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Kevelaer – Als die erste Frau des W30-Teams in den Bus stieg und herausfordernd „La Ola, bitte“ rief, da kam der bereits mit den M30- und M40-Teams besetzte Mannschaftsbus bedenklich ins Schaukeln: Die Stimmung der Senioren-Équipe des LBV Phönix erreichte einen weiteren Höhepunkt: Sprechchöre, Beifall und Jubelgesänge ließen für die bevorstehende mehrstündige Heimfahrt einiges erahnen.

„La Ola, bitte!“ – ja, wofür denn? Die drei Senioren-Teams unter der Regie von Professor Rainer Bucholtz, im Sport durchgängig als „Coach“ bekannt und respektiert, haben am 5. September 2015 im niederrheinischen Kevelaer Vereins- und Sportgeschichte geschrieben: Gold für die W30, jeweils Silber für die M30 und M40 bei der Team DM der Leichtathletik-Senioren. Das haben die Leichtathleten des LBV Phönix, die weit mehr als fünf Jahrzehnte (!) unter „Coach“-Leitung ein Füllhorn mit Meistertiteln füllten, noch nie vollbracht. Die Leistungen sind umso mehr bemerkenswert, da sich die Lübecker Équipe in Kevelaer fast durchgängig in Konkurrenz zu Start- und Leichtathletik-Gemeinschaften sah. Als einzelner Sportverein heimsten sie in einem Drittel der Meisterschafts-Klassen Medaillen ein.

Der mehr als achtstündige Wettkampftag begann im schönsten Sonnenschein, aber schon bald wurde die Wetterprognose Realität: Schauer und Sturmböen fegten mehrmals durch das kleine Stadion mit den sechs Bahnen und den außerhalb gelegenen Wurfanlagen. Sie boten den Werfern nur ein wenig Schutz unter Bäumen. Auf der Tribüne drängten sich indes die übrigen Athleten.

Umso schöner dann das Wetter am frühen Abend: Zur Siegerehrung lachte die Sonne mit der Leichtathletik-Familie. Es war ein stimmungsvolles Finale der 43. Auflage der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Senioren – nunmehr unter dem Titel „Team DM“. Tempora mutantur – die Zeiten ändern sich. Geblieben aber sind Zeitmessung und Maßband und eine Punktetabelle, die schon mal verwirrend ist, aber dennoch Grundlage für den Leistungsvergleich bleibt.

Ja, und was brachte die Phönix-Équipe auf die Waage? Bevor wir die Teams namentlich und mit Leistungsdaten würdigen, erfüllen wir eine Chronisten-Pflicht: Jouri Gavrilov (M60) hat – im Team der M40 am Start! – im Hochsprung den Landesrekord der M60  auf 1,60 m verbessert – im Straddle-Stil. Jouri Gavrilov wälzt sich dabei nach dem Absprung regelrecht über die Latte – und so erklärt sich auch die deutsche Bezeichnung für seinen Sprungstil: Bauchwälzer, Tauchwälzer. Ein Schmankerl aus der Leichtathletik-Zeit vor dem Fosbury-Flop im Hochsprung. Und dafür erntete Gavrilov Sonderbeifall.

Das Leistungsprofil der Phönix-Teams:

W30 LBV Phönix – Platz 1: 6452 Punkte. 2. DJK BW Annen 6011, 3. Startgemeinshaft Ruhrgebiet-West 5973.
Elena Gavrilov und Nannette Hauptstock lieferten die ersten Ergebnisse ab – 1,35 m und 1,20 m im Hochsprung. Das war schon besser als bei der Qualifikation im Mai in Hamburg-Lurup. Aber es sollte noch mehr und besser kommen. Im 800-m-Lauf war Nannette Hauptstock vorn mit 2:40,30 min. Als zweite Phönixerin kam Astrid Torff mit 2:59,84 in die Wertung. Birte Peterlein sicherte als dritte Läuferin (3:04,61) einen möglichen Ausfall ab – jeweils zwei kamen in die Wertung!
Im Kugelstoßen und Diskuswerfen sammelte ein Trio die Punkte ein: Claudia Kohnke (Diskus 39,86; Kugel 12,21), Mareike Becker (Kugel 11,45; Diskus 38,18) und Mirjam Beier (Diskus 30,32; Kugel 9,75) – damit beherrschten sie jeweils auch die Disziplin.
Natali Hennig und Gabriela Kunz waren für die Punktesammlung im Sprint (100 m) und Weitsprung verantwortlich: 14,27 Sekunden und 4,44 m stehen in der Ergebnisliste für Natali Hennig, 14,82 sek. und 4,18 m für Gabriela Kunz. Astrid Torff sicherte die 100 m ab – in 16,90. Alle drei liefen schließlich mit Nannette Hauptstock in der abschließenden 4×100-m-Staffel und waren nach 59,93 Sekunden im strömenden Regen umjubelt im Ziel, denn der Punktvorsprung vor der Staffel war so deutlich, dass sie eigentlich nur ins Ziel kommen mussten. Staffel-Pech wie Stabverlust oder Überlaufen der Wechselmarken oder gar Stürze blieben an diesem Tag anderen überlassen.

M30 LBV Phönix – Platz 2: 9257 Punkte. 1. LT DSHS Köln 9522, 3. LG Stadtwerke München 9046. 

Hier sammelten Christopher Kokot (5,79 m) und Torben Meins (5,40) im Weitsprung die ersten Punkte ein. Beide waren danach weiter im Einsatz.
Kokot lief die 800 m in starken 2:11,88; er sicherte die 100 m als Dritter in 12,02 ab und war in der 4×100-m-Staffel mit Torben Meins (sprang auch noch 1,60 m hoch!), Patrick Hagge und Zbigniew Sikorski im Einsatz – mit ausgezeichneter Zeit von 45,61.
Patrick Hagge (11,41) brachte die 100-m-Punkte mit „Speedy“ Zbigniew Sikorski (11,50) ein. „Speedy“ (Kugel 12,26; Diskus 38,05) punktete mit Marlo Burych (Diskus 39,68; Kugel 12,69) weiter.
Doppel-Starts standen für Andreas Hübner (800 m 2:15,70; 3000 m 10:52,28) und Klaus Lehmann (800 m 2:18,22; 3000 m 11:09,73) an.

M40 – LBV Phönix Platz 2: 9389 Punkte. 1. LG Kindelsberg-Kreuztal 9639 – 3. StG TG Würzburg/TV Faulbach 9296.

Dieses Team ging als Titelverteidiger an den Start. Gernot Maetzel, Matthias Baas und Jouri Gavrilov starteten mit jeweils 1,60 im Hochsprung.

Gernot Maetzel punktete mit 5,30 im Weitsprung und als Startläufer der 4×100-m-Staffel (51,08).

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Matthias Baas lief die 100 m 13,08; sprang 5,43 weit und lief die Staffel.
Reinhard Bucholtz gewann den 800-m-Lauf (2:09,89), lief später 10:30,25 über 3000 m, sprang zwischendurch 5,28 m weit und lief zum Finale in der Staffel mit.
Jörg Zimmermann blieb über 3000 m (9:58,23) zum ersten Mal unter der 10-Minuten-Grenze – zuvor war er die 800 m in 2:18,42 gelaufen.
Vierter Mann in der Staffel war Stefan Frank, zuvor wurde er über 100 m in 13,82 gestoppt.
Die Siege in den Wurf-Disziplinen teilten sich Ralf Mordhorst (Diskus 44,92; Kugel 12,97) und Oliver Rohwer (Kugel 14,41: Diskus 38,09).
Als jeweils dritte Läufer sorgten Vincent Quarshie (100 m 13,69); Jochen Bucholtz (800 m 2:26,86) und Mario Wendt (3000 m 10:36,61) dafür, dass bei einem möglichen Ausfall eines Team-Kollegen nicht die gesamte Mannschaft platzte.

Mit „Coach“ Bucholtz und Abteilungsleiter Harald Rösch freuten sich die Trainer Uwe Mundt, Michael Kraatz und Martin Kath über einen denkwürdigen Leichtathletik-Tag des LBV Phönix, während ihre Trainer-Kollegen Elena Gavrilova, Nannette Hauptstock und Christopher Kokot in den Teams Aufstellung nahmen. Später im Bus folgten sie gern gemeinsam der Aufforderung „La Ola, bitte!“

Zum Erinnerungsfoto stellten sich die Teams in den schmucken Funktions-T-Shirts der Sponsoren Physiotherapie Danny Wigger und Zippel’s Läuferwelt: Jochen Bucholtz, Martin Kath, Uwe Mundt, Matthias Baas, Patrick Hagge, Andreas Hübner, Torben Meins, Christopher Kokot, Zbigniew Sikorski, Reinhard Bucholtz, Abteilungsleiter Harald Rösch, Professor Rainer Bucholtz, Ralf Mordhorst, Mirjam Beier, Elena Gavrilova, Marlo Burych, Michael Kraatz (stehend, von links); Gernot Maetzel, Oliver Rohwer, Jörg Zimmermann, Stefan Frank, Mareike Becker, Mario Wendt, Klaus Lehmann, Claudia Kohnke, Jouri Gavrilov (hockend, von links); Birte Peterlein, Gabriela Kunz, Nannette Hauptstock, Astrid Torff, Vincent Quarshie (vorn, von links). Auf dem Foto fehlt Natali Hennig. Auf dem Vorschau-Foto ist sie die zweite von rechts.

HL-SPORTS hat am Montag (7.9.) eine Fotostrecke von der Team DM veröffentlicht: hier

 

 

 

 

 

 

 

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