Nervenstark vom Punkt: Janik Schrader traf viermal aus 7 Metern und markierte den Ausgleich. (Foto: Lobeca/Raasch)
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Würzburg – Soll man sich über den Punkt freuen oder nicht? Ähnlich wie die eigenen Fans dürfte man sich beim VfL Lübeck-Schwartau recht uneinig über das Fazit zum Spiel bei den DJK Rimpar Wölfen sein. In einem schwachen Zweitliga-Spiel hatten die Tiger den Auswärtssieg auf dem Silbertablett, um dann am Ende dank eines nervenstarken Janik Schrader immerhin einen Punkt mitzunehmen. Der Youngster traf zwei Sekunden vor Ende zum 18:18-Endstand. Doch nach einer Drei-Tore-Führung knapp zehn Minuten vor dem Ende, bleibt die Frage, ob es nun ein gewonnener oder verlorener Punkt ist.

Raguse und Schult früh raus.

Dass die Partie in Würzburg nichts für Handballästheten sein würde, war eigentlich klar – haben doch beide Teams ihren Schwachpunkt im Angriff. So dauert es fünf Minuten, ehe Jasper Bruhn das erste Tor der Partie warf. Der Rechtsaußen war der Mann der Anfangsphase, wenn man so will, denn mit drei Toren sorgte er fast im Alleingang für die 4:1-Führung des VfL (12.). Über die Angriffsprobleme täuschte die Führung aber nicht hinweg, zumal im Laufe der ersten Viertelstunde Mex Raguse und Jan Schult verletzungsbedingt passen mussten. Folglich war klar, dass aus dem Rückraum wenig gehen würde.

Allerdings hat auch Rimpar klare Angriffsprobleme und die Abwehr des VfL stand wirklich gut. So entwickelt sich ein (offensiv) enorm niveauarmes Spiel, dass von der Spannung lebte. Die Wölfe glichen nach 21 Minuten aus (5:5), erneut Bruhn und Thees Glabisch per Siebenmeter sorgten aber dafür, dass der VfL Lübeck-Schwartau mit einer 10:9-Führung in die Pause ging.

War bester VfL-Werfer: Jasper Bruhn (Foto: Lobeca/Raasch)

Klare Führung, dann kommt Schmidt

Die Lübecker, im zweiten Durchgangs phasenweise mit drei Mittelmännern im Rückraum, schafften es immer wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung zu erspielen. Das 12:10 von Markus Hansen (35.) konnten die Wölfe noch ausgleichen, doch auf die erneute zwei-Tore-Führung durch Schrader (45.) schien Rimpar keine richtige Antwort zu finden. Mit dem 16:13 (51.) durch Dadi Runarsson schien der VfL endgültig auf der Siegerstraße zu sein – allein es sollte erneut nicht reichen. Vor allem Patrick Schmidt, mit neun Treffern bester Werfer der Partie, stellte die Abwehr um Kapitän Martin Waschul vor fast unlösbare Aufgaben. Er hatte im ersten Durchgang fast allein für Spannung gesorgt und war auch in der Schlussphase der Mann der Wölfe. Vier der letzten fünf Tore erzielte Schmidt, sorgte so auch für die einzige Rimparer Führung, 22 Sekunden vor dem Ende.

Schrader nervenstark

Der VfL hatte aber noch eine Idee, fand durch Tim Claasen eine Lücke und dieser konnte nur durch ein Foul gestoppt werden. Youngster Schrader übernahm die Verantwortung und sorgte immerhin noch für den Punkt. Dies ist vor allem bemerkenswert, weil der 20-Jährige nur eine Minute zuvor Pech mit der Latte hatte.

„Ich mache meiner Mannschaft ein riesiges Kompliment. Wir haben heute nach den beiden weiteren Ausfällen im Spiel keine einfachen Tore aus dem Rückraum erzielen können. Die Jungs haben sich jeden einzelnen Treffer schwer erarbeitet. Und das macht mich stolz. Wir haben in der Defensive solide gestanden und kämpferisch alles gegeben“, fasste VfL-Coach Piotr Przybecki die Partie zusammen. Dennoch dürfte auch beim Coach Enttäuschung mitgeschwungen haben, denn eigentlich hatte der VfL alle Trümpfe in der eigenen Hand.

Durch das Remis bleibt der VfL Lübeck-Schwartau zumindest für 24 Stunden auf Platz 13. In der kommenden Woche gastiert dann der Tabellenzweite HSC Coburg in Lübeck.

VfL spielte mit: Klockmann, Mallwitz – Bruhn (6 Tore), Schrader (5/4), Köhler (2), Glabisch (2/1), Claasen (1), Runarsson (1), Hansen (1), Waschul, Möller, Raguse, Schult, Gonschor, Ranke