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Barmenia Roland Kahl

Lübeck – Zehn Tage vor dem Saisonstart hat Eishockey-Oberligist EHC Timmendorfer Strand eine erste Visitenkarte auf dem Eis abgegeben. In einem auf zweimal 30 Minuten angesetzten Trainingsmatch gegen den Hamburger SV verloren die Beach Boys zwar klar mit 0:4 (0:2), zeigten am gestrigen Abend aber eine ansprechende Leistung, die Hoffnung auf mehr macht.

Die Rahmenbedingungen waren deutlich abgesteckt: der HSV hat mindestens dreimal so viele Trainingseinheiten auf dem Eis gehabt und auch schon den ersten Test hinter sich gebracht, für die Beach Boys war es das erste Spiel nach insgesamt sechs Trainingseinheiten. So war das Zusammenspiel beim Team aus Stellingen deutlich ausgeprägter, die Abstimmung deutlich besser und so ging der Sieg nach Toren von Parks, Oertel, Heitmann und Richter auch absolut in Ordnung.

Dennoch macht der Auftritt der Beach Boys Lust auf die neue Saison. Gute Ansätze waren vorhanden, das  teilweise sehr aggressive Forechecking lässt erste Anzeichen der Handschrift von Coach Martin Williams erkennen. Zwar klappte natürlich nicht alles hundertprozentig, gerade defensiv offenbarten sich doch einige Lücken, aber das Potential in der Mannschaft war durchaus erkennbar.

Die Neuzugänge konnten dabei in Teilen voll überzeugen. Vor allem Goalie Jordi Buchholz, welcher die gesamte Zeit im Kasten stand, und der junge Allrounder Iven Rösch, den Williams als Verteidiger aufbot, zeigten ihr Können. Buchholz erwies sich als sicherer, teils spektakulärer Rückhalt und war bei den Gegentoren chancenlos; Rösch zeigte viel Geschwindigkeit, ein gutes Stellungsspiel und eine überraschende Abgezocktheit für seine gerade einmal 19 Jahre.
Ebenfalls sehr auffällig war Marius Nägele, allerdings wollte der Verteidiger öfters zu viel. Weniger auffällig waren Jared Wynia und Pierre Kracht, beide deuteten aber an, welches (Offensiv-) Potential in ihnen steckt.

Goalie Keven Beech und Stürmer Tauno Zobel konnten sich nicht empfehlen. Während es bei Beech verständlich war, weil der Goalie nicht auf dem Eis stand, blieb Zobel auf dem Spielfeld sehr unauffällig.

Bei allem guten Eindruck: bis zum Saisonstart wartet noch einiges an Arbeit auf Martin Williams und seine Mannschaft. Vor allem ein Problem muss in den Griff bekommen werden: die Chancenverwertung. Auch im Test gegen den HSV ergaben sich zahlreiche Torgelegenheiten, welche die Beach Boys nicht im Tor unterbrachten. Zwei weitere Tests stehen für die Timmendorfer Kufencracks noch an. Am Freitag (20.15 Uhr) treten sie im Rahmen eines weiteren Trainingsspiels bei den Crocodiles Hamburg an, am Sonntag (18 Uhr) kommt es zu einem offiziellen Testspiel bei Regionalliga-Meister Weserstars Bremen.