Wenn der Nebenverdienst zum Hobby wird: Lara Schleus ist Teil der „Klaren Linie“

Der Handball als zentraler Baustein

Lara Schleus muss schnelle Entscheidungen treffen. Foto: Schleus/oH

Lübeck – Die Person, die auf einem Spielfeld am meisten unterschätzt wird, ist der Schiedsrichter. Egal in welcher Sportart: Unparteiische gewährleisten einen Spielfluss und sind unersetzlich. Die Gemeinsame Sparkassenstiftung zu Lübeck hat daher das Projekt „Klare Linie“ ins Leben gerufen. Dabei geht es darum, Schiedsrichter aus unterschiedlichen Sportarten zusammenzuführen und sie zu fördern.

„Wusste direkt, dass das was für mich ist“

Lara Schleus ist Teil der „Klaren Linie“. Obwohl sie selbst noch aktiv Handball spielt, steht sie mit ihrer guten Freundin am Wochenende auch als „Schiri“ in der Halle und leitet für Lübeck 1876 das Geschehen. Zur Tätigkeit ist sie wie folgt gekommen: „Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, mir etwas Geld dazuzuverdienen und als zwei Freunde die Schiriausbildung machen wollten, bin ich auf das Pfeifen aufmerksam geworden. Ich wusste direkt, dass das was für mich ist, denn die Leidenschaft für den Handball kann ich nun nicht nur auf dem Feld zeigen, wenn ich selbst spiele, sondern auch wenn ich den jüngeren Altersklassen diesen Sport ermögliche. Daraufhin haben wir die Ausbildung zu dritt gemacht und mittlerweile pfeife ich seit etwas über einem Jahr. „

Feedback hilft

Bei den Highlights bleibt die Teenagerin bescheiden: „Da ich erst seit ungefähr einem Jahr dabei bin, habe ich noch nicht so viele Highlights gehabt. Dennoch kann ich sagen, dass mir die Turniere immer besonders viel Spaß machen. Man lernt viel dazu und kann sich mit anderen Schiris austauschen. Besonders in Erinnerung bleibt mir unser vereinseigenes Turnier, wo meine beiden Freundinnen und ich die gesamten Spiele der mJD alleine gepfiffen haben. Da freut es einen natürlich positives Feedback zu bekommen, doch auch negative Äußerungen können hilfreich sein.“

Reflexion ist das A und O

Besonders ihre persönliche Sicht auf die Schiedsrichterei habe sich verändert, so Lara: „Am Pfeifen macht mir Spaß, dass ich so meiner Sportart noch näher komme, immer wieder dazu lerne und mich gleichzeitig für meinen Verein engagieren kann. Anfangs wollte ich mir einfach nur was dazuverdienen, doch mittlerweile ist es ein Hobby geworden was mir Spaß macht. Allerdings gibt es in fast jedem Spiel Trainer, Eltern beziehungsweise Zuschauer oder auch Spieler, die manche Entscheidungen anders sehen. In so einer Situation ist die Herausforderung nicht einzuknicken, sondern für seine Entscheidung einzustehen, auch wenn einem im Nachhinein manchmal bewusst wird, dass sie falsch war. Doch genau so lernt man immer wieder dazu und sammelt Spiel für Spiel neue Erfahrung.“

„Es ist cool“

Dass sie ein teil der „Klare Linie“ sein darf, macht sie stolz: „Mir wurde dort gezeigt, wie viele Schiedsrichter nach einem Jahr wieder aufhören zu pfeifen und mir wurde bewusst, dass ich nicht dazuzählen möchte. Die Hilfe in so viele verschiedene Bereiche motiviert mich weiter am Pfeifen dran zu bleiben. Uns wird übermittelt, dass wir eine wichtige Arbeit leisten, damit der Sport überhaupt betrieben werden kann und das nochmal zu hören freut einen sehr. Ich freu mich schon auf die Veranstaltungen und Förderungen und glaube, dass wir viel lernen und mitnehmen werden. Gerade die Mentaltrainings sind meiner Meinung nach wichtig, um überhaupt auf dem Feld selbstbewusst dazustehen. Das ist glaube ich auch einer der wichtigsten Aspekte beim Pfeifen, dass man sich nicht von anderen Meinungen unterkriegen lässt. Es ist cool sich bei der „Klaren Linie“ mit den anderen Schiedsrichtern auszutauschen und nicht nur Erfahrungen aus der Handballabteilung mitzubekommen, sondern auch aus anderen Sportarten. Und im besten Fall kann man sportübergreifend noch was dazu lernen. 

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