Trainingslager, Testspiele und ein wichtiger Baustein für den VfL Lübeck-Schwartau

Berndt Franke, Daniel Pankofer, Thomas Nawrocki und Uwe Grothkopp. Foto: rk
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Lübeck – Auch wenn Corona nach wie vor da ist und das Leben der Sportler stark einschränkt, geht es doch irgendwie ganz langsam voran. Auch hart getroffen hat es den VfL Lübeck-Schwartau, der aus seiner Situation das Beste macht. Ein Trainingslager weit ab von der Heimat ist nicht drin, aber man weiß sich an der Lohmühle zu helfen und hat sich von Donnerstag bis Sonntag in ein Hotel einquartiert, das gleich um die Ecke ist.

Przybecki setzt Schwerpunkte

Nur fünf Minuten brauchen Waschul & Co. in die Hansehalle, wo Trainer Piotr Przybecki das Team vorbereitet. „Schwerpunkt sind Abwehrarbeit, Kooperation in der Abwehr und Gegenstoß. Wir wollen uns auch mental auf die neue, schwierige „Corona-Saison“ vorbereiten und einige Gespräche mit der Mannschaft führen“, sagte er vor dem Einchecken bei HL-SPORTS.

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Trainer Piotr Przybecki feuert seine Jungs an
Foto: Lobeca/Michael Raasch

Hochkarätiges Testspielprogramm

Der VfL absolviert in den kommenden Wochen gleich sechs Testspiele. Alle finden ohne Zuschauer statt. Nach fünf Monaten ohne Handball wird am 29. August mit dem Spiel gegen den Stralsunder HV der Ball wieder geworfen. Der Oberligist kommt nach Bad Schwartau und wird in der Jahnhalle zum ersten Prüfstein der VfL-Profis. Knapp eine Woche später steht direkt ein Highlight an: Der VfL reist am 4. September zum amtierenden Deutschen Meister THW Kiel. Am 10. September laufen die Tiger dann erstmals wieder in der Hansehalle auf: Die HSG Nordhorn-Lingen kommt zum Kräftemessen nach Lübeck. Nur zwei Tage später reist die Mannschaft zum TSV Hannover-Burgdorf.

Hin- und Rückspiel gegen HSV Hamburg

Am Ende der Vorbereitung wird der VfL zwei Testspiele gegen den HSV Hamburg bestreiten. Am 16. September spielt das Przybecki-Team zunächst beim Nachbarn in Hamburg, eine Woche später, am 23. September, kommt die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen nach Lübeck.

Foto: kbi

Klub111 weiter dabei

Eine leichte Saison steht nicht an, denn ob und wie viele Zuschauer bei den Spielen in der Halle zugelassen werden, steht noch nicht fest. Ohne Unterstützung von außen geht das nicht. Einer der wichtigsten Bausteine ist der „Klub111“, der sich aus rund 80 Sponsoren zusammensetzt. Und der verlängerte sein Engagement um ein weiteres Jahr beim VfL.

Hagen und Potratz als Aushängeschild

Thomas Nawrocki, Vorsitzender des Unterstützerclubs sagt: „Das ist schon traditionell, dass wir dem VfL weiter die Treue halten. Wir sind der größte Sponsor, das schon seit Jahren und maßgeblich daran beteiligt den Verein mit aufzubauen. Trotz Corona haben wir unser Geld zusammengesammelt und zuerst für einen kleineren Betrag entschieden. Daraufhin haben wir von Daniel Pankofer ein sehr gutes Angebot erhalten, der uns die Spielerpatenschaft nahegelegt hat und Melf Hagen ist uns von der U19 sehr gut bekannt und Mattis Potratz auch und da haben wir nochmal nachgesattelt und diese Patenschaften dazu gepackt. Ich halte es sowieso ganz wichtig, dass solche Patenschaften ganz aktiv beworben werden und ich bin froh, dass wir die ersten sind, die das machen und wir damit einen Anstoß an andere Unternehmen geben, die hoffentlich folgen werden. Damit binden wir die Jugend an den VfL. Wir werden auch in der Zukunft die A- bis C-Junioren des VfL Bad Schwartau fördern. Das haben wir so in diesem Umfang noch nie gemacht. Die Beträge sind etwas überschaubarer im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo wir weit im fünfstelligen Bereich lagen. Ob die A-Jugend die Bundesliga erreicht wissen wir noch nicht und wir gehen aktuell von der Oberliga aus und dann ist auch noch Geld für die anderen da.“

Spielerpatenschaften im Vordergrund

Doch nicht nur beim VfL ist der „Klub111“ seit Jahren dabei, denn die Gemeinschaft wird zukünftig die HSG Ostsee und die Fußballjugend des VfB Lübeck unterstützen. „Wir wollen bei der HSG einmal nach vorne gehen und versuchen dadurch den Verein in der 3. Liga zu halten. Es soll auch eine Perspektive für die U19-Spieler des VfL sein, die es nicht sofort in die 2. Liga schaffen. Die Spielerpatenschaften der Jugend ist das Kernstück unserer Unterstützung und damit wollen wir uns auch nach außen zeigen“, so Nawrocki, der Geschäftsführer von „natürlich Wasserbetten“ ist.

Grothkopp: „Wir wollen Akzente setzen“

Uwe Grothkopp, Steuerberater aus Mölln, hakt ein: „Wir wollen mit dem Klub111 Akzente setzen und da freut es uns natürlich, wenn wir die Story fortschreiben können und die beiden Jungs eine Chance erhalten. Es kommt immer nur ein Teil nach oben, aber sie sollen ihren Platz im Kader finden.“

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Netzwerk ist entscheidend

Die Sponsorengruppe bekommt dazu noch die Mittelloge in der „Hansehölle“ zu den Heimspielen des Zweitligisten. „Das ist auch Begegnungsstätte für unsere Mitglieder und bisher war die andere Loge einfach auch zu klein. Das Netzwerk steht dabei im Vordergrund“, freut sich Nawrocki über den Umzug innerhalb der Halle.

Daniel Pankofer (VfL Lübeck-Schwartau), Bernd Franke und Thomas Nawrocki (Klub111). Foto: rk

Günther-Event musste ausfallen

Eine Veranstaltung für die Mitglieder des „Klub111“ war für den 18. März geplant. Als Gast war Ministerpräsident Daniel Günther eingeladen. Nawrocki: „Dann kam Corona und das Event fiel aus. Wir können seitdem keine Mitgliederbetreuung machen. Das ist sehr bedauerlich – nicht nur für uns, sondern für alle Vereine.“

Corona trifft Unternehmer in der Region

Dennoch muss der „Klub111“ einen Mitgliederschwund hinnehmen. Nawrocki erklärte, dass nach jahrelangem Zuwachs in diesem Jahr zwischen 10 und 20 Prozent weniger durch die Corona-Pandemie dabei sind. „Da spiegelt sich die Wirtschaftsleistung im ganzen Land Schleswig-Holstein bei uns eins zu eins wider“, sagt er. Dabei gibt es auch Zusagen aus der Familie der HSG Ostsee. Nawrocki unterstreicht, dass gerade die Jugendförderung im Fokus steht. „Da gibt es fast gar keinen Großsponsor. Dazu muss man sich genau mit den Projekten beschäftigen und ganz dicht dran sein.“

Rund um Lübeck

Dabei ist die Sponsorengemeinschaft des „Klub111“ darauf aus sich sowieso zu vergrößern. Grothkopp: „Wir wollen in den umliegenden Kreisen Lauenburg, Stormarn, Segeberg und Ostholstein verstärkt Mitglieder werben. Es hängt maßgeblich davon ab, dass wir Präsenz zeigen können.“

„Es ist fünf vor zwölf“

Klar ist, dass allgemein die Zahlen im Nachwuchs nach unten gehen. Nawrocki will mit seinen Mitstreitern dagegen steuern: „Es ist fünf vor zwölf und wir müssen jetzt aktiv etwas tun, um diesen Trend zu stoppen. Wenn die Kinder wegbleiben, sind die Eltern weg und dann bleiben auch irgendwann die Zuschauer weg. Immer öfter müssen Spielgemeinschaften gegründet werden, gerade im ländlichen Bereich.“

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Pankofer: „Dieser Ansatz wird oft nicht gesehen“

Daniel Pankofer, Geschäftsführer beim VfL Lübeck-Schwartau, sieht den Bedarf ebenfalls und verriet, dass man mit der HSG Ostsee Kooperationsgespräche führt. „Wir hatten vor ein paar Wochen das letzte Gespräch mit Frank Barthel und Gerrit Claasen, wo wir in Abstimmung sind.“ Über die Verlängerung des Sponsorenvertrages mit dem „Klub 111“ sagt er: „Ich möchte mich ganz herzlich beim Vorstand bedanken. Für uns ist es ein sehr wichtiger Partner und einer der Eckpfeiler. Der Klub111 füllt eine Lücke bei den Spielern, die aus der A-Jugend kommen, die dadurch eben nicht alleine gelassen werden. Dieser Ansatz wird oft nicht gesehen.“