Rückgang der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen, doch die Dauer stieg sprunghaft an
Foto: AOK/hfr
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Lübeck – Die AOK NORDWEST hat mitgeteilt, dass der Krankenstand in Lübeck bei den rund 21.000 versicherten Arbeitnehmern in den ersten acht Monaten dieses Jahres genau wie im Vorjahr unverändert bei 5,8 Prozent lag.

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es in den einzelnen Monaten erhebliche Schwankungen. Das zeigte eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für die Monate Januar bis August 2020. Vor allem zu Beginn des Lockdowns im März stieg der Krankenstand rasant an, flachte aber wieder deutlich ab. Auffällig ist auch, dass nach einem Anstieg der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren wieder ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist. „Es ist zu vermuten, dass viele psychisch erkrankte Beschäftigte in der Lockdown-Phase aus Angst vor Ansteckung auf einen Arztbesuch verzichtet haben“, sagte AOK- Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.

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Allerdings zeigte sich parallel zur Abnahme der Fallzahlen von psychisch bedingten Krankschreibungen eine sprunghafte Zunahme deren Länge. So stieg die Dauer eines durchschnittlichen psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeitsfalls bei den AOK-Mitgliedern in Lübeck im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,3 Tage von 25,0 Tagen auf 30,3. Damit bekam der Trend der letzten Jahre zu immer längeren Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen im Pandemie-Jahr 2020 einen weiteren Schub.

Die Corona-Pandemie hat auch in Lübeck einen deutlichen Anstieg des Krankenstandes verursacht
Foto: AOK/hfr

Erhebliche Schwankungen

Die Covid-19-Pandemie beeinflusste die bisherige AU-Statistik des Jahres 2020 stark und führte zu teilweise erheblichen Schwankungen. Zunächst gab es zu Beginn der Pandemie im März einen deutlichen Anstieg des Krankenstandes von 6,8 Prozent im Februar auf 7,8 Prozent. Zum Vergleich: Im März 2019 betrug der Krankenstand 6,4 Prozent. „Die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung wegen Atemwegserkrankungen, die ab Anfang März galt, könnte einen Einfluss auf den erhöhten Krankenstand haben“, so Wunsch.

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Gleichzeitig sprächen die Daten dafür, dass Ärzteschaft und Beschäftigte mit dieser temporären Regelung verantwortungsvoll umgegangen seien. In den Monaten April (5,5 Prozent), Mai (4,8 Prozent) und Juni (5,2 Prozent) haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hingegen deutlich seltener krankheitsbedingt in ihren Betrieben gefehlt als im Vorjahr. Dieser Trend setzte sich auch im Juli (5,1 Prozent) und August (5,2 Prozent) fort. „Mehr Homeoffice, weniger Mobilität und die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln dürften zum Rückgang des Krankenstandes beigetragen haben“, so Wunsch. Außerdem haben vermutlich viele Beschäftigte aus Angst vor einer Infektion den Gang zum Arzt vermieden. Angesichts der aktuell steigenden Infektionszahlen sind diese Zahlen für Wunsch jedoch kein Anlass zur Entwarnung: „Es bleibt abzuwarten, wie sich die steigenden Covid-19-Infektionszahlen im Herbst und Winter bei den Krankenständen bemerkbar machen werden.“

Krankschreibungen wegen Covid-19 im April 2020 auf dem Höhepunkt

Eine Auswertung der Krankschreibungen wegen einer Covid-19-Erkankung zeigt: Insgesamt wurden in Lübeck die meisten AU-Meldungen in den Monaten März 2020 (37 Erkrankte) und April 2020 (28 Erkrankte) gemeldet. Insbesondere Beschäftigte in Gesundheitsberufen waren betroffen.

(PM)

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