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Barmenia Roland Kahl

Hamburg – Am Ende war es ein Kraftakt, letztlich steht aber endlich der dritte Saisonsieg für den EHC Timmendorfer Strand auf der Haben-Seite. Beim Hamburger SV mussten die Beach Boys in die Verlängerung, gewannen aber nach 62 umkämpften Minuten völlig verdient mit 6:5 (1:0, 2:2, 2:3, 1:0). Allerdings ist es ein verschenkter Punkt, denn schon in der regulären Spielzeit hätte der EHCT den Sack zu machen müssen. Überragende Spieler auf dem Eis: Patrick und Thorben Saggau. Die Brüder waren an fast jeder guten Timmendorfer Aktion beteiligt und rissen die Mannschaft auch mit ihrem kämpferischen Einsatz mit.

Der Reihe nach: ohne Kenneth Schnabel, der erkrankt fehlte, aber dafür erstmals in dieser Saison mit Rino Schroeder im Kader, erwischten die Beach Boys einen Start nach Maß. Nach exakt 127 Sekunden zimmerte Thorben Saggau die Scheibe zum 1:0 in den Torwinkel. In der Folge waren die Beach Boys die klar überlegende Mannschaft, mit gutem Körperspiel und einfachen, aber wirkungsvollen Angriffen. Auch die Chancen waren da, aber Patrick Glatzel im Hamburger Tor war oft zur Stelle und hatte bei Schüssen von Jason Horst (15.) sowie Marcus Klupp (19.) das Aluminium auf seiner Seite. So ging es mit einem knappen 1:0 in die erste Pause.

Auch im zweiten Drittel legten die Beach Boys richtig gut los, nur 113 Sekunden nach Wiederbeginn sorgte Michal Chvostek per Innenpfostentreffer für das verdiente 2:0. Auch in der Folge hätten die Timmendorfer nachlegen können, scheiterten aber an Glatzel und sich selbst. Einen Bruch im Spiel gab es dann in der 28. Minute. Nico Ehmann sorgte in Überzahl für das 1:2 und nun begannen die Beach Boys zu schwimmen. Nach einem Fehler von Klupp, welcher allerdings auch ein Foul gegen sich nicht gepfiffen bekam, glich Matthias Oertel die Partie sogar aus (31.). Aber die Beach Boys kämpften sich ins Spiel zurück, Patrick Saggau stocherte die Scheibe zum 3:2 über die Linie (36.). Kurz vor Ende des Mittelabschnitts rettete Jordi Buchholz mit einem starken Schoner-Save die Führung nach 40 Minuten.

Vogelwild wurde es dann im letzten Drittel. Erst schlug der HSV zu, Dustin Parks traf bei 4on4 zum 3:3 (42.), dann sorgte Jason Horst per Abstauber für die erneute Timmendorfer Führung (45.). Aber praktisch im Gegenzug glich Ehmann mit seinem zweiten Treffer des Abends zum 4:4 aus (46.).
Unschön wurde es erstmals in der 49. Minute, als Parks Goalie Buchholz über den Haufen rannte und letztlich gut damit bedient war, dass es nur zwei Minuten gab und nicht noch eine ordentliche Tracht Prügel. Die Beach Boys nutzten das dadurch entstehende doppelte Überzahlspiel nur 19 Sekunden später zum 5:4. Pierre Kracht fälschte einen Schuss von Thorben Saggau unhaltbar ab. Aber die Partie war noch nicht zu Ende und Parks schlug ebenfalls zum zweiten Mal zu, traf mit etwas Glück eine abgefälschte Scheibe zum 5:5 (52.).

Für den Kanadier mit schwedischem Pass war die Partie wenig später beendet. Nach einem üblen Check von hinten gegen Jared Wynia musste Parks vorzeitig zum Duschen (55.). Wynia konnte glücklicherweise weiterspielen. Die folgende Überzahl nutzten die Beach Boys sogar aus, Patrick Saggau traf 40 Sekunden vor dem Ende zum vermeintlichen 6:5, doch Schiedsrichter Gavrilas stand schlecht und verweigerte dem Tor die Anerkernnung– der Puck hätte die Torlinie nicht überschritten.
So ging es in die Verlängerung und hier zog Marcus Klupp in der 62. Minute ab, Patrick Saggau hielt die Kelle rein und traf so zum umjubelten 6:5-Auswärtssieg.

Trotz des verlorenen Punktes feierten die rund 50 mitgereisten Timmendorfer Fans ihre Mannschaft für den ersten Auswärtssieg der Saison. Trainer Martin Williams war dennoch nicht ganz zufrieden: „Für uns ist es ein verlorener Punkt, wir hätten in der regulären Spielzeit den Sack zu machen müssen. Hauptsache ist aber, dass wir gewonnen haben und mit einem guten Gefühl in das Heimspiel am Sonntag gehen.“

Vor dem Heimauftritt gegen Preussen Berlin (Sonntag/18 Uhr) mach sich der Trainer aber Sorgen um Christian Herrmann. Der Allrounder musste mit Schulterproblemen die letzten Minuten auf der Bank verbringen und droht übermorgen auszufallen.

Statistik
Tore: 0:1 T. Saggau (3./ÜZ), 0:2 Chvostek (22.), 1:2 Ehmann (28./ÜZ), 2:2 Oertel (31.), 2:3 P. Saggau (36.), 3:3 Parks (42.), 3:4 Horst (45.), 4:4 Ehmann (46.), 4:5 Kracht (49./ÜZ), 5:5 Parks (52.), 5:6 P. Saggau (62.)

Schüsse: 34 – 49
Strafen: HSV 17 + 10 Vycichlo + Spieldauer Parks – Timmendorf 10
Zuschauer: 169

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