Lübeck – Fünf Jahrzehnte lang hat die Eisarsch-Regatta auf der Wakenitz den zünftigen Jahresabschluss für die Segler – und seit vergangenem Jahr auch Seglerinnen – gebildet. Eis, Flaute, Sturm und Nebel machten der Kult-Veranstaltung seit 1969 mitunter zu schaffen. Als Regatta-Ersatz entschied dann auch schon mal der Gummistiefel-Weitwurf über den Sieg. In diesem Jahr müssen sich die hartgesottenen Akteure aber einem anderen Gegner beugen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Traditionsregatta, die am 5. Dezember hätte gesegelt werden sollen, nun abgesagt.

 Die Eisarsch-Gilde, selbsternanntes Körperteil des Lübecker Yacht-Clubs und Veranstalter der Regatta, wird mit der Absage ihrer Verantwortung für die Teilnehmer, Organisatoren und Gäste gerecht. „Die Absage ist uns sehr schwergefallen. Der Eisarsch gehört für die Segler zu Lübeck fast so wie der Weihnachtsmarkt. Die Flotte der Optimisten vor der Altstadt-Kulisse hat immer für tolle Bilder gesorgt“, sagt Organisationsleiter Jan Stemmler. „Wir haben ein Veranstaltungskonzept entworfen mit beschränkter Teilnehmerzahl und großen Abständen, und wir haben darauf gehofft, dass sich das Infektionsgeschehen durch die allgemeinen Corona-Schutzmaßnahmen beruhigt. Aber leider zeigt sich, dass wir am 5. Dezember noch nicht mit einer ausreichenden Beruhigung der Lage rechnen können. Daher ist es selbstverständlich, dass die Veranstaltung nicht stattfinden kann. Wir werden einer weiteren Ausbreitung des Virus kein Feld bieten.“

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In einer Online-Sitzung des Organisationskomitees wurde die Entscheidung über die Absage einstimmig gefällt. Den gemeldeten Segler wurde die Absage erteilt – mit der großen Hoffnung, dass der Kult im kommenden Jahr neu entflammt, wenn am 4. Dezember 2021 die 53. Auflage des Eisarsch gesegelt werden soll. (PM JS/LYC)

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