiten können am Ende den Ausschlag geben

Fans wollen HSV Hamburg in der Barclays-Arena gegen Rhein-Neckar Löwen wieder unterstützen
Foto: Lobeca/Ralf Homburg
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Hamburg – Der Handball Sport Verein Hamburg hat nach zuletzt zwei Siegen in der LIQUI MOLY HBL gegen den VfL Gummersbach und beim TVB Lemgo Lippe heute (6.11.) um 16.05 Uhr in der Barclays-Arena den Favoriten und Tabellenzweiten, die Rhein-Neckar Löwen zu Gast. Bisher sind bereits rund 4.400 Karten für die Begegnung verkauft. Nach dem letztjährigen schlechten Abschneiden auf Patz 10 zählt die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze zu den ernsthaften Kandidaten im Kampf um die Champions-League-Ränge.

Rhein-Neckar Löwen kommen als Tabellenzweiter in die Barclays-Arena

Die Rhein-Neckar Löwen verloren bisher lediglich das Spitzenspiel beim THW Kiel am 8. Spieltag mit 29:32, während sie in allen anderen acht Begegnungen als Sieger vom Platz gingen. Im Aufstiegsjahr siegten die Hamburger zuhause gegen die Löwen mit 32:27 – es war der erste Bundesligasieg nach dem Wiederaufstieg überhaupt – und auswärts überraschte der HSV Hamburg mit einem deutlichen 34:28-Erfolg. Aber das ist alles Schnee von gestern. In dieser Saison zeigten die Gäste bisher eine sehr stabile Leistung und gehen als klare Favorit in die Begegnung.

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Löwen nach dem Umbruch wieder auf Europapokalkurs

In der abgelaufenen Saison verpassten die Rhein-Neckar Löwen mit Platz 10 erstmals seit dem Wiederaufstieg 2004/05 – noch vor der Namensänderung als SG Kronau/Östringen – einen einstelligen Tabellenplatz. In den Jahren 2016 und 2017 wurden die RNL sogar Deutscher Meister. Seit der Serie 2005/06 verpassten die Löwen in der abgelaufenen Saison erstmals die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben. Mit der Verpflichtung von Sebastian Hinze als Trainer – war zehn Jahren in Diensten des Bergischen HC – fand ein Umbruch in der Mannschaft statt. Mit Andy Schmid verließ der Kopf der Mannschaft die Löwen, doch der Schwartauer Juri Knorr trat sofort erfolgreich in seine Fußstapfen und lenkte das Spiel.

Die RN Löwen besitzen mit Uwe Gensheimer (47 Tore, davon 17 Siebenmeter) und Patrick Groetzki (39/0) zwei brandgefährliche Außen und mit Juri Knorr (35/11) einen jungen Spielmacher, der nicht nur seine eigene Chance im Eins-gegen-Eins sucht, sondern auch ständig seine Nebenleute im Blick hat und diese gut in Szene setzt, wovon auch Jannik Kohlbacher (31/0) am Kreis profitiert. Im Rückraum sorgten der Schwede Albin Lagergren (34/0) rechts und der Kroate Halil Jaganjac (41/0) links für ständige Torgefahr. Diese sechs Spieler brachten es bisher auf 227 Tore von insgesamt 297 erzielten Treffern, somit mehr als Dreiviertel aller Tore. Die beiden Torhüter weisen ebenfalls eine beachtliche Quote gehaltener Bälle auf, Mikael Appelgren (36,4 %) – fehlt allerdings nach einer Verletzung im letzten Spiel – und Joel Birlehm (32,9 %).

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Hamburger wollen Außenseiter-Chance nutzen

Bei den Hamburgern zeigten sich die beiden Außen ebenfalls immer torgefährlich. Das sind Casper Ulrich Mortensen (60/24) über links und Frederik Bo Andersen (37/0) über rechts. Nach dem Ausfall von Spielmacher Leif Tissier übernahm Dani Baijens (32/0) dort die Verantwortung und machte seine Sache gut. Seine Nebenleute im Rückraum Jacob Lassen (40/0) rechts und Azat Valiullin (21/0) auf links zeigten ebenfalls Torjägerqualität. Auch Niklas Weller (31/0) an Kreis profitierte vom gefährlichen Hamburger Rückraum. So erzielten die sechs Akteure 221 der 267 Tore beim HSV Hamburg, was fast 85 Prozent der gesamten Tore ausmacht. In der Torhüterquote der gehaltenen Bälle stehen bei Johannes Bitter (27,0 %) und bei Ivan Budalic (25,5 %) zu Buche.

Torhüter können zum Zünglein an der Waage werden

Beim Angriff stehen beide Mannschaften mit der Anzahl der bisher erzielten Tore der besten Torschützen nahezu gleich auf, bei 227 Toren für die Rhein-Neckar Löwen gegenüber 221 beim Handball Sport Verein Hamburg. Allerdings schlägt das Pendel bei den Torhütern eindeutig zu Gunsten der Gäste aus. Bei der Gesamtquote der erzielten Tore hat der Gast eindeutig mit 33,0 Toren pro Spiel die Nase vorn gegenüber den Hamburgern (29,0). In der Quote bei den Gegentreffer liegen beide Teams wieder recht nah beisammen, die RNL kassierten im Schnitt 27,8 Tore, während der HSVH es auf 28,2 brachte.

Das bedeutet eine beachtliche Aufgabe für den Defensiv- und Offensivbereich der Hamburger, einschließlich Torhüter, wollen sie dem Favoriten Rhein-Neckar Löwen Paroli bieten. Auch für Trainer Torsten Jansen wird es zu einer besonderen Herausforderung, die richtige Taktik zur richtigen Zeit zu wählen, die anschließend auch von der gesamten Mannschaft umgesetzt werden muss. Wenn es den Hausherren gelingt an die erste Halbzeit gegen den VfL Gummersbach anzuknüpfen und dieses Niveau auch länger als 30 Minuten konstant zu halten, dürfen sich die Fans auf ein spannendes Spiel freuen.

Martin Schwalb trifft auf seinen Ex-Klub

HSVH-Vize-Präsident Martin Schwalb hat einen besonderen Blick auf das Spiel gegen die Löwen. Auch wenn er nun wieder voll im Dienst des HSV Hamburg unterwegs ist, hat er noch immer enge Verbindungen nach Mannheim. Von Februar 2020 bis Juli 2021 ließ er sein Amt beim HSVH ruhen und stand als Chef-Trainer an der Seitenlinie der Löwen, für ihn kommt es also zum Duell mit dem Ex-Klub.

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