Hamburg – Der Hamburger SV hat seine sportliche Kompetenz erweitert. Michael Mutzel wird Sportdirektor beim Zweitliga-Spitzenreiter. Der 39-Jährige ist zusammen mit Sportvorstand Ralf Becker für die Bereiche Bundesliga, Nachwuchs und Scouting verantwortlich. Er kommt von der TSG Hoffenheim, wo er Leiter der Scouting-Abteilung war. „Wir hatten positive und sehr konstruktive Gespräche, die mir ein sehr gutes Gefühl für diese Entscheidung gegeben haben. Ich betrachte mein baldiges Arbeitsfeld beim HSV als spannende und große Herausforderung. Ich habe große Lust mit anzupacken“, sagt der A-Lizenz-Trainer und ehemalige Fußball-Profi von Eintracht Frankfurt (1998-2002), VfB Stuttgart (2002-2004) und Karlsruher SC (2004-2011). Als aktiver Kicker brachte er es auf 92 Bundesliga- und Zweitliga-Spiele und erzielte dabei einen Treffer in der Bundesliga und vier Tore in Liga zwei.

Neben der Verpflichtung von Mutzel gab HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein Einblick in die neue HSV-Fan-Anleihe. 17,5 Millionen Euro sollen damit erzielt werden. Seit der Ausgabe im Januar wurden bereits 7,4 Millionen Euro gezeichnet. „Aus unserer Sicht ist das ein gutes Ergebnis. Es beweist, dass uns ein Großteil der Anleger vertraut und der Weg, den wir mit dem HSV gehen wollen, auf Zustimmung trifft. Damit gehen wir gestärkt in die Phase des öffentlichen Angebots, bei der nun alle Interessierten die Möglichkeit haben, die Anleihe zu zeichnen“, sagt er in einem Interview. Zum Horror-Szenario, dass der Club in eine mögliche Pleite schliddern könnte, meint er: „Es ist jetzt nicht überraschend, dass die Veröffentlichung des Emissionsprospekts nach erstmaligem Abstieg und in zeitlicher Nähe zur Präsidentenwahl eine besondere Aufforderung an alle Kommentatoren darstellt. Panikmache und Schreckensszenarien sollten uns aber nicht von unserem festgelegten Weg abbringen. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits den Großteil der Finanzverbindlichkeiten restrukturieren und in einen tragfähigen Tilgungsplan überführen können, der für uns auch in der Zweiten Liga zu stemmen ist. Wir haben bisher alle Zahlungen termingerecht geleistet und auch im ersten Halbjahr der laufenden Saison weitere Verbindlichkeiten abgebaut. Angst ist meines Erachtens daher fehl am Platz.“ Die neue Anleihe ist seit Montag für jedermann zu haben. Mit Bedenken blickt Dr. Daniel Weiner auf die Anleihe. In einem NDR-Interview sagte er: „Schafft der HSV nicht den Wiederaufstieg, wird er mit kritischen Finanzierungslücken konfrontiert sein. So wäre die Rückzahlung der Anleihe höchst ungewiss und mit einem hohen Risiko verbunden. In der Finanzwelt wird hohes Risiko mit hohen Zinsen kompensiert. Da beim HSV ein sehr hohes Risiko besteht, müssten rein ökonomisch gesehen auch Zinsen gezahlt werden, die deutlich über sechs Prozent liegen. Aber die Fans werden ja nicht nur durch die monetäre Rückzahlung entlohnt, sondern auch durch eine Art emotionale Rendite: dass der HSV bestehen bleibt.“

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Auf dem Rasen ruhte das Training die vergangenen beiden Tage. Cheftrainer Hannes Wolf gab seiner Mannschaft frei. Am Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf das Zweitliga-Spiel bei Jahn Regensburg (Sonntag, 13.30 Uhr). Zwei Einheiten (10 Uhr und 15 Uhr) sind zum Start angesetzt, am Donnerstag noch einmal um 11 Uhr. Am Freitag und Sonnabend gibt es kein öffentliches Training. In Regensburg muss der HSV verletzungsbedingt auf Kapitän Aaron Hunt, Josha Vagnoman und Gideon Jung verzichten. Zurück im Team werden Douglas Santos und Gotuku Sakai sein. Der Japaner hat seine Rotsperre abgebrummt.

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