
Lübeck – In der Oberliga Schleswig-Holstein (OL-SH) der Männer hat der TuS Lübeck 1893 den Klassenerhalt im Nachgang durch Schützenhilfe der HSG Holsteinische Schweiz noch realisiert. Bereits als Regelabsteiger feststehend öffnete sich für den TuS 93 die Hintertür doch noch zum Klassenerhalt nach dem Aufstieg des Tabellenzweiten in die Regionalliga.
Saisonauftakt und -ende äußerst kurios für TuS 93
Das erste Punktspiel gegen die HSG Tills Löwen wurde wegen vieler verletzungs- und krankheitsbedingten Spielerausfälle bei der HSG Tills Löwen von der Spielleitenden Stelle in den November verlegt, somit startete der TuS Lübeck 1893 mit einem Auswärtsspiel beim MTV Herzhorn. Hier unterlag TuS deutlich, bekam aber später am grünen Tisch das Spiel als gewonnen gewertet. Welch kurioser Saisonauftakt für den Aufsteiger. Es folgte eine Heimniederlage und ein Auswärtssieg beim TuS Aumühle-Wohltorf (37:33), was 4:2 Punkte bescherte. Es folgten drei Niederlagen bevor die ersten doppelten Punkte in der Meesenhalle gegen den TSV Mildstedt (32:28) eingefahren wurde. Wenig später der 5. Auswärtspunkt beim TSV Hürup II (30:30) und es standen 7:11 Punkte auf Platz 10 zu Buche.
Die Weihnachtspause übergreifend folgten fünf Niederlagen am Stück, darunter das 37:39 im ersten Rückrundenspiel bei der HSG Tills Löwen. „Wir zeigten zwar eine couragierte Leistung, aber etwas Zählbares nahmen wir nicht mit. Noch Schlimmer war jedoch, dass sich hier einige Spieler verletzten und uns teilweise die gesamte Rückrunde fehlten“, legte Andreas Jurgeleit den Finger in die Wunde. Speziell in den beiden folgenden Spielen gegen den MTV Herzhorn und die HSG Mönkeberg-Schönkirchen wurde dieses deutlich, liefen hier lediglich zehn Spieler auf und entsprechend deutlich sahen die Endergebnisse aus. „Vor allem jetzt zeigte sich jedoch was wir aus der ersten Hälfte der Saison gelernt hatten. Das Tempo der Gegner besser zu verteidigen, die härtere Gangart ebenfalls mitzugehen und phasenweise konstantere Leistung zu bringen. Hinzu kam was uns seit Jahren als Mannschaft auszeichnet: wir kämpften uns in jedes Spiel rein und hielten so die meistens Begegnung trotz der dünnen Personaldecke über weite Strecken offen“, ergänzte Jurgeleit. Der zweite Heimerfolg, dieses Mal gegen Aumühle (34:26), bescherte endlich wieder einen Sieg, was aber weiterhin den ersten Abstiegsplatz bedeutet. Gleichzeitig sollte dieses der letzte Heimsieg der Saison gewesen sein. Nach zwei Niederlagen der Auswärtserflog beim TSV Mildstedt (34:31), was zwar weiterhin Platz 12 bedeutete, aber den Kontakt zum ersten Nichtabstiegsplatz wieder auf zwei Punkte verringerte, den Mildstedt innehatte. Es folgten zwei Heimniederlagen, unterbrochen von nächsten Auswärtserfolg bei der HSG Horst/Kiebitzreihe (37:36). Nun war bereits die Punktgleichheit zum rettenden Ufer hergestellt und die Hoffnung beim TuS 93 auf den Klassenerhalt aus eigner Kraft war weiterhin am Leben. Nach der Heimniederlage gegen die Zweite des TSV Hürup und die anschließenden Niederlagen gegen die beiden Spitzenmannschaften TSV Weddingstedt und die HSG Holsteinische Schweiz ließen die Hoffnung weiterhin am Leben. Da der direkte Mitkonkurrent lediglich zwei Punkte vor dem TuS lag und TuS den direkten Vergleich für sich entschieden hatte, musste das Fernduell am letzten Spieltag die Entscheidung bringen.
Alle Spiele fanden zeitgleich statt. TuS Lübeck 1893 gewann sein Auswärtsspiel beim TSV Altenholz II mit 34:29, doch der TSV Mildstedt gewann ebenfalls sein Heimspiel gegen die HSG Tills Löwen, damit blieb der TuS 93 auf dem ersten Regelabstiegsplatz.
„Nach dem letztjährigen Aufstieg in die Oberliga Schleswig-Holstein war uns bewusst, dass uns eine schwierige Saison bevorstehen würde. Nichtsdestotrotz war unser klares Ziel der Klassenerhalt. Zunächst mussten wir uns in der Liga zurechtfinden und feststellen, dass das Tempo und die Intensität im Vergleich zur vorherigen Saison in der Verbandsliga einfach gar nicht zu vergleichen waren. Gerade am Anfang der Saison mussten wir uns regelmäßig sehr deutlich geschlagen geben“, fasste Trainer Sebastian Thiedig den Saisonstart zusammen. „Nach dem schwierigen Einstieg in die Saison, haben wir in vielen Phasen der Saison gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind und auf diesem Niveau mithalten können. Leider haben wir im Verlauf der Spielzeit einfach zu viele Punkte liegen gelassen, sodass wir uns bis zum Schluss auch zurecht im Abstiegskampf befanden.“
Daumendrücken für den Vizemeister mit Klassenerhalt belohnt
Für die Mannschaft um das Trainerteam Sebastian Thiedig und Matthias Krellenberg hieß es nach dem Saisonabschluss nachzusitzen, ohne selbst noch eingreifen zu können. Das Daumendrücken der Lübecker für die Relegationsspiele der HSG Holsteinische Schweiz gegen den FC St. Pauli, um den Aufstieg in die Regionalliga, wurde belohnt. Durch den Aufstieg der HSG war der Klassenerhalt durch die Hintertür für den TuS 93 Realität.
„Mit dem Sieg der Holsteinischen Schweiz gegen St. Pauli im Relegationsspiel zur Regionalliga Nord ergab sich für uns schließlich, dass wir auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen werden, was uns natürlich sehr freut. An der Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön an die Jungs der Holsteinischen Schweiz“, zeigte sich Trainer Thiedig am Ende doch noch zufrieden mit der Saison.
Zwei Namen unter den Top-Drei der Torschützen und Sünder
In der internen Torschützenliste lag Andreas Jurgeleit – gleichzeitig Platz 11 der Liga – mit 25 Spielen und 126 Toren, davon 54 von der Siebenmeterlinie vorn, was einen Schnitt von 5,0 Tore pro Spiel bedeutete. Gefolgt von Tim Schachtschneider (26/115/0/4,4) und Joop Dölemeyer (20/94/0/4,7).
Bei den Sündern führte Joop Dölemeyer intern bei 20 Spielen mit 3 Verwarnungen, 13 Zeitstrafen und 1 Disqualifikationen. Hier folgen Jan Stache (15/5/11/0) und Tim Schachtschneider (26/2/10/0). Damit sind zwei der drei Top-Schützen auch unter den Top-Drei der Sünder zu finden.
Nun heißt es erst einmal für die Mannschaft Abstand von der bis zum Schluss spannenden Saison gewinnen, bevor es in die Vorbereitung auf die zweite Oberligasaison geht. Trotz einiger schmerzhafter Abgänge aus der Mannschaft und dem Trainerteam, wird beim TuS 93 gerade daran gearbeitet eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen, um konkurrenzfähig zu sein, um die kommende Saison nicht wieder zu einer Zittersaison werden zu lassen.
Alle Spiele des TuS Lübeck 1893
| Hinrunde | |||
| Heim | Gast | Ergebnis | |
| MTV Herzhorn | – | TuS Lübeck 1893 | 0:0 (0:2) |
| TuS Lübeck 1893 | – | HSG Mönkeb.-Schönk. | 26:39 |
| TuS Aumühle-Wohltorf | – | TuS Lübeck 1893 | 33:37 |
| TuS Lübeck 1893 | – | HC Treia/Jübek | 29:33 |
| HSG Eider Harde II | – | TuS Lübeck 1893 | 33:31 |
| TuS Lübeck 1893 | – | HSG Tills Löwen | 27:34 |
| TuS Lübeck 1893 | – | TSV Mildstedt | 32:28 |
| TSV Sieverstedt | – | TuS Lübeck 1893 | 43:31 |
| TSV Hürup II | – | TuS Lübeck 1893 | 30:30 |
| TuS Lübeck 1893 | – | TSV Weddingstedt | 24:43 |
| HSG Holstein. Schweiz | – | TuS Lübeck 1893 | 40:25 |
| TuS Lübeck 1893 | – | HSG Horst/Kiebitzreihe | 33:34 |
| TuS Lübeck 1893 | – | TSV Altenholz II | 29:36 |
| Rückrunde | |||
| HSG Tills Löwen | – | TuS Lübeck 1893 | 39:37 |
| TuS Lübeck 1893 | – | MTV Herzhorn | 27:42 |
| HSG Mönkeb.-Schönk. | – | TuS Lübeck 1893 | 37:27 |
| TuS Lübeck 1893 | – | TuS Aumühle-Wohltorf | 34:26 |
| HC Treia/Jübek | – | TuS Lübeck 1893 | 40:28 |
| TuS Lübeck 1893 | – | HSG Eider Harde II | 30:32 |
| TSV Mildstedt | – | TuS Lübeck 1893 | 31:34 |
| TuS Lübeck 1893 | – | TSV Sieverstedt | 33:40 |
| HSG Horst/Kiebitzreihe | – | TuS Lübeck 1893 | 36:37 |
| TuS Lübeck 1893 | – | TSV Hürup II | 25:40 |
| TSV Weddingstedt | – | TuS Lübeck 1893 | 33:29 |
| TuS Lübeck 1893 | – | HSG Holstein. Schweiz | 16:38 |
| TSV Altenholz II | – | TuS Lübeck 1893 | 29:34 |
Abschlusstabelle der Oberliga Schleswig-Holstein
| 1 | TSV Weddingstedt (A) | 46 | : | 6 | 798 | : | 645 | 153 |
| 2 | HSG Holstein. Schweiz | 44 | : | 8 | 855 | : | 713 | 142 |
| 3 | TSV Sieverstedt (A) | 35 | : | 17 | 848 | : | 775 | 73 |
| 4 | HSG Mönkeb.-Schönk. | 34 | : | 18 | 807 | : | 698 | 109 |
| 5 | MTV Herzhorn | 31 | : | 21 | 794 | : | 700 | 94 |
| 6 | HSG Tills Löwen | 29 | : | 23 | 766 | : | 792 | -26 |
| 7 | HC Treia/Jübek | 28 | : | 24 | 790 | : | 788 | 2 |
| 8 | HSG Eider Harde II | 28 | : | 24 | 748 | : | 767 | -19 |
| 9 | TSV Altenholz II | 22 | : | 30 | 740 | : | 764 | -24 |
| 10 | TSV Hürup II | 20 | : | 32 | 752 | : | 753 | -1 |
| 11 | TSV Mildstedt (N) | 17 | : | 35 | 686 | : | 780 | -94 |
| 12 | TuS Lübeck 1893 (N) | 15 | : | 37 | 745 | : | 879 | -134 |
| 13 | HSG Horst/Kiebitzr. | 10 | : | 42 | 760 | : | 845 | -85 |
| 14 | TuS Aum.-Wohlt. (N) | 5 | : | 47 | 695 | : | 885 | -190 |
Bildquellen
- Verabschiedung TuS 1893: TuS Lübeck 1893/Reiner Sprengel
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